Russland krönt sich zum Europameister:
Besiegt Weltmeister Spanien im Finale

Für Gastgeber Spanien zum sechsten Mal nur Silber J.R. Holden schickt Gauchos ins Tal der Tränen

Russland krönt sich zum Europameister:
Besiegt Weltmeister Spanien im Finale

Der "russische Bär" ließ sich nicht auf die Hörner nehmen: Mit einem exakt 2,1 Sekunden vor Schluss sichergestellten 60:59-Erfolg über Weltmeister und Gastgeber Spanien hat sich Russland in Madrid erstmals zum Basketball-Europameister gekrönt. Den Iberern blieb zum bereits sechsten Mal "nur" Silber.

Es war buchstäblich "Maßarbeit", die der neue Europameister vor 14.000 Zuschauern im ausverkauften Madrider Sportpalast aufs Parkett gelegt hatte. Denn der spielentscheidende Korb durch den eingebürgerten US-Boy John Robert Holden bedeutete die erst zweite Führung im gesamten Spiel (davor 51:49/31.).

Die Spanier waren in der heimischen Arena buchstäblich wie die Feuerwehr gestartet und schon nach fünf Minuten 15:4 voran gelegen. Mit 25:13 (12.) erreichten sie ihren größten Vorsprung. In der Folge unterstrichen aber die von Andrej Kirilenko (Utah Jazz) angeführten Russen, dass sie ihr Handwerk in der Defensive ebenfalls verstehen und kamen so ins Spiel zurück. Die Gastgeber blieben zwar vorne, aber die Führung schmolz.

Ein Mitgrund dafür war sicher, dass Spaniens bester Scorer Pau Gasol (Memphis Grizzlies) ausgerechnet im Finale offensiv nicht den besten Tag hatte. Der Center erzielte erst nach 17 Minuten seinen ersten Korb überhaupt, blieb mit insgesamt vier Treffern bei 13 Versuchen aus dem Spiel und lediglich fünf von zwölf von der Freiwurflinie deutlich unter seinen Möglichkeiten. Insbesondere in der Schlussphase ließen die Spanier aber auch als Team aus. Die - wenigen - Punkte ab Mitte des vierten Viertels erzielte ausschließlich Gasol, der allein in dieser Phase allerdings auch fünf Freiwürfe vergab.

Nach dem 59:54 (1:48 vor dem Ende) brachten die Gastgeber den Ball überhaupt nicht mehr im Korb unter. Für Russland trafen in den letzten 77 Sekunden Kirilenko (zwei Freiwürfe), Nikita Morgunow und eben Holden. Gasols letzter Versuch landete am Ring und stürzte die Gastgeber in ein Tal der Tränen.

"Wir haben Spanien nervös gemacht und sind als Team aufgetreten", freute sich Kirilenko. Dass er auch zum "MVP" der 35. Basketball-EM gekürt wurde, war für den NBA-Star nach dem Gewinn der Goldmedaille zweitrangig. Auf der Gegenseite übernahm der trotz 14 "gepflückter" Rebounds "tragische Held" die volle Verantwortung für die Niederlage seiner Mannschaft. "Es war nicht mein bester Tag", gestand Gasol ein.

Mit Walther Kaszelik war beim Finale der "EuroBasket 07" auch Österreich vertreten. Der frühere ÖBV-Präsident fungierte als Technischer Kommissar. (apa/red)