Russischer Drohnenangriff auf Kiew und die Südukraine

von Russischer Drohnenangriff auf Kiew und die Südukraine © Bild: APA/APA/AFP/SERGEY BOBOK

Zerstörungen in der Ukraine enorm

Russland hat in der Nacht die ukrainische Hauptstadt Kiew und den Süden der Ukraine mit Drohnen angegriffen. Dabei wurde mindestens ein Zivilist verletzt und eine Gaspipeline sowie Wohngebäude im Fluss- und Seehafen von Mykolajiw beschädigt, wie das ukrainische Militär am Sonntag mitteilte. 40 von 45 von Russland gestartete Shahed-Angriffsdrohnen seien zerstört worden, gab die ukrainische Luftwaffe über die Messaging-App Telegram bekannt.

"Der Luftalarm in der Hauptstadt dauerte fast zwei Stunden", erklärte Serhiy Popko, der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, auf Telegram. Er fügte hinzu, dass alle Drohnen über Kiew beim Anflug abgeschossen wurden. Nach vorläufigen Informationen gab es weder Opfer noch Zerstörungen in oder nahe der Hauptstadt.

Das ukrainische Militärkommando im Süden des Landes teilte auf Telegramm mit, dass seine Luftabwehrsysteme mehr als fünf Stunden lang im Einsatz waren und 26 von Russland abgeschossene Shahed-Drohnen über mehreren südlichen Regionen, vor allem über der Region Mykolajiw in der Nähe des Schwarzen Meeres, zerstört haben. Mindestens ein Zivilist wurde bei dem Angriff im Süden der Ukraine verletzt, teilte das Militär mit.

Hauptziel sei erneut der Küstenstreifen mit Infrastruktur und agroindustriellen Einrichtungen gewesen. Herabfallende Trümmer einer abgeschossenen Drohne und die Druckwelle hätten Wohnhäuser und eine Gasleitung in Mykolajiw beschädigt. Über dem Schwarzmeerhafen Odessa seien vier Drohnen abgeschossen worden. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in den letzten Monaten ihre Luftangriffe abseits der Frontlinie verstärkt und die kritische Energie-, Militär- und Verkehrsinfrastruktur der jeweils anderen Seite ins Visier genommen.

Unterdessen ernannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den früheren stellvertretenden Verteidigungsminister Olexandr Pawliuk zum neuen Kommandant der Bodentruppen. Dies geht aus einem am Sonntag veröffentlichten Dekret hervor.

Nach Angaben aus Kiew nutzen die russischen Truppen in der Ukraine den Satelliten-Internetdienst Starlink des US-Milliardärs Elon Musk. Der ukrainische Militärgeheimdienst veröffentlichte eine Audioaufnahme auf Telegram, bei der russische Fallschirmjäger die Aufstellung von Starlink-Terminals besprechen sollen. Eine Stellungnahme Russlands liegt nicht vor. Starlink wird von SpaceX betrieben. Das Unternehmen des Tesla-Chefs Musk hat in der vergangenen Woche erklärt, man habe keine Geschäftsbeziehungen mit Russland und Starlink funktioniere dort nicht.

Musk bekräftigte dies am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in einem Post auf seinem Netzwerk X (vormals Twitter). "Nach unserem besten Wissen wurden keine Starlinks direkt oder indirekt an Russland verkauft", schrieb Musk.