Russland 2018 von

Splitter zur
Fußball-WM

Russland 2018 - Splitter zur
Fußball-WM © Bild: FRANCK FIFE / AFP

Was passiert abseits des Spielfelds? Splitter von der Fußball-WM 2018 in Russland.

THEMEN:
»Freitag, 22. Juni 2018«

Erdogan-Besuch weiterhin Thema

Der Besuch der türkischstämmigen Fußaller Mesut Özil und Ilkay Gündogan beim türkischen Machthaber Recep Tayyip Erdogan beschäftigt Deutschland weiter. Der deutsche Ex-Internationale Uli Borowka will deshalb alle seine DFB-Erinnerungsstücke zugunsten seines gemeinnützigen Vereins verkaufen. "Ich war mal stolz, Nationalspieler zu sein. Ich war stolz, den Adler auf der Brust zu tragen. Aber nach der Affäre habe ich damit abgeschlossen. Alles, was mit dem DFB zu tun hat, möchte ich nicht mehr haben", sagte Borowka der Tageszeitung "Rheinische Post". Seiner Meinung nach hätte der DFB Özil und Gündogan aus dem Kader werfen müssen.

© Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via Reuters

Verwirrung um Größe des Schweizer Mittelfeldstars Shaqiri

Der Schweizer Mittelfeldstar Xherdan Shaqiri hat bei der Fußball-WM in Russland einen großen Sprung gemacht. Als der Weltverband (FIFA) vor dem Turnier die Kader der 32 Teams bekannt gab, wurde Shaqiri mit einer Größe von 1,65 Meter geführt. Nun steht auf den Spielerlisten hinter dem Namen des früheren Bayern-Profis, dass er 1,69 Meter groß ist. Grund: Der FIFA war zunächst wohl ein Fehler unterlaufen. Denn auf Shaqiris Homepage und auf der des Schweizer Fußball-Verbandes stand die ganze Zeit, dass der kleine Wirbelwind 1,69 Meter groß ist.

Russland-Coach wird zum Graffiti-Star

Russland-Coach Stanislaw Tschertschessow ist dank des erstmaligen Aufstiegs einer russischen Fußball-Nationalmannschaft in die zweite WM-Runde seit 32 Jahren zum Graffiti-Star geworden. "Wir mussten es einfach tun", erklärte ein lokaler Künstler das an einer Moskauer Straßenkreuzung aufgesprayte Wandgemälde, das den schnauzbärtigen Trainer zeigt. "Er ist eine Schönheit, einfach kosmisch", lautet die Ode an den stämmigen und kahlköpfigen ehemaligen Tormann des FC Tirol. Ein Passant hatte freilich Zweifel an weiteren russischen WM-Erfolgen. "Sie mussten das sofort machen. Wer weiß, was nächste Woche passiert.

Drei Schweizer mit dem Traktor zur WM

Wie schon ein Deutscher Fan sind auch drei Schweizer mit dem Traktor zur WM nach Russland gefahren. Rund 1.800 Kilometer hat das Trio dabei in 14 Tagen zurückgelegt. "Unglaublich, was man da alles zu sehen bekommt", sagte Beat Studer, dem der Traktor "Gritli" gehört, der Schweizer Zeitung "Blick". Bis auf ein kaputtes Katzenauge am Traktor kamen die Drei am Donnerstag ohne Probleme in Kaliningrad an.

Portugal nimmt Argentiniens drohendes WM-Aus als Warnung

Europameister Portugal nimmt das drohende WM-Aus von Fußball-Vizeweltmeister Argentinien auch als Warnung. "Der Fall Argentinien zeigt, wie groß die Qualitäten der Mannschaften sind und wie hoch der Schwierigkeitsgrad bei einer WM ist", sagte Abwehrspieler Jose Fonte. "Es gibt keine leichten Spiele." Die Portugiesen haben mit vier Punkten nach zwei Spielen zwar gute Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales in Russland. Einen Ausrutscher gegen Iran am kommenden Montag in Saransk darf sich die Mannschaft um den viermaligen Torschützen und Superstar Cristiano Ronaldo aber nicht erlauben.

© APA/AFP/Johannes Eisele
»Donnerstag, 21. Juni 2018«

Beckenbauer sieht deutsche Parallele zu 1974

Nach dem schwachen WM-Auftakt setzt Franz Beckenbauer auf eine deutliche Reaktion der deutschen Mannschaft. "Mit dem Künstlerischen muss Schluss sein. Wenn wir so bewegungsarm wie gegen Mexiko weiterspielen, gewinnen wir nichts mehr", sagte der Weltmeister von 1974 der "Bild" (Donnerstag). Beim 72-Jährigen kamen Erinnerungen an die WM 1974 in Mexiko hoch. Nach dem 0:1 gegen die DDR "sind bei uns im Quartier in Malente die Fetzen geflogen. Bei ein paar Flaschen Wein haben wir uns die Meinung gegeigt." Mit anschließend vier Siegen sicherten sich die Deutschen damals die WM-Krone.

Beckham tippt auf Finale England-Argentinien

Englands Fußball-Legende David Beckham tippt auf ein Finale England gegen Argentinien. "Ich bin sehr glücklich, dass England sein erstes Match gewonnen hat", sagte Beckham bei einer Veranstaltung in Peking. "Die Engländer haben eine sehr junge Mannschaft." Den Chinesen prophezeite er bei diesem Anlass, künftig eine große Fußball-Nation zu werden.

© APA/AFP/Martin BUREAU

Burger King nahm fragwürdige Kampagne vom Markt

Die Fastfood-Kette Burger King hat sich für eine Anzeigenkampagne in Russland entschuldigt. Sie hatte Frauen die lebenslange Versorgung mit Hamburgern und eine Geldprämie für den Fall in Aussicht gestellt, dass sie von einem WM-Spieler schwanger würden. Ziel sollte sein "die besten Fußballgene zu bekommen" und den Erfolg für das russische Team für Generationen zu sichern". Die Anzeige wurde am Dienstag zurückgezogen, kursiert aber weiter in russischen sozialen Medien. Burger King wolle nun Schritte unternehmen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

Hazard kann Medienberichte nicht ernst nehmen

Belgiens Kapitän Eden Hazard kann Berichte in den heimischen Medien häufig nicht ernst nehmen. Selbst nach dem deutlichen 3:0-Auftakterfolg gegen Panama hatte es kritische Stimmen über die Roten Teufel gegeben. "Ich finde, Kritik muss möglich sein, aber du kannst nicht mehr als dein Maximum geben", sagte Hazard in einem Interview mit der Sportplattform Sporza und dem Sender RTBF.

Island-Fans wanderten nach Russland

Zwei isländische Fans haben die 5.000-km-Strecke aus der Heimat nach Russland in einem Lada zurückgelegt. Der Postangestellte Kristbjorn Hilmir Kjartansson und Student Gretar Jonsson haben für die Reise von Reykjavik nach Wolgograd 14 Tage gebraucht. Die 30-Jährigen hatten das Auto in den Landesfarben Rot, Weiß und Blau bemalt, ehe es per Fähre nach Dänemark und weiter über Deutschland, Polen, Litauen und Lettland nach Moskau ging, wo sie das 1:1 gegen Argentinien sahen. Am Freitag wartet in Wolgograd Nigeria und am Dienstag in Rostow am Don Kroatien auf die Isländer.

Otter sagt: Russland verliert gegen Uruguay

Laut Otter Harry wird Russland sein drittes Gruppenspiel am Montag gegen Uruguay verlieren. Harry hat sich am Mittwoch bei zwei in das Aquarium geworfenen Bällen sofort jenem den Südamerikaner gewidmeten zugewandt. Das Tier-Orakel aus Sotschi hatte die ersten beiden Erfolge des Gastgeber-Teams richtig vorausgesagt. Für die Deutschen sagte er einen Sieg gegen Schweden voraus, Spanien gegen Iran hätte er als ein Remis gesehen. Das Ausgleichstor der Iraner am Mittwoch war jedoch abseits.

"Einwurfkünstler" spielte bei Sturm vor

Für die englische Zeitung "The Mirror" war es der "großartigste Einwurf in der WM-Geschichte". Was der eingewechselte Iraner Milad Mohammadi in der Nachspielzeit bei der 0:1-Niederlage gegen Spanien darbieten wollte, weiß wohl nur er selbst. Der Verteidiger küsste erst den Ball, hob dann den Zeigefinger gen Himmel, machte eine Rolle vorwärts - und stoppte kurz vor der Seitenlinie. Dann warf er den Ball schließlich doch auf herkömmliche Weise zu einem Mitspieler. Mohammadi, der bei Achmat Grosny spielt, absolvierte 2015 übrigens ein Probetraining beim SK Sturm Graz. Trainer Franco Foda entschied sich aber gegen eine Verpflichtung.

Pöltl bleibt bei seinem WM-Tipp Deutschland

Österreichs Basketball-Star Jakob Pöltl verfolgt die WM in Russland im Heimaturlaub in Wien. Das Niveau hat den NBA-Profi der Toronto Raptors bisher nicht restlos überzeugt. "Auch bei ein paar Favoriten habe ich mir gedacht, dass sie besser spielen werden", verwies Pöltl auf die Auftaktpartien von Brasilien oder Deutschland. Sein Weltmeister-Tipp bleiben dennoch die Deutschen. "Mir gefällt auch Belgien", sagte der 22-Jährige über seinen Geheimfavoriten. "Aber ich weiß nicht, ob sie so ganz das Zeug haben, dass sie es bis zum Weltmeister schaffen."

Gesundheitliche Probleme bei Iran-Mitarbeiter

Nach dem nicht gegebenen Ausgleichstor des Irans bei der 0:1-Niederlage gegen Spanien ist ein Mitarbeiter aus dem Betreuerstab mit gesundheitlichen Problemen ins Krankenhaus gebracht worden. Der für Pressearbeit zuständige Mohsen Motamedkia konnte nach einigen Untersuchungen aber wieder entlassen werden, wie ein Sprecher mitteilte. Teamchef Carlos Queiroz sagte, die Gedanken und Gebete des gesamten Teams seien bei Motamedkia.

Dusan Tadic steht vor Wechsel zu Ajax

Der serbische Mittelfeldspieler Dusan Tadic steht vor einem Wechsel von Southampton zu Ajax Amsterdam. Nach Informationen der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf" hat Ajax mit dem 29-Jährigen mündlich bereits Einvernehmen erzielt. Tadic soll eine festgeschriebene Ablösesumme von rund 17 Millionen Euro in seinem Vertrag haben und in Amsterdam einen Vertrag über vier Jahre unterschreiben.

Deutsche bei Isländern zweite Amtssprache

Auf dem Trainingsplatz der isländischen Nationalmannschaft ist Deutsch so etwas wie eine zweite Amtssprache. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind die Teambesprechungen auch teilweise auf Deutsch", sagt Stürmer Alfred Finnbogason vom FC Augsburg. Rurik Gislason vom Zweitligisten SV Sandhausen ist der zweite Deutschland-Profi im Kader. Noch größer ist der Einfluss aber seitens des Trainerstabs: Co-Trainer Helgi Kolvidsson spielte lange in Vorarlberg bei Austria Lustenau, ehe er nach Stationen in Mainz, Ulm, und beim FC Kärnten aktiv war. Athletik-Trainer Sebastian Boxleitner kommt aus Dinslaken am Niederrhein.

»Mittwoch, 20. Juni 2018«

Für Lloyd's holt Frankreich den Titel

Geht es nach dem britischen Versicherungskonzern Lloyd's, dann wird Frankreich nach einem Finalsieg gegen Deutschland Weltmeister. Basierend auf einem Modell, bei dem die Versicherungswerte der Spieler jedes Teams nach Gehalt, Alter, künftigen Einnahmen und Position berechnet wurden, kam Lloyd's bei Frankreich auf einen Wert von 1,6 Milliarden Euro. Sieben Teams, unter ihnen Deutschland, England und Brasilien übertreffen die Milliarden-Grenze. 2014 hatte der Versicherer mit dem gleichen System den Sieg Deutschlands richtig prognostiziert.

Fans als "Saubermänner"

Fußball-Fans aus mehreren Ländern zeigen sich bei der WM in Russland von ihrer ordentlichen Seite. Auf Internetvideos ist zu sehen, wie Anhänger von Senegal, Japan und Kolumbien nach den Partien ihrer Teams im eigenen Fanblock wieder sauber machen. Nach ihrer farbenfrohen Choreographie in den Landesfarben grün-gelb-rot beim 2:1 gegen Polen räumen die senegalesischen Fans Papierreste, aber auch Flaschen und anderen Müll auf der Tribüne des Moskauer Spartak-Stadions fein säuberlich auf einen Haufen. Anhänger Japans sammelten nach dem 2:1-Erfolg über Kolumbien in Saransk Unrat in blaue Mülltüten. Davon animiert, halfen auch einige Kolumbianer mit.

100. Länderspiel für Frankreich-Keeper Lloris

Frankreichs Keeper und Kapitän Hugo Lloris absolviert am Donnerstag gegen Peru sein 100. Länderspiel. Der 31-jährige Tottenham-Keeper ist damit die Nummer 7 in der Reihe der Spieler mit den meisten Nationalteam-Einsätzen, die überlegen von Lilian Thuram (142) angeführt wird, und nähert sich dem aktuellen Teamchef Didier Deschamps (103). Lloris hatte im November 2008 debütiert, seit August 2009 war er stets die Nummer 1 im Tor.

Isländer wird zum Instagram-Star

Rurik Gislason kam bei Islands 1:1 gegen Argentinien erst ab der 65. Minute zum Einsatz, die Zahl seiner Follower auf Instagram hat sich nach dem Spiel aber vervielfacht. Der Flügelspieler mit dem zu einem kleinen Zopf gebundenen blonden Haar und dem Bart hatte zuvor 40.000 Fans, nun kam eine halbe Million dazu, vor allem aus Südamerika.

© APA/AFP/Francisco LEONG

Putin sah Russland-Sieg nicht live

Präsident Wladimir Putin konnte am Dienstag den 3:1-Sieg von WM-Gastgeber Russland gegen Ägypten nicht live verfolgen. Putin habe sich auf dem Rückflug von einem Treffen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko aus Minsk befunden, teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch mit. Nach der Landung habe sich Putin aber sofort über den Ausgang des Matches informiert, betonte Peskow.

"Größter aller Zeiten"

Portugals Nationaltrainer Fernando Santos hat sich zur viel diskutierten Jubelgeste von Weltfußballer Cristiano Ronaldo beim 3:3 zum WM-Auftakt gegen Spanien geäußert. "Es ist eine normale Geste in Portugal", sagte der 63-Jährige am Dienstag im Moskauer Luschniki-Stadion und lächelte. Bei seinem Dreierpack im ersten Gruppenspiel hatte sich Ronaldo - wohl in Anspielung auf die von Fans für Lionel Messi verwendete Übersetzung der englischen Abkürzung GOAT ("Größter aller Zeiten"/Ziege) - beim Jubeln am Kinn gekratzt.

Keine schwulenfeindlichen Rufe

Eintracht Frankfurts mexikanischer Nationalspieler Marco Fabian hat die Fans von "El Tri" dazu aufgerufen, auf schwulenfeindliche "Puto"-Rufe zu verzichten. "Es ist ein guter Moment, um die Leute aufzufordern, es nicht zu rufen", sagte der Mittelfeldspieler bei einer Pressekonferenz des Deutschland-Bezwingers in Moskau. Mexikos Fußball-Verband FEMEXFUT droht wegen der Rufe seiner Anhänger im Vorrundenspiel gegen den Weltmeister eine Strafe. Das Wort "Puto" wird in Mexiko im jovialen Umgang unter Freunden verwendet und bedeutet dann "Schwächling". Wenn es von Tausenden Fußballfans skandiert wird, ist es allerdings mit "Schwuchtel" zu übersetzen.

»Dienstag, 19. Juni 2018«

Baby heißt zu Ehren Golowins nun Alexander

Aus Freude über den 5:0-Kantersieg von WM-Gastgeber Russland im Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien hat eine junge Russin ihr Kind nach Offensivspieler Alexander Golowin benannt. "Die Wehen setzten während der Partie ein, und das Neugeborene kam genau zum Spielende auf die Welt", sagte der Gesundheitsminister der Region Krasnodar, Jewgeni Filippow, am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Aus Begeisterung über Golowin, der gegen Saudi-Arabien zwei Treffer vorbereitete und ein Tor erzielte, habe die Frau ihren Sohn Alexander genannt.

© APA/AFP/Kirill KUDRYAVTSEV

Russischer Volunteer sang für die Schweden

Die Spieler der schwedischen Nationalmannschaft hatten gerade mit dem Laufen begonnen, da knackten die alten Lautsprecher im Spartak-Stadion von Gelendschik am Schwarzen Meer. Völlig unerwartet schmetterte ein Volunteer aus Russland die Nationalhymne von Schweden und richtete das Wort an die Mannschaft von Trainer Janne Andersson. "Ich habe ihnen zum Sieg gegen Südkorea gratuliert und ihnen alles Gute für das Spiel gegen Deutschland gewünscht", berichtete Alexej Lebedew. Von den Spielern und Betreuern gab es spontan Applaus. Der 24-Jährige arbeitet während der WM als Übersetzer und Helfer für das schwedische Team. Die Liebe zu Schweden entdeckte der in Moskau lebende große Fan des Eurovision Song Contests vor neun Jahren durch ein Lied bei dem Gesangswettbewerb - und lernte prompt die Sprache.

Orthodoxe Priester segneten in Saransk Stadion

Alles Gute kommt von oben: Aus einem Hubschrauber haben orthodoxe Priester im WM-Spielort Saransk das Fußballstadion und andere Stätten der Weltmeisterschaft gesegnet. An Bord des Helikopters, der vom russischen Verteidigungsministerium bereitgestellt wurde, hatten sie eine Ikone der Gottesmutter, wie das Online-Portal "Iswestija Mordowija" am Dienstag berichtete. Die Ikone werde eigentlich in einer Kathedrale aufbewahrt. "Aber die Weltmeisterschaft ist ein außerordentliches Ereignis", begründeten die Priester den halbstündigen Einsatz.

Warnung vor betrügerischen Anwälten

Russische Juristen warnen in Not geratene Fußball-Fans bei der WM vor Angeboten von betrügerischen Anwälten. "Diese Pseudoanwälte haben keine Qualifikation und zocken die Fans mit leeren Versprechungen einfach nur ab. Am Ende landen sie doch im Gefängnis", sagte Anton Abramow, Leiter einer unabhängigen Juristenvereinigung in Moskau, die Fans in juristischen Notsituationen hilft. Mehrere Dutzend Fachanwälte mit Lizenz seien über eine Hotline während der gesamten WM rund um die Uhr erreichbar, sagte der Jurist am Dienstag. Einige vertreten ihre Klienten auch auf Deutsch und Englisch.

Schmalkost bei Ronaldo

Wer bei Cristiano Ronaldo zum Essen eingeladen ist, muss sich mit Hähnchenfleisch, Salat und Wasser begnügen. "Wir haben angefangen zu essen und ich dachte, das große Fleisch kommt noch. Aber es kam nichts", erzählte Ronaldos ehemaliger Mitspieler Patrice Evra dem Sender ITV. "Ich kann nur jedem den Ratschlag geben: Lädt dich Cristiano Ronaldo zum Abendessen in sein Haus ein, sagt einfach nein."

»Lädt dich Cristiano Ronaldo zum Abendessen in sein Haus ein, sagt einfach nein«
© APA/AFP/Kirill KUDRYAVTSEV

Marquez ohne Chance auf "Mann des Matches"

Der 39-jährige Mexikaner Rafael Marquez wird auch in Russland von seinen Problemen mit dem US-Finanzministerium verfolgt. "New York Times" berichtete, müssen sich US-Bürger, -Unternehmen und -Banken von ihm fernhalten. Deshalb dürfe er zum Beispiel nicht vor US-Markenlogos wie Coca-Cola, Budweiser oder McDonald's fotografiert werden. Das US-Finanzministerium hatte den Defensivstrategen 2017 auf eine schwarze Liste gesetzt, weil er als Strohmann für ein mexikanisches Drogenkartell gedient haben soll. Marquez weist die Vorwürfe zurück. Laut "New York Times" würde er aber bei einem besonders guten Auftritt sicher nicht zum "Budweiser-Mann des Matches" gewählt werden können.

Holzlöffel statt Vuvuzelas

Den Lärm der Vuvuzelas bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika, mit denen die Fans ihr Heim-Team anfeuerten, haben wohl viele Fans noch in den Ohren. In Russland wird in den Stadien mit Loschki, den Holzlöffeln, die wie Kastagnetten klingen, geklappert. Nicht mit ins Stadion kommt die Balalaika, das typische Instrument der russischen Volksmusik. Ihr heller Klang begleitet Lieder und Tänze und untermalt im Film den Blick auf unendliche russische Weiten. Die Balalaika gehört zu den Lauteninstrumenten und ist über Zentralasien nach Russland gekommen.

Rohr überlässt Hotelleitung derzeit seiner Frau

Der Wahl-Franzose Gernot Rohr ist nicht nur Teamchef von Nigeria, der 64-Jährige hat auch ein kleines Hotel in Lege-Cap-Ferret am Atlantischen Ozean. Auf Unterstützung seiner Frau bei der WM in Russland muss er vorerst verzichten, denn die aus Madagaskar kommende Fabrina kümmert sich um das Hotel. "Sie fiebert mit uns mit und kommt vielleicht später nach", meinte Rohr.

Fünfjährige Reise mit dem Rad nach Russland

Es gibt viele Wege, um nach Russland zu kommen: Der Argentinier Marthas Amaya ist seit fünf Jahren mit dem Fahrrad unterwegs, insgesamt 37 Länder hat er auf seiner Tour durchquert und angeblich 80.000 Kilometer in den Beinen. Vor fünf Jahren startete er in seiner Heimatstadt San Juan am Fuß der Anden, rund um Südamerika ging es zunächst zur WM 2014 in Brasilien. Anschließend fuhr er nach Mexiko und nach Panama. Von dort flog er nach Spanien, radelte zwei Jahre durch Europa und schaffte es schließlich nach Moskau. Spiele wird er keine sehen, denn für Tickets fehlt ihm das Geld.

Privatjet für Knudsen nach Geburt von Baby

Der dänische Abwehrspieler Jonas Knudsen ist Vater geworden. Damit er nach Hause zum Baby reisen konnte, haben seine Mitspieler spontan zusammengeschmissen und ihm einen Privatjet gechartert. "Wir bezahlen gern, wenn ihm das einen halben Tag mehr mit seiner neugeborenen Tochter gibt. Es gab keinen Zweifel, er musste nach Hause", sagte Thomas Delaney laut "Ekstra Bladet". Nach dem 1:0 der Dänen gegen Peru am Samstag flog Knudsen nach Dänemark, sah seine Tochter zum ersten Mal, und war am Montag bereits wieder beim Training. Eigentlich sollte seine Tochter laut dem Bericht erst in etwa einem Monat zur Welt kommen.

Auch ein Ex-Beatle jubelte

Der englische Stürmerstar Harry Kane hat mit seinem Siegtor gegen Tunesien in letzter Minute für großen Jubel bei den England-Fans gesorgt, unter ihnen auch Ex-Beatle Paul McCartney. Sir Paul, der am Montag seinen 76. Geburtstag feierte, bedankte sich nach dem Abpfiff der Partie in Wolgograd auf Instagram für den 2:1-Sieg der Three Lions. "Danke England für mein Geburtstagsgeschenk", schrieb er, "ich habe es geliebt". Dazu veröffentlichte Sir Paul ein Foto von seiner Geburtstagsdekoration.

WM-Maskottchen Sabiwaka

Das WM-Maskottchen Sabiwaka hat das Leben seiner russischen Schöpferin Jekaterina Botscharowa verändert. Sie sei aus der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau gezogen, um dort ihre Ausbildung fortzusetzen, sagte die 22-jährige Design-Studentin dem Online-Portal "The Moscow Times". "Einige Sponsoren haben mir geholfen, den Schritt zu machen und hier zu studieren", sagte sie. "Ich habe mir die Schule ausgesucht und habe Hilfe bekommen, mich dort einzuschreiben." Souvenirs mit Sabiwaka gibt es bei der WM an jeder Ecke. Vom Fußball-Weltverband hat Botscharowa allerdings lediglich 500 US-Dollar (431 Euro) für die Rechte an dem Maskottchen erhalten, wie russische Medien berichteten.

Eine Prinzessin fiebert für Deutschland

Die thailändische Prinzessin Ubolratana hält dem deutschen Fußball-Team die Treue. "Ich trug das Team-Shirt, aber sie haben noch nicht gewonnen. Es ist ok. Versucht es noch einmal", schrieb die 67-jährige ältere Schwester von König Maha Vajiralongkorn auf Instagram und postete ein Foto von sich im schwarz-weißen Trikot. Das Königshaus ist Deutschland eng verbunden, König Vajiralongkorn hat seine private Villa in Bayern zu seinem zweiten Zuhause gemacht. Sein jüngster Sohn besucht in Bayern eine Privatschule.

Seelenmassage für Messi

Seelenmassage für Lionel Messi: Die Ehefrau des argentinischen Superstars hat via Instagram eine Botschaft ins WM-Camp nach Bronnizy geschickt. "Immer zusammen und mit dir mehr denn je", schrieb sie unter ein Foto, das Messi mit ihr und ihren drei gemeinsamen Söhnen zeigt. Die moralische Aufbauarbeit von Antonella Roccuzzo wird Messi sicher gut tun. Nach dem 1:1 gegen Island und seinem verschossenen Elfmeter steht Messi mit der argentinischen Nationalmannschaft am Donnerstag in Nischni Nowgorod gegen Kroatien schon vor einer Vorentscheidung im Kampf gegen das Aus in der Gruppenphase.

Fußball-Fan auf Hoher See

Ein englischer Fußball-Fan ist mit seiner fast zehn Meter langen Yacht "Sharlyn" von Bulgarien nach Wolgograd gesegelt, um das Spiel England gegen Tunesien (2:1) zu sehen. Graham Kentsley aus Hertfordshire benötigte etwas mehr als fünf Wochen für die rund 2.000 Kilometer lange Reise. Auf der Krim hatten im die Behörden erlaubt, seine Yacht im Hafen neben russischen U-Booten anzulegen, erzählte er nach dem erfolgreich bewältigten Abenteuer.

»Montag, 18. Juni 2018«

Beschwerde über Veränderung der Fußbälle

Ägyptens Torhüter Essam Al-Hadari hat sich vor dem zweiten WM-Spiel gegen Russland am Dienstag über die ständige Veränderung der Fußbälle beschwert. "Wir Torhüter sind die Opfer der FIFA und des sich ständig entwickelnden Fußballs", sagte der 45-Jährige. "Alle vier Jahre gibt es neue Bälle - und die sind angenehm für die Spieler, aber nicht für die Torhüter." Die Torhüter würden ohnehin immer benachteiligt, klagte Al-Hadari weiter: "Wir müssen mehr mit den neuen Bällen üben. Dieser Ball macht uns ganz schön Probleme."

»Wir Torhüter sind die Opfer der FIFA und des sich ständig entwickelnden Fußballs«

Karton-Fan reist durch Russland

Er ist derzeit einer berühmtesten der zahlreichen mexikanischen Fans: Javier, der als lebensgroßes Kartonabbild im Minibus durch Russland reist. Weil seine Ehefrau ihm verboten hatte, die mehrwöchige Reise über Europa nach Russland mitzumachen, nahmen ihn seine Freunde als Porträt mit und lassen nun keine Gelegenheit aus, den stillen, bärtigen Begleiter an verschiedensten Orten abzulichten. Der verhinderte WM-Fahrer mit der Aufschrift "Meine Alte wollte nicht" auf dem T-Shirt ist der Star der Facebook-Seite "Ingue Su Matrushka", die schon über 200.000 Fans zählt.

Neue Ronaldo-Büste

© pps.at

Die lächelnde Bronzebüste von Ronaldo auf dem Flughafen in Funchal/Madeira ist durch eine mit eher starrem Blick ausgetauscht worden. Es war ein Wunsch seines Umfeldes gewesen. "Diese Büste ist besser als die andere, das denkt jeder", sagte Hugo Aveiro, der Bruder der Fußball-Stars aus Portugal, der Tageszeitung Diario de Noticias da Madeira. Erschaffen hat die Büste ein spanische Bildhauer. Die alte hatte auch wegen eines "hängenden" Auges erst für Spott gesorgt, war dann aber zum beliebten Selfie-Motiv geworden.

"Clevere" Neymar-Frisur

© imago/Sven Simon

Schönheit liegt auch im Fall von Neymar im Auge des Betrachters. Laut der "Süddeutschen Zeitung" ließ der Brasilianer eigens seinen persönlichen Friseur nach Rostow einfliegen, "um sich eine Frisur zaubern zu lassen, die aussah wie mit Haarspray befestigtes Stroh aus dem letzten Osterkorb". Star-Coiffeur Udo Walz aus Berlin meinte dazu: "Die Frisur ist clever. Das ist ein Hingucker." Es sei toll, wenn jemand seinen eigenen Stil besitze und Spaß daran habe. Ein neuer Trend-Look werde das aber eher nicht: "Die Frisur hat nicht das Zeug, zur Trendfrisur des Jahres zu werden." Da seien eher wieder klassische Schnitte gefragt.

Fußball-Interesse der Russen im Steigen

Das Fußball-Interesse der Russen hat nach dem 5:0-Auftaktsieg der eigenen Nationalmannschaft bei der WM stark zugenommen. Hätten vor der WM noch 52 Prozent der Befragten angegeben, sich die Spiele im Fernsehen ansehen zu wollen, so seien es nun bereits 64 Prozent, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM am Montag in Moskau mit. Den Erfolg der Sbornaja gegen Saudi-Arabien verfolgten demnach 55 Prozent der Russen. Besonders groß war das Interesse bei Älteren: So hätten 72 Prozent der Menschen im Alter von 60 Jahren und mehr das Spiel gesehen, in der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren waren es 57 Prozent.

Kritik nach Selfie für Kind

Weil er nach der Niederlage gegen Mexiko auf dem Weg in die Kabine den Selfie-Wunsch eines Kindes erfüllt hatte, wurde der deutsche Teamspieler Julian Brandt in den sozialen Medien scharf kritisiert. "Klar, ist nach so einer Niederlage viel Frust, da regen sich viele Leute über Kleinigkeiten auf", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Du tust dem Kleinen den Gefallen oder halt nicht. Ich hab das Handy genommen und das Selfie gemacht. Ich hab mir nichts dabei gedacht."

Peruaner stahl Eintrittskarten

Ein Peruaner ist in Moskau festgenommen worden, weil er einem Mexikaner drei teure Eintrittskarten für das WM-Spiel gegen Deutschland gestohlen hatte. Der 42-Jährige habe dem Fußball-Fan die Tickets im Gesamtwert von 1.950 Euro kurz vor der Partie aus der Hosentasche gezogen, teilte die russische Polizei am Montag mit. Der 30-Jährige habe den Diebstahl nahe dem Luschniki-Stadion aber sofort bemerkt. Daraufhin hätten Sicherheitskräfte den Peruaner festgenommen.

First-Time-Losers

Zum ersten Mal haben sowohl Deutschland als auch Brasilien und Argentinien bei einer Fußball-WM ihr Auftaktspiel nicht gewonnen. Das Trio ist bereits das 16. Mal bei derselben WM am Start - und erwischte in Russland nun einen denkbar schlechten Auftakt. Brasilien gegen Schweiz und Argentinien gegen Island kamen jeweils nicht über ein 1:1 hinaus, Weltmeister Deutschland musste sogar ein 0:1 gegen Mexiko hinnehmen. Die drei Fußball-Nationen haben insgesamt elfmal die WM-Trophäe errungen.

Japanische Prinzessin kommt

Die japanische Prinzessin Takamado wird ihrem Nationalteam bei der WM die Daumen drücken, eine achttägige Reise und die Spiele gegen Kolumbien und Senegal sind geplant. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo ist es der erste royale Besuch aus Japan in Russland seit 1916 und damit über 100 Jahren.

Kane träumt von Triple im Finale

Der englische Starstürmer Harry Kane träumt davon, drei Tore im WM-Finale zu schießen, so wie es Geoff Hurst 1966 gegen Deutschland gelungen war. Damals waren die Three Lions das bisher einzige Mal Weltmeister geworden. "Ich hatte das Glück, Sir Geoff Hurst persönlich kennenzulernen", sagte Kane, "und ein Hattrick-Held in einem WM-Finale zu sein - davon träumen alle Stürmer, auch ich."

Zu viel Wodka

Wodka ist in Russland in aller Munde, fast jeder Supermarkt bietet unzählige Sorten an. Die Regierung versucht, den Konsum mit nächtlichem Verkaufsverbot und höheren Preisen zu drosseln. "Samogon", selbstgebrannter Wodka, wird trotzdem illegal verkauft. Übermäßiges Wodkatrinken bleibt in Russland eine der Hauptursachen für die niedrige Lebenserwartung. Wodka, auf Getreide- oder Kartoffelbasis hergestellt, enthält bis zu 40 Prozent Alkohol.

Lothar Matthäus fordert personelle Konsequenzen

Der deutsche Fußball-Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus fordert nach dem Fehlstart des deutschen Teams bei der WM personelle Konsequenzen. "Marco Reus, der zunächst auf der Bank saß, hätte bei mir eine Stammplatzgarantie und müsste immer spielen", schrieb der 57-Jährige in der "Bild"-Zeitung. Scharfe Kritik übte Matthäus nach dem 0:1 des Weltmeisters gegen Mexiko an Mittelfeldspieler Mesut Özil: "Bei Mesut Özil vermisse ich die Geschwindigkeit und Körpersprache. Er hat so viele Freiheiten von Jogi Löw, aber es kommt nichts zurück." Auch Thomas Müller habe in seiner Rolle auf der rechten Seite enttäuscht. Er würde Müller als zweite hängende Spitze aufstellen und Reus über außen kommen lassen.

Homophobe Rufe von Mexiko-Fans - FIFA prüft Berichte

Der Weltverband (FIFA) will nach homophoben Rufen der mexikanischen Fans im WM-Spiel gegen Deutschland vor der Entscheidung über mögliche Konsequenzen erst Berichte prüfen. Die Anhänger rufen traditionell "Puto" bei Abschlägen oder Freistößen des Gegners - so auch mehrfach beim 1:0-Sieg über den Weltmeister im Moskauer Luschniki-Stadion.
Das Wort ist eine homophobe Beleidigung, die Mexikaner wollen es aber anders verstanden wissen. Der Weltverband sammle die verschiedenen Spielberichte und mögliche Beweise, darunter auch von einem Anti-Diskriminierungs-Beobachter, teilte die FIFA auf Anfrage mit. Dieser sei bei dem Vorrundenduell am Sonntag anwesend gewesen. Vor Prüfung aller Informationen gebe es keine weiteren Kommentare.
Beim Confederations Cup war das mexikanische Nationalteam von der FIFA verwarnt worden. Die Mannschaft richtete sich anschließend in einem offenen Brief an seine Fans, mit der Bitte die Rufe einzustellen. Auch vor der WM in Russland appellierte der mexikanische Verband wieder an seine Anhänger, den Ausruf zu unterlassen.

»Sonntag, 17. Juni 2018«

Neymar mit "Spaghetti-Frisur"

Mit seiner neuen Frisur sorgt Brasiliens Star Neymar auch in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. Die blond gefärbte Lockenpracht erinnerte manchen Nutzer offenbar an eine Portion Nudeln. Neben einem Foto des 26-Jährigen kursierte daher auch das Bild eines Hundes, der eine Ladung Spaghetti auf dem Kopf trägt.

Sampaoli scheitert mit Golfcart

Als hätte das dürftige 1:1 gegen Island nicht gereicht: Am Tag nach dem WM-Auftakt wollte Argentiniens Nationalcoach Jorge Sampaoli eines der Golfcarts auf dem Trainingsgelände in Bronnitsy in Gang setzen. Es passierte aber nichts. Einer seiner Assistenten kam zur Hilfe. Offensichtlich fehlte aber am dicken Schlüsselbund der passende Schlüssel, wie ein Video des Senders TyC zeigt. Nach einer knappen Minute stieg Sampaoli aus, der Wagen blieb stehen - WM-Startschwierigkeiten auf argentinisch.

Korrupter Spitzenpolitiker bei der WM

Er gilt als einer der korruptesten Spitzenpolitiker des jüngsten EU-Mitglieds Kroatiens - und nimmt doch als VIP-Gast an der WM teil. Es sei unklar, wer dem langjährigen Regierungschef Ivo Sanader, gegen den weiter Korruptionsprozesse laufen, diese Vorzugsbehandlung ermöglicht hat, berichtete das Nachrichtenportal Index. Während er seine Revisionsprozesse in der Heimat wegen angeblicher Gesundheitsprobleme immer wieder platzen lasse, konnte er aber doch in der Sonderloge in Kaliningrad das Auftaktspiel der Kroaten gegen Nigeria (2:0) verfolgen. Sanader war von 2003 bis 2009 Regierungschef und Vorsitzender der konservativen Regierungspartei HDZ, die auch heute an der Macht ist.

Maradona widersetzt sich Rauchverbot

Bei der WM gilt im Stadion ein Rauchverbot. Daher sah sich Diego Maradona nach seinem einmal mehr bemerkenswerten Auftritt in der Loge beim 1:1 von Argentinien gegen Island zu einer nachträglichen Erklärung genötigt. Denn im blauen Pullover von der Heim-WM 1978 hatte er am Samstag in Moskau fleißig Zigarre gepafft. "Ich wusste wirklich nicht, dass man im Stadion nicht rauchen darf", schrieb Maradona bei Instagram. "Ich entschuldige mich aufrichtig bei jedem und den Organisatoren."

Viel Lob für Al-Schenawy

Für seine Leistung im WM-Auftaktspiel der Ägypter gegen Uruguay erhielt Mohamed Al-Schenawy von Al Ahly Kairo viel Lob. Zumal seine Nominierung durchaus eine Überraschung war, denn manch einer hatte mit dem bereits 45-jährigen Essam Al-Hadari zwischen den Pfosten gerechnet. Nach dem 0:1 gegen Uruguay wurde Al-Schenaui sogar als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet. Die von einem Braukonzern ausgelobte Trophäe wollte er aber nicht annehmen, wie ägyptische Medien berichteten. Denn als gläubiger Muslim entsagt er dem Alkohol - und damit auch so einer Auszeichnung.

Deutsche während WM zur Zurückhaltung ermahnt

Die deutsche Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Deutschen während der WM zur Zurückhaltung ermahnt. "Natürlich darf man sich freuen, wenn die deutsche Mannschaft gut spielt und gewinnt. Und ich will auch niemandem verbieten, ein Fähnchen aufzuhängen", sagte Roth dem Berliner "Tagesspiegel". "Ich finde aber, dass es uns Deutschen gut zu Gesicht steht, wenn wir Zurückhaltung walten lassen mit der nationalen Selbstbeweihräucherung." Roth verwies in diesem Zusammenhang auf das Erstarken des Rechtspopulismus. Mit der AfD gebe es nun eine Partei, die die deutsche Fahne instrumentalisiere, um Ausgrenzung gegenüber anderen Menschen zu signalisieren. "Das lässt sich nicht einfach so ausblenden, das sollten wir im Blick haben. Deshalb: Feiern ja, Nationalismus nein."

Kapitän Neuer äußert sich zu Wirbel um Özil und Gündogan

Kapitän Manuel Neuer hat kurz vor dem Auftaktspiel gegen Mexiko eingeräumt, dass der Wirbel um Mesut Özil und Ilkay Gündogan die deutsche Nationalmannschaft in der WM-Vorbereitung beeinträchtigt hat. "Am Anfang hat das schon ein bisschen gestört in der Mannschaft, war sogar belastend", sagte der 32-jährige der "Bild am Sonntag". Das Treffen und die Fotos von Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgen in Deutschland nach wie vor für kontroverse Diskussionen. Der Goalie hofft nun auf einen positiven Effekt des Wirbels: "Vielleicht ziehen wir jetzt noch mehr an einem Strang und die Probleme der Vorbereitung werden am Ende in positive Energie umgewandelt."

»Samstag, 16.06.2018«

Orakel-Tapir tippte Schweden als Sieger

Schweden gewinnt in der WM-Gruppe F das WM-Spiel gegen Südkorea. Dass hat Tapir "Cleopatra" aus dem Zoo im Spielort Nowgorod befunden, indem es aus der Früchteschale mit der schwedischen Flagge naschte und nicht aus jener mit koreanischen Fahne. Warum sich die tropischen Rüsseltiere im Fußball besser auskennen als Katzen oder Affen, die bei der Russland-WM ebenfalls schon als Orakel herhalten mussten, erklärte Zoodirektor Wladimir Gerasimow: "Weil ihr Heimatland Brasilien bzw. Südamerika ist."

25 Kilogramm für ein Ticket zugenommen

Peru ist zum ersten Mal seit 1982 bei einer WM dabei und dementsprechend groß ist die Begeisterung im südamerikanischen Land. Bei der Jagd nach Tickets für die Auftritte der Peruaner war Einfallsreichtum gefragt: Als Miguel F. sah, dass nur noch Eintrittskarten für Personen mit Handicap verfügbar waren, entschied er sich kurzerhand, seinen Body-Mass-Index auf die erforderlichen 35 zu bringen. "Mein Index war 30. Ich hatte also drei Monate Zeit, um die 35 zu erreichen. Dafür musste ich 25 kg zunehmen. Und ich habe es geschafft", erzählte Miguel der peruanischen Zeitung "Libero".

Tunesien setzt auf moralische Unterstützung Msaknis

Beim schweren WM-Auftakt gegen Mitfavorit England setzt Tunesien auf die moralische Unterstützung eines Langzeitverletzten. Youssef Msakni ist am Samstag in Moskau gelandet und wird die Nordafrikaner trotz seines Kreuzbandrisses zum ersten Spiel nach Wolgograd am Montag begleiten. Der 27-Jährige hatte sich bei einem Liga-Spiel mit dem katarischen Club Al Duhail SC Anfang April schwer verletzt und fällt somit für die Endrunde aus. In der Qualifikation war Msakni noch wichtiger Torschütze für das Team von Trainer Nabil Maaloul.

Uruguay beendete Fluch

Mit dem 1:0-Sieg gegen Ägypten hat es Uruguay erstmals nach 48 Jahren wieder geschafft, sein Eröffnungsspiel bei einer Weltmeisterschaft zu gewinnen. Jose Gimenez erzielte am Freitag in der 89. Minute per Kopf den Treffer, der die Chancen der Südamerikaner auf den Aufstieg ins Achtelfinale weiter verbesserte. "Wir haben einen Fluch in der Geschichte des Fußball gebrochen", meinte Trainer Oscar Tabarez nach dem Spiel in Jekaterinburg. 1970 hatte Uruguay bei der WM in Mexiko Israel im ersten Gruppenspiel 2:0 besiegt.

Überraschung für Ägyptens Stürmerstar Salah

Nach dem verpatzten WM-Start hat es für Ägyptens Stürmerstar Mohamed Salah eine Überraschung im Teamquartier in Grosny gegeben. Der wegen einer Schulterverletzung noch pausierende Profi des FC Liverpool wurde an seinem 26. Geburtstag mit einer Torte in den Landesfarben empfangen. Schon am Tag vor dem 0:1 gegen Uruguay hatte es sich ein russischer Journalist von einer Boulevardzeitung nicht nehmen lassen, ein Paar dicke russische Winterstiefel als Geschenk anzupreisen.

WM-Cheforganisator will Weltschachverband-Präsident werden

Der Cheforganisator der WM will Präsident des Weltschachverbandes FIDE werden. Arkadi Dworkowitsch plant bei der Wahl anlässlich der Schacholympiade in Georgien im Oktober zu kandidieren. Das bestätigte der 46-Jährige russischen Agenturen in Moskau. Der ehemalige russische Vize-Regierungschef will seinen Landsmann Kirsan Iljumschinow ablösen. Dieser ist seit 1995 im Amt und war unter anderem mit Äußerungen über die Existenz von Aliens aufgefallen. Dworkowitsch ist seit mehreren Jahren im russischen Schachverband vertreten.

Der Trend zu späten Toren

Der Trend zu späten Toren hat auch bei der Fußball-WM in Russland zunächst angehalten. In jedem der ersten vier Turnierspiele fiel mindestens ein Treffer nach der 87. Minute. Alleine in der Nachspielzeit durften die Teams zunächst dreimal jubeln: Russland traf beim 5:0 über Saudi-Arabien im Eröffnungsspiel zweimal nach der 90. Minute, Marokkos Aziz Bouhaddouz sorgte per Eigentor in der 90.+5 Minute für den iranischen 1:0-Sieg. Bei der WM 2010 in Südafrika wurden über das komplette Turnier lediglich sechs Tore in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit erzielt, vier Jahre später in Brasilien waren es schon zwölf.

»Freitag, 15.06.2018«

Nigerias Fans müssen auf Hühner verzichten

Fans aus Nigeria dürfen keine lebenden Hühner mit ins Stadion bringen. Das teilten die Behörden von Kaliningrad mit. Nigeria bestreitet am Samstagabend in der Ostsee-Exklave gegen Kroatien sein erstes Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft. "Wir haben ihnen gesagt, dass sie auf keinen Fall mit lebenden Hühnern durchgelassen werden", sagte Andrej Jermak, Tourismusminister des Gebiets Kaliningrad. Wenn die Nigerianer ihr Team an einem anderen Ort anfeuern wollen, würden ihnen die Behörden sagen, wo sie sich Hühner kaufen könnten, erklärte er.

Brisanz im Hause von Basketball-Superstar Nowitzki

Das Gruppenspiel zwischen Deutschland und Schweden birgt im Hause von Basketball-Superstar Dirk Nowitzki ganz besondere Brisanz. "Meine Frau hat schon angekündigt, dass sie den Kindern schwedische Trikots anziehen wird. Ich sitze dann als einziger im Deutschland-Hemd da", sagte der Profi der Dallas Mavericks in einem Interview auf der Homepage seiner Stiftung. Die DFB-Elf trifft im zweiten Gruppenspiel am nächsten Samstag auf Schweden. Nowitzkis Ehefrau Jessica ist Schwedin und zudem die Schwester von Verteidiger Martin Olsson, der bei der WM für sein Heimatland spielt.

Schwedens Politiker bleiben der WM fern

Schwedens Politiker bleiben der WM fern, auch die Spieler und Trainer Janne Andersson äußern sich durchaus kritisch zur politischen Lage im Gastgeberland Russland. Auf das Tragen von regenbogenfarbenen Schuhbändern werden die Spieler allerdings verzichten. Das hat der schwedische Verband entschieden. Man könne nicht an jedem Protest teilnehmen, hieß es zur Begründung. Die Schuhbänder wurden von Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die sich für die Rechte homosexueller Menschen einsetzen, an alle europäischen Teilnehmer der Fußball-WM geschickt.

Braunbär in den Straßen von Moskau unterwegs

Russland steht bei furchtsamen Ausländern im Ruf, dass dort immer noch Bären durch die Städte laufen. Bei den Jubelfeiern nach dem russischen WM-Auftaktsieg (5:0 gegen Saudi-Arabien) ist tatsächlich eines der Symboltiere des Landes durch die Straßen von Moskau gefahren worden. Auf der Rückbank eines grünen Oldtimers saß ein dressierter Braunbär, tutete in eine Vuvuzela und animierte mit erhobenen Pfoten die Passanten zum Klatschen. Videos der Aktion stießen im Internet teils auf Begeisterung, teils auf Entrüstung: Die Zurschaustellung sei Tierquälerei. Den Aufschriften auf dem Oldtimer nach scheint der Bär häufiger in Moskau unterwegs zu sein - vermutlich als Einnahmequelle für seinen Besitzer.

Ein ungewöhnliches Abenteuer

Drei Jahre mit Auto und Schiff von Argentinien zur Fußball-WM nach Russland: Für Lionel Messi und seine Auswahlkollegen hat ein Paar aus Mendoza ein ungewöhnliches Abenteuer auf sich genommen. 2015 begann die Reise. Erst durch Südamerika, dann Mexiko, Panama. Mit dem Schiff ging es nach Belgien, mit dem Auto weiter nach Russland. "Warum nicht", sagte die 24-jährige Marianna. Auf einem Parkplatz vor dem WM-Camp der Argentinier in Bronnizy haben sie es sich erstmal alle gemütlich gemacht. Die Leute vor Ort seien sehr nett, so Marianna. "Wir trinken viel Wodka."

Islands Nationaltrainer bricht mit einer Tradition

Islands Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson bricht vor dem ersten WM-Spiel in der Geschichte des Landes mit einer Tradition und verzichtet auf einen Besuch bei den Fans in einem Pub. "Das Spiel ist zu früh. Ich werde davor nicht in einen Pub gehen", sagte Hallgrimsson am Freitag vor dem Duell mit Argentinien. Anpfiff in Moskau ist am Samstag um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ). Üblicherweise geht der Zahnarzt vor Länderspielen immer in eine Bar zu den Fans und berichtet von der Aufstellung und der Taktik für das Spiel. "Das ist nur möglich, weil wir so wenige sind und uns deswegen besser kennen und mehr vertrauen", sagte Hallgrimsson.

Paolo Conte unterstützt Brasilien

Der italienische Liedermacher Paolo Conte unterstützt bei der WM Brasilien. Mit seinem Lied "Azzurro" hat er zwar eine Hymne für die Fans der italienischen Nationalmannschaft geschrieben - da die "Azzurri" dieses Jahr aber erstmals seit 60 Jahren bei einer WM fehlen, musste er sich anderweitig umsehen. "Ich kann nicht viel zu den Azzurri sagen, aber ich muss es akzeptieren", sagte der 81-Jährige am Donnerstagabend in Rom zum Fehlen der Italiener. "Ich werde die WM aber sicher verfolgen, weil ich ein großer Fußballfan bin."

»Donnerstag, 14.06.2018«

Brasilien als Favorit der Statistiker

Statt auf Tierorakel und Astrologie setzen Wissenschafter an verschiedenen Universitäten auf die Statistik, um den kommenden Fußball-Weltmeister zu ermitteln. Das Fazit dieser Berechnungen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Brasilien seinen sechsten Titel gewinnt, ist höher als die Gewinnwahrscheinlichkeit einer anderen Nation.

Auf 15,8 Prozent beläuft sich laut Statistikern der Universität Innsbruck die Wahrscheinlichkeit auf den fünften deutschen WM-Titel - Brasilien erhält dagegen 16,6 Prozent. "Das wahrscheinlichste Finale mit einer Wahrscheinlichkeit von 5,5 Prozent ist auch ein Aufeinandertreffen dieser beiden Teams", erklärte Achim Zeileis. Die Brasilianer bekämen demnach also ihre Chance, das blamable 1:7 aus dem WM-Halbfinale 2014 wiedergutzumachen.

Das Forscherteam greift dabei auf die Quoten von 26 Online-Wettanbietern zurück und kombiniert diese in komplexen statistischen Rechenmodellen.

An der Universität Münster wird unterdessen auf Grundlage von fußballspezifischen Statistiken an einer Fußballformel getüftelt. Als Grundlage dient die sogenannte Elo-Weltrangliste, die - anders als die bekanntere FIFA-Weltrangliste - Siege gegen starke Mannschaften und souveräne Erfolge mit vielen Toren höher wertet. Dieser Elo-Wert wird mit verschiedenen anderen Kenngrößen ins Verhältnis gesetzt, um die Leistungsstärke einer Mannschaft zu ermitteln.

Auch die 64 WM-Spiele hat das Team in Münster seiner Fußballformel unterzogen - und dabei einen klaren Favoriten ermittelt: Brasilien wird nach Schätzung sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 31 Prozent Weltmeister. Die Wahrscheinlichkeit für die deutsche Titelverteidigung liegt bei diesem Modell bei 17 Prozent - der zweithöchste Wert. Wie die Forscher aus Innsbruck rechnen auch die Wissenschafter aus Münster damit, dass die beiden Teams im Finale aufeinandertreffen werden.

Die Elo-Bewertungen haben auch die Wirtschaftsexperten von Deloitte für ihre Prognose genutzt, die Daten aber mit historischen Ergebnissen und den Austragungsorten verrechnet und so eine Torerwartung ermittelt. Das Ergebnis auch hier: Brasilien wird Weltmeister, schlägt Deutschland bereits im Viertelfinale mit 2:1. Im Finale träfe die "Selecao" demnach auf Argentinien.

Shawn Mendes sang Portugal-Song ein

Pünktlich vor seinem ersten WM-Spiel an diesem Freitag in Sotschi gegen Spanien hat nun auch Europameister Portugal seinen eigenen Song für die WM. Kernaussage des Titels von Sänger Shawn Mendes aus Kanada: Aufgeben ist nicht in meinem Blut. Das Video dazu ist in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt unter anderem Spielszenen mit Superstar Cristiano Ronaldo. Alles getreu dem Motto der Portugiesen bei der WM: Erobere den Traum.

Belgiens Torhüter sieht Deutschland als Vorbild

Belgiens Torhüter Thibaut Courtois sieht Weltmeister Deutschland in Sachen Mentalität und Charakter als Vorbild für seine Mannschaft. "Wir haben schon eine Menge Spiele gewonnen, aber ein Turnier ist etwas anderes. Aber wer hat denn die Kultur des Gewinnens? Nur Deutschland, glaube ich, und ein paar Spieler aus Brasilien und Spanien", sagte der Chelsea-Schlussmann im Interview dem belgischen "Voetbal Magazine". Belgien war sowohl bei der WM 2014 als auch bei der EM 2016 im Viertelfinale gescheitert.

USA: Warnung vor Lauschangriffen in Russland

Die Spionageabwehr der USA hat WM-Besucher vor der akuten Gefahr von Lauschangriffen in Russland gewarnt. "Glauben Sie bloß nicht, dass Sie zu unwichtig sind, um ins Visier zu geraten", wandte sich der Chef der US-Spionageabwehrbehörde NCSC, William Evanina, am Mittwoch in einer Erklärung an alle nach Russland reisenden Fußball-Fans. Russische Geheimdienste und Cyber-Kriminelle hörten oft auch ganz normale Bürger ab. Evanina riet den Fußball-Touristen, nur jene Geräte mitzunehmen, auf die sie wirklich nicht verzichten könnten.

Pokal "eingesperrt"

Die Münchner Polizei hat ein Auge darauf, dass der WM-Pokal weiter in Deutschland bleibt. Auf Twitter posteten die Beamten ein bearbeitetes Foto der Trophäe, eingesperrt in eine Zelle. Dazu schrieben sie in der Nacht auf Donnerstag: "Wegen #Fluchtgefahr haben wir ihn eingekastelt. Keine Sorge Jungs! Bei uns ist er sicher!"

Man sagt nicht "Nasdrowje" beim Zuprosten

Einen russischen Ausdruck glauben alle Ausländer zu kennen - und genau der ist falsch: Man sagt beim Zuprosten nicht "Nasdrowje!". Trinksprüche sind in Russland beliebt und wichtig, doch um korrekt zu sein, sagt man "Sa twoje/wasche/nasche sdorowje" (Auf Deine/Ihre/Unsere Gesundheit). Völlig nutzlos ist die Kenntnis von "Na sdorowje" trotzdem nicht: So sagt man "Bitteschön", wenn sich jemand für eine erwiesene Wohltat bedankt.

»Mittwoch, 13.06.2018«

Häftlinge in Argentinien streiken für TV

Argentinische Häftlinge sind in einen Hungerstreik getreten, um die Spiele der WM im Fernsehen sehen zu können. "Kabelfernsehen ist ein unabdingbares Recht für jeden, der seiner Freiheit beraubt ist", erklärten neun Insassen der Haftanstalt Puerto Madryn rund 1.300 Kilometer südlich von Buenos Aires. Das Kabelfernsehen sei aber schon seit drei Tagen kaputt. "Wir haben beschlossen, solange nichts zu essen, bis das Problem gelöst ist", verkündeten die Häftlinge. Zusätzlich reichten sie Klage ein, um ihr Recht auf Kabelfernsehen durchzusetzen.

Unterstützung aus dem All

Mit außerirdischen Kräften soll der Auftakt für Gastgeber Russland gelingen. Der Spielball der Eröffnungsbegegnung gegen Saudi-Arabien kommt aus dem All. Zwei Monate lang umkreiste das Spielgerät an Bord der Raumstation ISS die Erde. Vor wenigen Tagen brachte ein Astronaut dann die kosmische Kugel aus der Schwerelosigkeit zurück.

Papst Franziskus ruft zu Brüderlichkeit auf

Papst Franziskus hat zu Dialog, Begegnung und Brüderlichkeit zwischen Kulturen und Religionen im Rahmen der WM aufgerufen. Auf diese Weise könne das Sportereignis Solidarität und Frieden in der Welt fördern, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Gleichzeitig übermittelte er allen Beteiligten - Sportlern, Organisatoren wie auch den Zuschauern in aller Welt - seine herzlichen Grüße.

Usain Bolt drückt Argentinien die Daumen

Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt drückt Lionel Messi und der Albiceleste die Daumen. "Ich bin schon seit vielen Jahren Argentinien-Fan. Sie haben schon oft ihr Potenzial gezeigt. Wenn sie gut spielen, können sie das Finale erreichen und es auch gewinnen. Ich hoffe, dass sie es dieses Mal packen", sagte der achtfache Olympiasieger.

Schweden von nur einem Fan empfangen

Schweden ist am Dienstagnachmittag in seiner Gastgeberstadt Gelendschik angekommen - und laut schwedischen Medien von einem einzigen Fan begrüßt worden. Nach der um eine gute halbe Stunde verzögerten Landung am kleinen Flughafen an der Schwarzmeerküste habe die 15 Jahre alte Margot aus der Gastgeberstadt auf die Kicker gewartet. Die Spieler seien direkt in den Bus gestiegen und in ihr Hotel gebracht worden.

Von Mexikanern und Kolumbianern

Mexikos Fußball-Legende Hugo Sanchez hat den mexikanischen Teamchef Juan-Carlos Osorio heftig kritisiert und einen einheimischen Coach für die Nationalmannschaft gefordert. "Der Trainer ist Kolumbianer, und seine Art, die Mannschaft aufzustellen, gefällt uns Mexikanern nicht. Er rotiert sehr viel, es ist schwer, daraus eine Spielweise zu erkennen. Das reicht nicht für eine WM. Die Leute sind damit unzufrieden", sagte Sanchez in einem Interview der "Sport Bild". Er habe nichts gegen ihn persönlich, Osorio sei "ein korrekter und gut erzogener Mensch, hat das Team zur WM gebracht, aber er ist kein Mexikaner", führte der 59-Jährige weiter aus. "Aufgrund meiner Ideologie werde ich nicht akzeptieren, dass ein Ausländer die Mannschaft trainiert. Mexiko gehört zu den großen Teams der Welt, und wir haben genug Trainer, die den Job prima machen können", sagte der frühere Top-Stürmer.

Bauer aus Bangladesch

Ein Bauer aus Bangladesch hat im Vorfeld der WM die längste Deutschland-Fahne der Welt genäht und vorgestellt. Amjad Hossain, Vater von zehn Kindern, wendete für die 5,5 Kilometer lange Flagge 5.000 Euro auf. Zehn Personen hätten während 15 Tagen daran gearbeitet, erklärte der 69-Jährige, der schon vor vier Jahren eine 3,5 Kilometer lange Deutschland-Fahne genäht hatte. Vor 13 Jahren erlösten ihn deutsche homöopathische Medikamente von Gallensteinen, womit sich seine Liebe zu Deutschland erklärt.

Sportbetrug?

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat mit einem eigenen WM-Ball gegen die eingeschränkte Pressefreiheit in Russland protestiert. Zwei Tage vor Turnier-Beginn wurde das Spielgerät vor der russischen Botschaft in Berlin vorgestellt. Verpixelte Bilder auf dem Ball lassen sich über einen integrierten Chip entpixeln. So werden Informationen sichtbar, etwa über inhaftierte Journalisten. Ein Mann mit Putin-Maske präsentierte den Ball. Auch der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt unterstützte die Aktion vor der russischen Botschaft. Zwei Tage vor WM-Start sei noch nicht klar, ob er selbst nach Russland reisen wird, sagte Seppelt. Seppelt gilt in Russland als Staatsfeind, nachdem er mit seinen Recherchen wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs in dem Land beigetragen hatte. Im Mai war ihm das Visum für die WM verweigert worden. Diese Entscheidung war - auch auf internationalen Druck - von Russland wieder zurückgenommen worden.

Brasilien noch nicht in Feierlaune

In Brasilien hält sich die Begeisterung für die WM kurz vor Anpfiff in Grenzen. 53 Prozent der Einwohner des Rekordweltmeister-Landes interessieren sich nicht für die Endrunde, wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha heißt. Nur 18 Prozent der Befragten gaben an, sich sehr für die WM zu interessieren. Laut der Umfrage halten aber 48 Prozent der Brasilianer ihr Nationalteam für den Favoriten.

Werbung für Ägypten

Die FIFA hat mit der ägyptischen Regierung einen Deal über ein Sponsoring für die WM 2018 in Russland abgeschlossen. "Ägypten - Experience & Invest", die für Tourismus in dem nordafrikanischen Land werben, übernahm den ersten von vier möglichen afrikanischen Plätzen in der drittklassigen Sponsoring-Kategorie, wie die FIFA am Dienstag mitteilte. Dies ist der erste WM-Sponsor des Weltverbands seit fünf Jahren, der nicht aus China, Katar oder Russland stammt. Von insgesamt 34 möglichen Sponsorenplätzen für die Endrunde in Russland sind nun 20 gefunden.

»Dienstag, 12.06.2018«

Ex-Weltmeister Ronaldo floh zum Friseur

Der 15-fache WM-Torschütze Ronaldo war nicht nur ein ausgezeichneter Fußballspieler - er ist auch ein gewiefter Medienprofi. Am Dienstag entledigte sich der Brasilianer, der 1994 und 2002 Weltmeister wurde, nach einigen Fernsehinterviews geschickt der Journalistenschar: Ronaldo ging einfach ein paar Meter weiter zu einer Friseurin. Zwei Tage vor Beginn der WM ließ sich der 41-Jährige im Moskauer Gorki-Park die Haare schneiden und entzog sich so weiteren Fragen. Zuvor hatte der bestens aufgelegte Ronaldo sein Heimatland als Favoriten auf den Titel bezeichnet. "Nicht, weil ich Brasilianer bin, sondern weil sie sehr gut spielen", sagte er beim Sponsorentermin. "2002 ist lange her. Es wird Zeit."

© APA/AFP/Mladen ANTONOV

Rein weibliche Ballkinder in Eröffnungsspiel

Beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien im Moskauer Luschniki-Stadion wird am Donnerstag eine Gruppe von 14 Mädchen als Ballkinder agieren. Die Teenager im Alter von 13 und 16 Jahren qualifizierten sich über einen Sponsor-Wettbewerb für die Aufgabe. Sie kommen aus Agrys, einer Kleinstadt in der Republik Tatarstan, wo sie in einem Fußballteam spielen. "Es ist wie in einem Märchen für sie", sagte ihr Trainer Ildar Idijatow. Laut Angaben des Organisationskomitees werden während der WM insgesamt 776 Ballkinder im Einsatz sein, bei einem Eröffnungsspiel wird es erstmals eine rein-weibliche Besetzung geben.

Russische Prostituierte bleiben Turnier fern

Die WM mit dem überwiegend männlichen Publikum hätte für die russischen Prostituierten ein großes Geschäft werden können. Tatsächlich werden die meisten Sexarbeiterinnen dem Turnier fern bleiben - um den Repressalien der Polizei zu entgehen. "Die meisten Bordelle schließen wegen der Warnungen der Polizei", sagte Irina Maslowa, Chefin der Organisation Silberne Rose, die sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen einsetzt. Nur jene Etablissements, die gute Beziehungen zu Polizei und Behörden hätten und dafür bezahlen, blieben geöffnet. Russland wolle laut Maslowa während der Weltmeisterschaft ein "sauberes Bild" abgeben und verfolge "unerwünschte Elemente" entschlossener.

Fast ein Drittel der Deutschen glaubt an Titelverteidigung

Fast ein Drittel der Deutschen glaubt an eine erfolgreiche Titelverteidigung. Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die vor dem letzten WM-Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien stattfand, rechnen 32 Prozent der Befragten mit einem Triumph des DFB-Teams. Nur zwei Prozent gehen von einem Scheitern schon in der Gruppenphase aus. 28 Prozent erwarten die Mannschaft im Halbfinale, 17 Prozent sehen das Aus im Viertelfinale kommen.

Brasilianische Checkliste für idealen Schlaf

Die Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft haben einem Medienbericht zufolge eine Checkliste für den idealen Schlaf bekommen. Laut "O Globo" stehen auf der Liste neun Empfehlungen vom Trainerstab um Nationalcoach Tite, damit die Spieler der Selecao bei der WM optimal schlafen. Demnach sollen die Hotelzimmer von Superstar Neymar und Co. in Sotschi eine Temperatur im Bereich von 21 bis 23 Grad haben. Außerdem soll kurz vor dem Schlafen auf Koffein und die Benutzung von Handy, Tablet und Fernsehen verzichtet werden. Wichtig sei auch, auf die richtige Schlafkleidung zu achten, "damit euch nicht zu warm wird".

Kooperationszentrum der Polizei eröffnet

Das internationale Kooperationszentrum, das während der Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) Polizisten aus den 32 Teilnehmerländern vereint, hat am Dienstag seine Arbeit aufgenommen. Es soll in erster Linie Ausschreitungen von gewaltbereiten Fans unterbinden und befindet sich in einer Polizeischule in der Nähe des rund 50 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Flughafens Domodedowo.

"Das Hauptziel unserer gemeinsamen Arbeit wird es sein, Gesetzesverstöße von Fans in den Regionen, wo WM-Spiele ausgetragen werden, zu minimieren", betonte der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew bei der Eröffnung des Zentrums. "Alle Sicherheitsmaßnahmen sind perfekt vorbereitet, ich danke den russischen Behörden für die hervorragende Organisation", sagte der deutsche FIFA-Sicherheitschef Helmut Spahn.

Weiter Unruhe in Mexikos Team nach Orgie-Gerüchten

Harmloses Geburtstagsfest oder doch ausschweifendes Bacchanal? Beim Fußball-WM-Teilnehmer Mexiko sorgt die Abendgestaltung des Teams an einem trainingsfreien Tag in der Vorbereitung auf die Endrunde weiter für Schlagzeilen. "Wir haben alle ein reines Gewissen", betonte Javier "Chicharito" Hernandez nun in einem Videochat mit Fans bei Facebook.

Der 30-Jährige weiß: Die Unruhe kommt zur Unzeit, denn gleich in ihrem ersten Spiel am Sonntag treffen die Mexikaner auf Weltmeister Deutschland. Und die wenig überzeugenden Auftritte von El Tri in den jüngsten Testspielen tragen auch nicht zur Beruhigung der Situation bei.

"Wir wissen, dass wir nichts Schlimmes gemacht haben", versicherte Chicharito. "Aber wenn sich die Gelegenheit erneut auftun sollte, würden wir das nicht mehr machen." Der Stürmer von West Ham United wehrte sich gegen die in Medienberichten erhobenen Vorwürfe, die Mannschaft habe mit 30 Prostituierten eine wilde Orgie gefeiert: "Es gab keine Escort-Damen! Nie wurde für so ein Thema bezahlt!" Eine solche Behauptung sei respektlos gegenüber den Gästen der Party, sagte Chicharito.

»Wir hatten schlicht und einfach frei«

Er selbst habe seine Teamkollegen eingeladen, um seinen Geburtstag am 1. Juni zu feiern. "Wir waren da und haben zu Abend gegessen", sagte der Rekordtorschütze seines Landes. "Es kamen viele Gäste, und jeder Spieler ging, wann er gehen wollte." Fast die gesamte Mannschaft habe an der Feier teilgenommen. Lediglich Ersatztormann Jesus Corona habe aus privaten Gründen gefehlt.

"Wir hatten schlicht und einfach frei", beteuerte Chicharito. Das Team habe nicht so viele Gelegenheiten, zu denen "alle 23 oder 24 zusammen sein und ein bisschen Spaß haben können, als Menschen oder junge Erwachsene oder was auch immer." Er wolle das Thema nun abschließen. Mexikos Kapitän Andres Guardado erklärte, Chicharito habe glücklicherweise die Gelegenheit genutzt, die Geschichte aufzuerklären.

Chicharito warb in dem Gespräch mit den Fans auch um Unterstützung für den bei vielen Anhängern nicht gerade beliebten Teamchef Juan Carlos Osorio. "Selbst wenn du mit ihm nicht einverstanden bist: Wenn du uns unterstützen willst, musst du auch ihn unterstützen. Er ist schließlich unser Trainer", sagte er zu einem Fan.

Osorio konzentriert sich auf seine Hauptaufgabe und richtet seinen Blick auf die Partie gegen den Titelverteidiger. "Es ist eine außergewöhnliche Chance für den mexikanischen Fußball", betonte der Kolumbianer. Chicharito glaubt deshalb trotz der schwachen Leistungen in der WM-Vorbereitung an die Sensation. "Klar kann man gegen Deutschland gewinnen", sagte er. "Ich sehe das Spiel als große Möglichkeit."

»Montag, 11.06.2018«

Farbenblinder Delaney mit Mühen bei Mexiko-Test

Dänemark in rot, Mexiko in grün - und doch hatte der dänische Nationalspieler Thomas Delaney beim Testspiel am Wochenende Probleme, Gegner und Mitspieler auseinanderzuhalten. Der Neo-Dortmunder ist rot-grün-farbenblind. Das eigentliche Problem aber waren nicht die farbigen Trikots, sondern die weißen Shorts. "Es war etwas schwer zu sehen, mit wem ich in einem Team war und gegen wen ich spielte", sagte der 26-Jährige dem Radiosender P3. Bei der WM dürfte Delaney zumindest in der Gruppenphase kaum Probleme bekommen. Die Dänen spielen gegen Frankreich (blau/weiß), Australien (gelb/dunkelgrün mit dunkler Hose) und Peru (rot/weiß).

© Jonathan NACKSTRAND / AFP Thomas Delaney

Krake Paul, Schneeleopard Sagar

Krake Paul wurde mit seinen richtigen Tipps bei der WM 2010 in Südafrika weltbekannt, für die WM in Russland lebt nun Schneeleopard Sagar seine Vorliebe für Bälle aus. Das sechs Jahre alte Tier soll die Spielausgänge der deutschen Nationalmannschaft voraussagen, indem er zwischen zwei Fußbällen - die mit den Länderflaggen der spielenden Teams beklebt sind - wählt. "Vielleicht reißt er sich auch zwei Bälle gleichzeitig unter den Nagel. Dann haben wir halt unentschieden", sagte Zoo-Pädagoge Christian Andres aus dem Zoo Neunkirchen im Saarland. Auch Russland hat übrigens sein eigenes WM-Orakel: der taube, weiße Kater Achilles aus Sankt Petersburg. Er hat beim Confederations Cup 2017 schon geübt: Achilles musste zwischen verschiedenen Fressnäpfen auswählen - und lag meistens richtig.

"Bobo" aus Polen

Seit einem halben Jahrhundert besucht der Pole Andrzej "Bobo" Bobowski WM- und EM-Spielstätten rund um den Globus. Nur logisch, dass der Warschauer auch in Russland - seiner elften Weltmeisterschaft - dabei ist. Der inzwischen 78-Jährige war seit 1978 bei jeder WM vor Ort, auch wenn sein Team nicht qualifiziert war. Geht es nach "Bobo", wird das heurige Ereignis für Polen besonders erfolgreich: "Ich habe von einem Finale Polen gegen Russland geträumt." Polens Auftakt am 19. Juni gegen Senegal ist auch Bobowskis Auftakt. Es wird das 136. WM-Spiel sein, das er live im Stadion sieht. Sein Markenzeichen, eine Krone samt kleinen Fußbällen drauf, hat Polens Superfan selbstverständlich - wie immer - dabei.

DFB-Team muss auf "heilende Hände" verzichten

Das DFB-Team muss in Russland auf seinen "Mann mit den heilenden Händen" verzichten. Physiotherapeut Klaus Eder musste sich am Pfingstsonntag einer Rückenoperation unterziehen und wird das Team erstmals seit 30 Jahren - oder sieben Welt- und acht Europameisterschaften - nicht begleiten. "So wie ich beieinander bin, kann ich der Mannschaft nicht helfen", erklärte der 64-Jährige.

Halleluja

Österreichs Geistlichkeit ist völlig uneins, wer Weltmeister wird. Hans Wurzer, seines Zeichens Pfarrer von Ybbs, Kapitän und Tormann der österreichischen Nationalmannschaft in Personalunion, erhofft sich Belgien als Sieger, auch wenn sein Geheimtipp in den letzten Jahren nie aufging. Franz Richter, der Pfarrer von Krems-St. Veit und Kapitän der diözesanen Fußballmannschaft "Hochwürden & Co." tippt auf Frankreich. Der fußballspielende Pfarrer von Pögstall, Karl Leisner-Becker, tippt hingegen auf Spanien als Weltmeister. Eines sei ihnen aber allen wichtig: Völkerverständigung durch Sport. Österreichs Priester-Nationalteam setzt sich übrigens aus Geistlichen von sechs Nationen zusammen. Motivation schöpfe das Team aus einem besonderen "Schlachtruf", so Wurzer: Ein ehrfurchtsvolles dreifaches 'Halleluja'.

Fußball-WM für Einbrecher ein Volltreffer

Alle zwei Jahre steht ein Fußball-Großereignis an, ein Highlight für alle Fußballfans - und für Einbrecher. Gemäß einer Studie der Wiener Städtischen Versicherung steige während Fußball-Welt- und Europameisterschaften die Anzahl der Einbrüche um zwölf Prozent an. Aber auch nach unten gebe es Ausreißer, etwa während der Europameisterschaft 2008, die gemeinsam von Österreich und der Schweiz - und damit quasi vor der Haustüre - ausgetragen wurde. Mit lediglich einem Prozent mehr Einbruchsschäden wäre der Fußball-Event-Effekt damals völlig ausgeblieben.

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