Fakten von

Salah Abdeslam
in Café in Brüssel

Paris-Attentäter besuchte Café nur einen Tag nach dem grauenhaften Anschlag

Fakten - Salah Abdeslam
in Café in Brüssel © Bild: AFP PHOTO / POLICE NATIONALE/Getty images

Salah Abdeslam, der nach wie vor flüchtige Paris-Attentäter, soll einen Tag nach dem grauenhaften Anschlag in Frankreichs Hauptstadt ein Café in Brüssel besucht haben. Wie ist das möglich, rangiert Abdeslam zur Zeit doch auf der Liste der meistgesuchten Männer in Europa ganz oben?

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Am 14. November, einen Tag nach den Anschlägen in Paris, erhält Ali Oulkadi einen Anruf. Er sollte einen Freund und eine weitere Person von einer U-Bahnstation in Laeken, einem Vorort im Nordwesten Brüssels, abholen. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich bei besagtem Freund um Salah Abdeslam.

"Er wusste nicht, dass es Salah war und hat ihn auch nicht sofort erkannt, da er eine Kappe trug", erklärt Oulkadis Anwalt Olivier Martins gegenüber "CNN". "Im Auto hat ihm Salah dann erzählt, dass sein Bruder, Brahim, in Paris Menschen getötet und sich selbst in die Luft gesprengt hat", schildert der Anwalt das Zusammentreffen.

Für Oulkadi war diese Information laut Martins ein Schock, kannte er Salah und Brahim doch noch aus Kindertagen. "Er konnte es nicht verstehen und konnte nicht klar denken", erläutert Olivier. Auf dem Weg zurück in die Brüsseler Gemeinde Schaerbeek hielt das Trio an und besuchte ein Café. Oulkadi trifft seinem Anwalt zufolge keine Mitschuld an dem Attentat, hat er Abdeslam doch lediglich von einem Ort zu einem anderen geführt.

Abdeslam in Syrien?

Indes geht man davon aus, dass sich Salah Abdeslam in Syrien aufhalten könnte. Französische Geheimdienste vermuten, dass der 26-Jährige nach Syrien geflüchtet sei, zitierte der Sender CNN nicht näher genannte Ermittler- und Antiterrorismuskreise.

Welche Rolle Abdeslam bei den Attentaten vom 13. Jänner in Paris tatsächlich gespielt hat, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass er jene drei Attentäter zum Stade de France im Norden von Paris fuhr, die sich vor dem dortigen Stadion in die Luft sprengten.

Mittlerweile sollen auch die belgischen Behörden davon ausgehen, dass sich Abdeslam nicht länger im Land aufhält, wie die Nachrichtenwebsite "Politico" unter Berufung auf einen Geheimdienstmitarbeiter berichtete. "Wir waren uns ziemlich sicher, dass er wieder ins Ausland gereist ist", zitierte ihn das Webportal.


+++ DIE WICHTIGSTEN EREIGNISSE DES TAGES +++


Bundeswehr soll in Syrien Luftraum überwachen

Die deutsche Bundeswehr soll sich in Syrien und auch in den umliegenden Meeren mit See- und Luftraumüberwachung, Aufklärung und Begleitschutz durch Marineschiffe am Kampf gegen den IS beteiligen. Das geht aus dem Mandatstext des Verteidigungs- und Außenministeriums hervor, der am Dienstag vom Kabinett verabschiedet werden soll. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warb dafür, "alle Kräfte" für den Kampf gegen den IS zu mobilisieren - auch die syrischen Regierungstruppen.

Nach dem grünen Licht des Kabinetts ist für den Bundeswehreinsatz noch die Zustimmung des Bundestags nötig. Dem Mandatstext zufolge sollen bis zu 1.200 Soldaten "Frankreich, Irak und die internationale Allianz in ihrem Kampf gegen IS" unterstützen. Damit ist der Einsatz nicht auf Hilfe für Frankreich beschränkt.

Zum Auftrag gehören Luftbetankung, See- und Luftraumüberwachung, Aufklärung, Begleitschutz des Marineverbandes, Informationsaustausch sowie Einsatz in den Hauptquartieren der Partnerstaaten. Die Bundesregierung hatte schon konkret den Einsatz von Recce-Aufklärungstornados sowie einer Fregatte als Begleitschiff für den französischen Flugzeugträger angeboten. Wie viele Soldaten für welche Aufgaben entsandt werden, wird in dem Mandat nicht genau festgelegt.

USA verschärfen erneut Einreisebestimmungen

Die USA haben nach den Terrorattacken von Paris erneut ihre Einreisebestimmungen verschärft. Besucher aus 38 Staaten, darunter Österreich, werden künftig strenger durchleuchtet. Betroffen ist das "Visa Waiver Program", mit dem Bürger der teilnehmenden Staaten ohne Visum für bis zu drei Monate in die USA reisen können. Das US-Heimatschutzministerium wird etwa künftig mehr Informationen über mögliche vorherige Besuche von Einreisewilligen in Ländern sammeln, "die einen sicheren Hafen für Terroristen bieten", hieß es. Bereits Ende 2014 erließ die US-Regierung neue Bestimmungen, nach denen weitere Reisepass- und Kontoinformationen angegeben werden müssen.

Franzosen wollten zum IS in Libyen

Zwei Franzosen sind Mitte November in Paris inhaftiert worden, weil sie versucht haben sollen, sich dem IS (Daesh) in Libyen via Tunesien anzuschließen. Es handle sich um den ersten derartigen Fall in Frankreich, teilten Justizkreise mit. Den Angaben zufolge wurden die beiden Männer im Alter von 19 und 20 Jahren in Südtunesien nahe der Grenze zu Libyen festgenommen. Sie sollen sich vor ihrer Abreise aus Frankreich nicht gekannt haben. Die Verdächtigen seien am 13. November den französischen Behörden übergeben worden. Die Männer hätten ausgesagt, sie wollten in Libyen ein Training absolvieren, um danach für den IS in Syrien zu kämpfen.

Wieder Durchsuchungen in Brüssel

Im Brüsseler Stadtbezirk Molenbeek hat es am Sonntagabend erneut Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Pariser Terroranschlägen vom 13. November gegeben. Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam wurde aber nicht gefunden und sei weiter flüchtig, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Bei der Aktion habe es keine Festnahmen gegeben.

Abdeslam war mit den mutmaßlichen Attentätern von Brüssel nach Paris gereist und gilt in Belgien als Staatsfeind Nummer Eins. Die Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt war am vergangenen Donnerstag von der höchsten Kategorie vier auf drei heruntergestuft worden. Damit gilt die Bedrohung durch einen Anschlag nur noch als "möglich und wahrscheinlich", nicht mehr als "ernstzunehmend und nahe bevorstehend".

Scherzbold verursachte Anti-Terroreinsatz in Brüssel

Ein Scherzbold hat Sonntagabend einen Anti-Terroreinsatz der Polizei in Brüssel verursacht. Wie die Zeitung "Le Soir" am Montag berichtete, muss der in Molenbeek lebende Mann damit rechnen, zumindest die Kosten des Einsatzes zu bezahlen. Er wurde polizeilich überprüft.

Die Sicherheitskräfte hatten nach einem Hinweis Hausdurchsuchungen in zwei Straßen von Molenbeek durchgeführt, in der Rue de l'Independence und der Rue de la Campine. Der Anrufer lebte in dem Viertel, in dem vermutet wird, dass sich der Terrorverdächtige Salah Abdeslam verstecken könnte. Bei der Aktion hat es keine Festnahmen gegeben.

Anti-Terror-Plan für Venedig

Nach den Paris-Attentaten arbeitet das italienische Innenministerium an einem Sicherheitsplan für Venedig. "Venedig ist eine Symbolstadt. Wir arbeiten daran, sie besser zu schützen. Wegen seiner Eigenschaften ist für Venedig ein Sonderplan vorgesehen", sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano.

Italiens oberster Polizeichef Alessandro Pansa erklärte, dass ganz Italien vom Terrorismus gefährdet sei. "Mit unseren Sicherheitsvorkehrungen wollen wir die Risiken aufs Minimum drücken. Bis jetzt ist es uns gelungen und wir hoffen, so weiterzumachen", betonte Pansa. 60 Personen habe Italien bereits seit Anfang des Jahres wegen terroristischer Propaganda ausgewiesen. Der Präsident der Region Veneto, Luca Zaia, hatte zuletzt zur Ergreifung besonderer Sicherheitsmaßnahmen für die Karnevalswoche in Venedig aufgerufen, die Millionen von Menschen in die Lagunenstadt lockt. Zaia erklärte, man müsse den Zugang zu Venedig regeln und Kontrollen einführen.

Italien hat nach den Anschlägen in Paris die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Angesichts der erhöhten Terrorgefahr sollen zusätzliche 2.000 Soldaten und Polizisten in Rom während des am 8. Dezember beginnenden Jubiläumsjahres zum Einsatz kommen. Metalldetektoren sollen im Kolosseum aufgestellt werden. Ab Dezember werden sich Touristen, die Roms Wahrzeichen besuchen wollen, Sicherheitskontrollen unterziehen müssen.

Arabische Touristinnen sollen Burka ablegen

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat einen klaren Standpunkt zum Thema Verschleierung. Sie fordert ein Burkaverbot nicht nur für Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, sondern auch für jene, die sich nur temporär im Land aufhalten. In diesem Fall für Touristinnen aus dem arabischen Raum. "Hier geht es hauptsächlich darum, Gesicht zu zeigen. Es geht um das gesellschaftliche Zusammenleben, das sichtbare Gegenüber. Es passt nicht in unsere Kultur, sich zu verbergen – und es widerspricht unserer Vorstellung von einer Gleichstellung der Frau", erklärt die CSU-Politikerin gegenüber "welt.de".

Und weiter: "Das Gesetz sollte schnell vom Bundestag verabschiedet werden." Darüber hinaus fordert Aigner von Deutschlands Muslimen, Bekenntnis gegen den Islamismus abzulegen. "In dem Zusammenhang erwarte ich mir von den Muslimen, die bei uns leben, ein klares Wort. Die muslimischen Verbände sollten sich noch stärker zusammenschließen und gegen den Islamismus ihre Stimme erheben", so Aigner.

Obama und Hollande gedenken der Terroropfer

US-Präsident Barack Obama hat nach seiner Ankunft in Paris einen der Schauplätze der jüngsten Terroranschläge besucht und dort der Opfer gedacht. Nach seiner Landung in der französischen Hauptstadt fuhr Obama am frühen Montagmorgen zum Musikclub "Bataclan", in dem am 13. November etwa 90 der insgesamt 130 Menschen von Islamisten ermordet wurden.

Dort wurde er vom französischen Staatschef Francois Hollande und der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo erwartet. Sie legten gemeinsam Blumen vor dem Club ab. Ein starkes Polizeiaufgebot hatte schon vor dem Eintreffen der beiden Präsidenten den Boulevard Voltaire vor dem "Bataclan" weiträumig abgeriegelt. Seit den jüngsten Terroranschlägen herrscht Ausnahmezustand in Frankreich.

Kommentare

Oberon
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Es gibt sicher auch bei anderen Religionen fundamentalistische Auslegungen, aber nicht in dieser extremen Art, wie beim Islam. Kaum ein Tag vergeht, wo die Welt nicht mit Horrormeldungen im Namen Allahs und seines Propheten Mohammed konfrontiert werden. Einerseits verstehe ich, dass darüber berichtet werden muss, andrerseits rückt man diese Religion und deren Gläubige dadurch in den ......

Oberon
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...Mittelpunkt des Weltgeschehens, und das ist genau das, was "sie" wollen.
Wer immer in Österreich die Trennung von Staat und Religion zu verantworten hat, war ein Politiker mit Weitblick. Als abtrünnige Katholikin und nicht obrigkeitshöriger Mensch wäre es für mich unmöglich, von der kath. Kirche das Umhängen eines Kreuzes verordnet zu bekommen. Das mache ich freiwillig, oder gar nicht!

Ununterbrochen redet man vom Islam und Muslimen. Was die möchten, was ihnen zusteht, wie sich beleidigt fühlen. Wer fragt Hindus, Christen, Juden wie beleidigt sie sich von diesen Zuwanderern fühlen, die fordern ohne etwas leisten? Wie lange lassen sich
Menschen ohne Religionsbekenntnis diesen Terror noch gefallen? Niemand hat das Recht andere zu belästigen. Wir nennen das Demokratie.

Burkas haben in Europa nichts verloren, Die eigenartige Verkleidung mittels Tüchern von Frauenköpfen ist eine aggressive Zurschaustellung einer Religionszugehörigkeit die mit freier Religionsausübung nichts zu tun hat. Sie beleidigt jene, welche keiner Religion angehören.
In öffentlichen Gebäuden muss das verboten sein, wie es das schon in Ö. gab. Passfotos mit einem Tüchel sind nicht erlaubt.


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