So bitte nicht! von

Diese drei Sätze
killen jede Beziehung

Paartherapeutin warnt: Was Sie keinesfalls zu Ihrem Partner sagen sollten

Mann und Frau streiten sich © Bild: iStockphoto.com

Die folgenden drei Sätze sind Gift für jede Beziehung. Und dennoch kommen sie vielen immer wieder über die Lippen. Das weiß Dr. Alexandra Solomon aus ihrer beruflichen Praxis nur allzu gut. Solomon ist Paartherapeutin - und kennt folglich nicht nur das Problem, sondern auch dessen Lösung.

Der US-amerikanische Psychologe John Gottman bricht das Geheimnis der Liebe auf eine einfache Formel herunter: die 5:1-Formel. Damit die Liebe wachsen kann, muss die Zahl der positiven Interaktionen zwischen den Partnern fünf mal so groß sein wie die der negativen. Rick Hanson, ebenso US-amerikanischer Psychologe, gibt zu bedenken, dass unser Gehirn darauf trainiert ist, negative Informationen geradewegs aufzusaugen, während positive oft klanglos verhallen.

Eine abfällige Bemerkung gräbt sich demnach tief in unsere grauen Zellen ein, während Komplimente und nette Gesten wenig Beachtung finden. Das haben wir der Evolution zu verdanken - um all jenen Gefahren wachsam gegenüber zu stehen, die unseren Vorfahren das Leben hätten kosten können. Nur dass die Wahrscheinlichkeit, von einem Säbelzahntiger gefressen zu werden, heute um einiges geringer ist.

Die Tendenz, aus einem Gespräch eher die negativen als die positiven Botschaften herauszufiltern, ist uns dennoch eigen. Umso mehr müssen wir aufpassen, wie wir die Botschaften, die wir an unseren Partner richten, verpacken. Gegenüber "Psychology Today" formuliert die Paartherapeutin Solomon drei Sätze, die in einer Beziehung (und auch sonstwo) nichts verloren haben.

1. Wenn Du mich lieben würdest, würdest Du ...

Hinter dieser Aussage verbirgt sich in der Regel ein ganz konkreter Wunsch. Das Problem dabei ist bloß, dass der Partner den Spieß leicht umdrehen kann. In etwa so: "Wenn Du mich lieben würdest, würdest Du mich nicht darum bitten, dass ...". Keine Frage! Es gibt konstruktivere Arten, ein Gespräch zu führen. Solomon rät zum Beispiel zu folgender Formulierung: "Ich tue mir so schwer zu verstehen, was Dich davon abhält, das zu tun. Ich erkläre es mir damit, dass Du mich nicht besonders liebst." Hm. In unseren Augen immer noch nicht das Gelbe vom Ei. So nimmt man dem Partner zwar die Chance, denn Ball zurückzuspielen, stellt aber immer noch eine der Grundmauern der Beziehung infrage. Zugegeben, eine Aussage, wie die Expertin sie formuliert hat, wird das Gegenüber vermutlich eher dazu anregen, über den Inhalt der Botschaft nachzudenken. Vielleicht aber könnte man den Zweifel an den Gefühlen des anderen komplett außen vor lassen. Und sich inhaltlich auf den Wunsch an sich konzentrieren?!

2. Warum ist es nicht mehr so, wie es einmal war?

Das Rad der Zeit dreht sich weiter. Auch in der Beziehung. Sich daher zu wünschen, dass "alles so ist wie früher", ist unrealistisch. Und hinderlich. Hinderlich insofern, als dass man sich auf diese Weise selbst die Möglichkeit nimmt, die Beziehung seinen Wünschen entsprechend zu gestalten. Die Expertin rät: Überlegen Sie sich, was konkret Sie sich wünschen. Genau hier und genau jetzt. Und machen Sie es zum Thema. Zum Beispiel: "Ich will, dass wir zusammen ausgehen. So, wie wir es früher gemacht haben". Macht Sie diese Forderung verletzlicher? Ja. Weil Sie einen Wunsch äußern, der rein theoretisch auch abgewiesen werden kann. Doch viel wichtiger: Wer so vorgeht, gelangt eher zum erhofften Ziel. Und wer weiß, vielleicht flattert dann ja auch wieder der eine oder andere Schmetterling durch Ihren Bauch.

3. Du bist wie Deine Mutter/Dein Vater!

Solange man diesen Satz nicht als Kompliment versteht, was zugegebenermaßen in den seltensten Fällen vorkommt, sollte man ihn seinem Partner gegenüber auch nicht aussprechen. Auch wenn ein Funken Wahrheit drinnen steckt. Denn eines ist Solomon zufolge sicher: Mit einer Aussage wie dieser brechen Sie einen Streit vom Zaun. Der Partner wird mit Abwehr und Verteidigung reagieren. Keine gute Basis für ein klärendes Gespräch. Die Expertin rät daher dazu, das spezielle Verhalten zu beschreiben, an dem Sie sich stoßen. Und dem Partner zu erklären, was es innerlich bei einem bewirkt. Etwa: "Du sprichst gerade sehr laut. Wenn Du das machst, fühle ich mich frustriert und würde mich am liebsten zurückziehen." Auf diese Weise fühlt sich der Partner nicht angegriffen, wodurch es ihm wiederum leichter fällt, eher auf Ihren Wunsch, seine Verhaltensänderung betreffend, einzugehen.

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