Fakten von

Saisonende für Mayer
nach Gröden-Sturz

Zwei Brustwirbel gebrochen: Verletzung weit schwerer als zunächst vermeldet

Matthias Mayer © Bild: Alexis Boichard/Agence Zoom/Getty Images/AFP

Österreichs Herren-Ski-Team muss einen weiteren schmerzhaften Saison-Ausfall verkraften. Bei Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer wurden komplizierte Brustwirbel-Frakturen in der Nacht auf Sonntag im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck operativ behandelt, er fällt für die kommenden Monate aus. Der Kärntner hatte sich am Samstag bei einem schweren Sturz in der Gröden-Abfahrt verletzt.

Wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) Sonntagfrüh mitteilte, stellte sich bei einer neuerlichen Untersuchung in Innsbruck heraus, dass der sechste und siebente Brustwirbel des Sportlers gebrochen waren. Beim siebenten Brustwirbel handelte es sich demnach um eine instabile Fraktur.

Bei dem operativen Eingriff wurde laut ÖSV der Bereich vom fünften bis zum achten Brustwirbel verschraubt. Für Mayer ist die Saison damit frühzeitig beendet. "Es hätte viel schlimmer sein können. Da wächst alles wieder zusammen", klang der 25-Jährige in einer Presse-Aussendung aber dennoch einigermaßen positiv.

Matthias Mayer
© APA/EXPA/Johann Groder Mayer bleibt dennoch optimistisch

"Matthias geht es den Umständen entsprechend gut. Er muss jetzt mindestens zehn Tage hierbleiben, bevor er in häusliche Pflege entlassen werden kann", erklärte Dr. Michael Gabl, der die Operation in Innsbruck gemeinsam mit Dr. Klaus Galiano durchgeführt hatte.

Am Samstagabend war nach einer MR-Untersuchung in Bozen noch vermeldet worden, dass alleine der siebente Brustwirbel betroffen sei und Mayer nur etwa vier Wochen ausfallen würde. Der Ski-Star wurde anschließend nach Innsbruck verlegt. Dort stellten die Ärzte nach Ansicht der Befunde eine andere Diagnose und entschlossen sich zur sofortigen Operation.

Unglückliche Serie

Der Ausfalls des Kärntners ist die nächste Hiobsbotschaft für den ÖSV, der in den vergangenen Wochen und Monaten schon mehrere schlimmere Verletzungen im Alpin-Team kommunizieren musste. Nach Damen-Zugpferd Anna Fenninger (multiple Bänderrisse im Knie) traf es unter anderem Joachim Puchner (Patellarsehne), Elisabeth Kappaurer (Knorpelschaden im Knie), Thomas Mayrpeter (Kreuzbandriss), Markus Dürager (Schien- und Wadenbeinbruch) sowie Kerstin Nicolussi (Kreuzbandriss) schwer.

Mayer war beim Abfahrts-Klassiker auf der Saslong nach den berühmten Kamelbuckeln schwer gestürzt. Der Abfahrts-Olympiasieger 2014 verlor nach einer Welle die Kontrolle und krachte nach einer 180-Grad-Drehung in der Luft hart mit dem Rücken auf der Piste auf. Sein Airbag, der sich binnen Sekundenbruchteilen aufpumpte, verhinderte wahrscheinlich eine noch schlimmere Verletzung.

Erstmals Airbag im Einsatz

Bei dem Sturz war erstmals im alpinen Skiweltcup ein Airbag ausgelöst worden. Das "D-air"-System der italienischen Firma Dainese soll Oberkörper und Nacken der Rennläufer schützen, wird aus unterschiedlichen Gründen derzeit aber nur von wenigen Athleten verwendet.

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum war überzeugt, das der Airbag Mayer vor Schlimmeren bewahrt hat. "Ich glaube, dass der Airbag den er verwendet hat, wahrscheinlich schwerere Verletzungen verhindert hat", sagte Pum im ORF-Fernsehen. "Matthias ist bei 120 km/h aus enormer Höhe im Flachen direkt auf den Rücken und das Becken gestürzt", betonte Pum. Der Oberösterreicher ist überzeugt: "Man wird auch aus diesem Unfall Schlüsse für die weitere Entwicklung des Airbags ziehen können."

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