Russisches Flugzeug in Prag notgelandet: Betrunkener hatte zu randalieren begonnen

Täter wurde schließlich von Jet-Insassan überwältigt 168 Passagiere blieben bei Zwischenfall unverletzt

Ein Ehestreit an Bord eines russischen Flugzeugs mit 168 Passagieren hat Entführungsalarm ausgelöst. Nachdem der Pilot der Aeroflot-Maschine wegen einer Notlage an Bord um die Erlaubnis zur Notlandung auf dem Flughafen in Prag gebeten hatte, war die tschechische Polizei zunächst von einer Entführung ausgegangen, sagte Polizeipräsident Vladislav Husak. Der Airbus war auf dem Weg von Moskau nach Genf. Auf dem Prager Flughafen trat ein Krisenstab zusammen, Rettungsteams und Feuerwehr eilten nach der Notlandung auf das Flugfeld.

Als tschechische Polizisten die angeblich entführte Maschine betraten, herrschte dort allerdings schon wieder Normalität: Passagiere hatten den randalierenden Mann überwältigt und übergaben ihn den Beamten, die ihn am Nachmittag noch verhörten. Berichten tschechischer Medien zufolge war der Streit des Mannes mit seiner Frau so eskaliert, dass die Besatzung des Flugzeuges es aus Sicherheitsgründen für besser hielt, den Flug in Prag zu unterbrechen.

Die Polizei durchsuchte das Gepäck der Passagiere, weil der randalierende Fahrgast, der als Jewgenni Dagajew (32) identifiziert wurde, gedroht hatte, die Maschine in die Luft zu sprengen. Er hatte auch eine Änderung der Route verlangt, sagte Aeroflots stellvertretender Generaldirektor Lew Koschljakow. Der Mann habe eine Schlägerei unter den Passagieren angezettelt und damit gedroht, das Flugzeug zu beschädigen. Er sei dann aber von beherzten Passagieren überwältigt worden. Dabei erlitt er leichte Verletzungen, hieß es.

Nach Angaben des Tschechischen Fernsehens beruhigte sich die Situation auf dem Prager Flughafen Ruzyne im Laufe des Tages. Auch der Flugverkehr wurde durch den Zwischenfall nicht beeinträchtigt. Aeroflot zufolge sollte die Maschine - ein Airbus 321 - umgehend für den Weiterflug nach Genf vorbereitet werden. Ehe die Maschine ihren Flug fortsetzen kann, soll das Flugzeug noch einmal auf eventuelle Schäden untersucht werden.

Die Passagiere seien alle wohl auf, teilte Aeroflot Moskau mit. Nach Auskunft eines Genfer Flughafensprechers sind die Mehrheit von ihnen russische Touristen, die ihre Ferien in den Schweizer Alpen verbringen wollen. Auch der Randalierer war offenbar mit seiner Familie auf dem Weg in die Schweiz.

(apa/red)