"Saliera"-Dieb ist wieder auf freiem Fuß:
52-Jähriger hat nach Entlassung bereits Job

Wiener wurde "ausgezeichnete Führung" bescheinigt Stillschweigen gegenüber Medien als Teil des Deals

"Saliera"-Dieb ist wieder auf freiem Fuß:
52-Jähriger hat nach Entlassung bereits Job © Bild:

Der ursprünglich zu fünf Jahren Haft verurteilte "Saliera"-Dieb wurde wegen "ausgezeichneter Führung" vorzeitig entlassen. Unter Anrechnung der U-Haft hat der 52-jährige exakt zwei Jahre und neun Monate verbüßt - um drei Monate mehr als die Hälfte seiner Strafe. Der Mann wurde von Angehörigen abgeholt und wird in der Bundeshauptstadt ein neues Leben beginnen.

Der Wiener hat sich während seiner Haft intensiv mit seiner Zukunft auseinandergesetzt und bei bewilligten Ausgängen Vorkehrungen für die "Zeit danach" getroffen. So hat er eine Wohnung in der Bundeshauptstadt gefunden und sich auch einen Job besorgt.

Wiener hat bereits neuen Arbeitsplatz
"Er hat uns eine Arbeitsbestätigung vorgelegt, derzufolge er unmittelbar nach seiner Entlassung bei einer Firma anfangen kann", bestätigte Anstaltsleiter Norbert Minkendorfer. Der Spezialist für Alarmanlagen, der jahrelang ein Geschäft in Wien-Neubau betrieben hatte, dürfte sich im Gefängnis mustergültig verhalten haben. Er genießt jedenfalls den besten Ruf. "Er war ein guter Mann und sehr tüchtig", meinte Minkendorfer, der dem 52-Jährigen die besten Resozialisierungschancen gibt. "Er hat einen Wohnsitz, Familienanschluss, und er ist ein erstklassiger Techniker. Der wird sicher keinen Tag ohne Beschäftigung sein."

Dass ihm das begangene Verbrechen zukünftig große Probleme machen wird, hält der Anstaltsleiter für ausgeschlossen: "Selbst seine ehemaligen Kunden tragen ihm das nicht nach, was er gemacht hat."

Keine mediale Inszenierung
Richard Soyer, der Rechtsbeistand des 52-Jährigen, hatte bereits vor Wochen angekündigt, sein Mandant werde nach seiner Enthaftung keine Interviews geben und sich nicht medial in Szene setzen. Vielmehr wolle er "ein unspektakuläres Leben führen". An eine Wiedereröffnung des ruhend gestellten Fachgeschäfts für Alarmanlagen sei nicht gedacht, versicherte Soyer. Das Stillschweigen des Technikers gegenüber den Medien, war angeblich eine Bedingung der Justiz für seine vorzeitige Entlassung, wie "Wien heute" berichtet.

"Ausgezeichnete Führung" bescheinigt
Nach Verbüßung der Strafhälfte können rechtskräftig abgeurteilte Täter ihre vorzeitige bedingte Entlassung beantragen. Das zuständige Vollzugsgericht Steyr hatte im Fall des Wieners dagegen keine Einwände. "Es stehen dem weder spezial- noch generalpräventive Gründe entgegen", hieß es seitens des Gerichts. Dem früheren Alarmanlagenbauer wurde außerdem eine "ausgezeichnete Führung" bescheinigt, zudem habe er ein gesichertes Entlassungsumfeld.

(apa/red)