Sadr-Miliz zieht sich nach Aufruf zurück:
Schiitenführer beendet Aufstand im Irak

Situation in Basra beruhigt sich nach Aufruf Sadrs USA töten 41 schiitische Aufständische in Bagdad

Sadr-Miliz zieht sich nach Aufruf zurück:
Schiitenführer beendet Aufstand im Irak © Bild: Reuters/Hassan

Nach tagelangen blutigen Kämpfen mit irakischen Regierungstruppen haben sich die Gefolgsleute des radikalen Schiitenführers Muktada al-Sadr aus den Straßen von Bagdad und Basra zurückgezogen. Die Milizionäre folgten in den schiitischen Hochburgen der Hauptstadt Sadr City und Kadhimija dem Rückzugsaufruf Al-Sadrs. Auch im südirakischen Basra, wo die Kämpfe begonnen hatten, blieb es demnach ruhig. Im Osten und Nordosten Bagdads tötete die US-Armee bei Kämpfen mit schiitischen Milizionären 41 Aufständische, wie die Streitkräfte mitteilten.

"Wir gehorchen den Anordnungen Muktadas", sagte der Sprecher der Sadr-Miliz, Hamdalla al-Rekabi, im Westen Bagdads. Trotz ihrer Rückzugsbereitschaft seien die Gefolgsleute von Sadr aber erneut bombadiert worden, fügte er hinzu. Nach Angaben der US-Streitkräfte kamen am Sonntag 41 "Kriminelle" bei Luftangriffen und Kampfeinsätzen im Osten und Nordosten Bagdads ums Leben gekommen. Damit stieg die Zahl der Toten bei den tagelangen blutigen Gefechten im Irak auf mehr als 320, davon mindestens 140 in Bagdad.

"Es gibt keine Milizionäre auf den Straßen", sagte ein Händler in Sadr City. In der Hochburg der Milizen galt weiterhin eine Ausgangssperre. Für den Rest der Stadt war diese Beschränkung am Montagmorgen aufgehoben worden. Die Bewohner von Sadr City durften nur zu Fuß das von irakischen Soldaten umstellte Viertel verlassen. Nach Angaben von Anwohnern postierten sich Scharfschützen auf den Dächern. Die US-Armee kontrollierte die Zugänge. Dem Händler zufolge waren die Geschäfte in Sadr City jedoch wieder geöffnet. Die Normalität kehre zurück, sagte er.

In anderen Vierteln Bagdads wagten sich nach dem Ende der Ausgangssperre am Morgen Autofahrer und Fußgänger wieder auf die Straße, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Auch im südirakischen Basra wurde die Ausgangssperre aufgehoben.

Die Kämpfe zwischen Al-Sadrs Mahdi-Miliz und den irakischen Sicherheitskräften hatten am Dienstag in der Ölstadt Basra begonnen und sich auf mehrere Städte des Landes ausgeweitet. Die Al-Sadr-Bewegung verfügt über großen Einfluss in der Bevölkerung und fordert ein größeres politisches Mitspracherecht. Nach den tagelangen Gefechten rief Al-Sadr seine Gefolgsleute am Sonntag zum Rückzug auf. Die irakische Regierung begrüßte den Schritt.

(apa/red)