Russland und Ukraine auf Kuschelkurs:
Streitigkeiten um Gaslieferungen beigelegt

Präsident Putin: Auf neue Liefermengen geeinigt Timoschenko sichert reibungslosen Transit zu

Russland und Ukraine auf Kuschelkurs:
Streitigkeiten um Gaslieferungen beigelegt © Bild: APA/EPA/Prokopenko

Russland und die Ukraine haben ihre jüngsten Spannungen über Gaslieferungen beigelegt. Die Energieriesen beider Länder, Gazprom und Naftogaz, hätten sich auf neue Liefermengen geeinigt, sagte Russlands Ministerpräsident Putin nach einem Gespräch mit seiner ukrainischen Kollegin Timoschenko in Jalta auf der ukrainischen Halbinsel Krim.

Naftogaz hatte erklärt, zum Kauf von 52 Milliarden Kubikmetern Gas aus Russland vertraglich verpflichtet zu sein, obwohl die Ukraine in diesem Jahr lediglich etwas mehr als die Hälfte davon benötige. Dem ukranischen Energiekonzern drohten empfindliche Geldbußen für den Fall, die festgelegte Gasmenge nicht vollständig abzunehmen. Timoschenko hatte zuvor angedroht, die Gebühren für den Transit von russischen Gas durch die Ukraine nach Europa ab dem 1. Jänner 2010 verdoppeln zu wollen.

Timoschenko sichert Bezahlung zu
Jetzt versicherte Timoschenko ihrem russischen Kollegen Putin, dass ihr Land seine Rechnungen für Gaslieferungen rechtzeitig bezahlen werde. Kiew werde außerdem alle seine Verpflichtungen als Transitland für russische Gaslieferungen in Richtung Westen erfüllen.

Putin hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass Russland die Gaslieferungen in die Ukraine erneut stoppen könnte, falls die Rechnungen nicht bezahlt würden. Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für russische Gaslieferungen an EU-Länder. Im vergangenen Winter hatte Moskau Kiew im Streit über unbezahlte Rechnungen den Gashahn zugedreht. Der Lieferstopp führte auch in der EU zu Versorgungsengpässen. Ein Viertel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland, 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert. (apa/red)