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Russland-Affäre - Trump griff vor Gipfel mit Putin Sonderermittler an

US-Präsident beklagte erneut "Hexenjagd" und "Korruption"

US-Präsident Donald Trump hat von seiner Europa-Reise aus scharfe Attacken auf die Ermittlungen daheim in den USA zur Russland-Affäre gefahren. Diese Untersuchung sei "vielleicht der korrupteste und verdorbenste Fall aller Zeiten", schrieb Trump am Mittwochabend von Brüssel aus im Onlinedienst Twitter.

Am Donnerstag in der Früh legte er nach und schrieb von "so viel Korruption" aufseiten der Ermittler. Anlass seines Zorns war die Weigerung einer früheren Mitarbeiterin von Sonderermittler Robert Mueller, vor einem Kongressausschuss auszusagen.

Die frühere FBI-Mitarbeiterin Lisa Page spielt eine wichtige Rolle beim Versuch Trumps und seiner Partei, die Ermittlungen zur Russlandaffäre als voreingenommen zu diskreditieren. Die frühere FBI-Agentin hatte sich aus dem Team von Sonderermittler Mueller zurückziehen müssen, nachdem bekannt geworden war, dass sie sich in privaten Kurznachrichten an einen Kollegen und Liebhaber abschätzig über den Präsidentschaftskandidaten Trump geäußert hatte. Auch der Kollege musste gehen.

Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses hatte Page für Mittwoch zu einer Befragung vorgeladen, sie erschien aber nicht. "Wow, ist das wirklich überraschend?", twitterte Trump daraufhin sarkastisch. "Zusammen mit ihrem Lover, FBI-Agent Peter Strzok, hat sie an dieser manipulierten Hexenjagd gearbeitet."

Der Ausschussvorsitzende Bob Goodlatte warf Page vor, die Vorladung ohne Entschuldigung missachtet zu haben. Er setzte ihr eine Frist bis Freitag, doch noch vor dem Ausschuss zu erscheinen. Andernfalls müsse sie mit einem Verfahren wegen Missachtung der Justiz rechnen.

Eine Anwältin von Page sagte, ihre Mandantin sei bereit zur Zusammenarbeit. Sie habe der Vorladung aber nicht Folge leisten können, weil sie noch keinen Zugang zu FBI-Dokumenten habe, die sie zur Vorbereitung benötige. Der Ausschuss habe ihre Bitte um eine spätere Anhörung ignoriert.

Der frühere FBI-Chef Mueller war im Mai 2017 vom Justizministerium zum Sonderermittler ernannt worden. Er untersucht die mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams. Außerdem geht er dem Verdacht der Justizbehinderung durch Trump nach. Trump weist alle Vorwürfe von sich.

Am 16. Juli trifft Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki erstmals zu einem gesonderten Gipfel USA-Russland. Das Verhältnis zwischen Moskau und Washington ist aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zu zahlreichen weltpolitischen Fragen stark belastet.

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