Baldige Lösung? von

Russland fordert Ende des Blutvergießens in Ostukraine

Präsident Petro Poroschenko wird "Vernichtung des eigenen Volkes" vorgeworfen

Ukraine © Bild: REUTERS/Maxim Zmeyev

Der Chef des russischen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, hat ein Ende des Blutvergießens in der Ostukraine gefordert. Kiews Führung müsse aufhören, "in vollem Umfang die Armee einzusetzen", sagte Patruschew in einer am Sonntag ausgestrahlten Sendung des russischen Staatsfernsehens Rossija 24.

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Er warf Kiew die "Vernichtung des eigenen Volkes" vor. Der am Samstag in Kiew vereidigte Präsident Petro Poroschenko hatte einen Friedensplan für die Krisenregionen Donezk und Lugansk angekündigt.

Militante prorussische Separatisten im Gebiet Donezk berichteten erneut von schwerem Beschuss durch ukrainische Regierungstruppen in der Stadt Slawjansk. "Das zeigt die aggressiven Absichten von Petro Poroschenko gegen uns", sagte Miroslaw Rudenko, einer der Anführer der Aufständischen.

"Er will friedliche Lösung erschweren"

"Er will mit uns nicht in der Sprache der Diplomatie reden. Natürlich wird das eine friedliche Lösung erschweren", sagte Rudenko. Die selbst ernannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk erkennen die proeuropäische Regierung in Kiew nicht an. Sie streben nach einer Eigenständigkeit als neuer Staat Noworossija (Neurussland).

Keine Mehrheit für EU-Beitritt

Die EU ist aus Sicht des französischen Außenministers Laurent Fabius noch nicht zur Aufnahme der Ukraine bereit. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko habe bei seiner Amtseinführung "eine sehr proeuropäische Rede gehalten, vielleicht noch bevor die Mitgliedstaaten der EU dazu bereit sind, (einen Beitritt) zu akzeptieren", sagte Fabius am Samstagabend dem französischen Sender i-Tele.

Für Poroschenkos Sichtweise, dass das geplante Assoziierungsabkommen die erste Stufe des EU-Beitritts darstelle, sehe er in Gesprächen mit den europäischen Partnern "keine Mehrheit, das ist klar".

Die Ukraine liege zwar in Europa, müsse aber "gleichzeitig gute Beziehungen zur EU und zu Russland unterhalten", sagte Fabius nach seiner Rückkehr von der Zeremonie zur Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten in Kiew. Poroschenkos Amtsantritt und die Annäherung zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande der D-Day-Feierlichkeiten in der Normandie markierten "möglicherweise den Beginn einer Deeskalation" in den Beziehungen beider Länder.

Flughafen von Luhansk offenbar von Separatisten angegriffen

Prorussische Separatisten haben Samstagabend und Sonntag früh offenbar den internationalen Flughafen von Luhansk angegriffen, der als eine der wenigen Einrichtungen in der ostukrainischen Region unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte steht. "Sie versuchen offensichtlich, das Gebäude für die Stromversorgung des Airports zu zerstören", sagte einer der Soldaten, die den Flughafen verteidigen.

Nach seinen Angaben wurde von seiner Truppe niemand verletzt. Von Seiten der Separatisten wurden die Angriffe zunächst nicht bestätigt.

Kommentare

Save Donbass people from ukrainian army

Es läuft gerade gut für Putin. Die Regierung in Kiew benötigt Geld, Gas, und muss einsehen, dass sie nicht die Kontrolle über den Osten des Landes und die Grenzen hat.
Jetzt muss Putin nur warten, bis alle an den Verhandlundtisch kommen und dann kann er seine Forderungen auf den Tisch legen.
Und die Reise in die Normandie zeigte der Weltöffentlichkeit, dass Putin
nicht geächtet ist.

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