Russland hat Schulden vorzeitig beglichen: Gläubiger bekamen Geld komplett zurück

Mehr als 18 Mrd. Euro an Pariser Club überwiesen Auch Österreich bekam 1,25 Mrd. Euro rückerstattet

Russland hat seine Restschuld von 23,7 Milliarden Dollar (18,5 Mrd Euro) beim Pariser Club der Gläubigerländer vereinbarungsgemäß vorzeitig beglichen. Im Auftrag des russischen Finanzministeriums habe die Wneschekonombank das Geld an die Gläubiger überwiesen, teilte die Bank am Montag in Moskau mit. Möglich wurde die frühe Rückzahlung durch die hohen russischen Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft.

Es handelt sich um die bisher höchste Rückzahlungssumme in der 50-jährigen Geschichte des Pariser Clubs. Der größte Anteil an der Rückerstattung geht mit einer Summe von rund acht Milliarden Euro an Deutschland. Der Betrag enthalte eine Milliarde Dollar Prämie, um Deutschland für ausfallende Zinsen zu entschädigen.

Russland spare durch die vorzeitige Rückzahlung knapp zwölf Milliarden Dollar an Zinsen, teilte das Finanzministerium mit. Diese Summe soll nun in einen Fonds fließen, mit dem eine größere Vielfalt in der russischen Wirtschaftsproduktion gefördert werden soll. Nach der Tilgung der Verbindlichkeiten wolle Russland im Pariser Club als Kreditgeber aktiv werden. "Wir sind bereit, anderen Ländern Kredite zu gewähren", sagte Vizefinanzminister Sergej Stortschak.

Russland hat auch an Österreich vereinbarungsgemäß den Rest seiner Staatsschulden aus Umschuldungskrediten in Höhe von rund 1,25 Mrd. Euro oder 1,6 Mrd. US-Dollar vorzeitig zurückbezahlt. Das teilte die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) auf APA-Anfrage mit. (apa/red)