Fakten von

Russisches Militär untersucht westliche Marschflugkörper aus Syrien

Besonders interessant ist die Steuerung und die radarabweisende Oberfläche

Nach dem westlichen Luftangriff in Syrien sind dem russischen Militär eigenen Angaben zufolge zwei nicht explodierte Marschflugkörper in die Hände gefallen. Die Waffen seien zur Untersuchung nach Russland gebracht worden. Das sagte eine Quelle im Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau der Agentur Interfax.

Besonders interessant seien die Steuerung und die radarabweisende Oberfläche der gut erhaltenen Marschflugkörper. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien beschossen und dies mit Vergeltung für einen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma begründet. Er geht nach westlicher Einschätzung auf das Konto der syrischen Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte vorher in einem Tweet den Einsatz von Raketen angekündigt, die "schön und neu und smart" seien.

Die USA setzten bei dem Angriff Marschflugkörper der US-Typen JASSM (von Bombern) und Tomahawk (von Schiffen) ein. Britische und französische Flugzeuge feuerten in Europa entwickelte Marschflugkörper des Typs Scalp (Storm Shadow) ab, eine französische Fregatte zudem die neue Skalp-Marineversion MdCN.

Nach Militärangaben der westlichen Länder trafen die Marschflugkörper genau ihre Ziele. Das russische Verteidigungsministerium erklärt dagegen, die syrische Luftabwehr habe 71 von 103 Geschossen abgefangen und zerstört. Belege dafür wurden nicht präsentiert. Russland und der Iran sind in Syrien die militärischen Schutzmächte der Regierung.

Kommentare