Sadomaso von

»Bitte, bitte schlag mich nicht!«

Janina Lebiszczak schreibt als "Pandora" über Sex

Sadomaso - »Bitte, bitte schlag mich nicht!« © Bild: NEWS

Sich der Lächerlichkeit preiszugeben ist nur eines der Opfer, das wir auf dem Altar der Liebe bringen. Mal ehrlich: Wie oft haben Sie sich verbogen, psychisch wie physisch – nur um zum Abschluss zu kommen? Eben.

Ich habe mich in einer wagemutigen Phase meines Lebens sogar in eine einschlägige (sic!) Sadomaso-Kaschemme getraut. Weil sich der damalige Flirt ein erfülltes Sexualleben nicht ohne Popo-Klatsch vorstellen wollte. Damit war er seiner Zeit voraus, wenn man bedenkt, dass heute schon 15-Jährige fröhlich zu Rihannas Song „S&M“ mitsingen: „Chains and whips excite me!“ Anyway: Ich saß also im Café Peitschenschlag, welches früher ganz eindeutig als griechisches Restaurant diente (alles, was einst blau bepinselt war, hatte man einfach schwarz übermalt), und harrte der Dinge. Der in Gummi gewandete Servierkörper brachte mir (zwecks Enthemmung) einen Triple Gin Tonic und – wider Erwarten – ein mit Schreibmaschine verfasstes Regelwerk. Darin wurde detailliert erörtert, wer wen wie verhauen darf und natürlich wann, welches Outfit dabei zu tragen sei, wie man dieses ordentlich säubert und mit welchem Wort man dem Spiel mit Macht und Ohnmacht schließlich ein adäquates Ende setzt. Noch während ich mein persönliches „Codewort“ begrübelte („Bussibär“, „Oklahoma“?), wurde mir bewusst, wie wenig SM offenbar dem Gedanken der freien Liebe entspricht. Da gibt es in jedem Kegelverein weniger Statuten. Sind Sadomasochisten bloß in Leder gewandete Spießer? Keine Ahnung. Falls ich Rihanna treffe, werde ich sie fragen.

Pandora im Radio: Jeden 6. um 23 h auf 88.6