Russische Hauptstadt trauert um Opfer:
Zahl der Toten auf 39 Menschen gestiegen

Suche nach Drahtziehern der Tat läuft auf Hochtouren Russische Hauptstadt begeht einen Tag der Trauer

Russische Hauptstadt trauert um Opfer:
Zahl der Toten auf 39 Menschen gestiegen © Bild: Reuters/Davydov

Trauer und Wut nach dem doppelten Terroranschlag in der Moskauer U-Bahn: In der russischen Hauptstadt wurden die Fahnen an offiziellen Gebäuden auf halbmast gesetzt. Als Zeichen der Trauer verzichteten Fernseh- und Hörfunksender auf Unterhaltungsprogramme und Werbung. Die russisch-orthodoxe Kirche organisierte Trauergottesdienste. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 39. Ein Mann sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben, sagte der Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Selzowski. Ärzte schlossen nicht aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte, da unter den noch etwa 70 Verletzten einige noch immer um ihr Leben ringen.

In der Millionenmetropole Moskau wird am Dienstag der Opfer gedacht. Mehr als 70 Menschen wurden in der Nacht noch in Krankenhäusern behandelt. Der schwerste Terrorakt in Moskau seit sechs Jahren löste international Entsetzen aus. US-Präsident Obama telefonierte am Abend mit Kremlchef Medwedew, um ihm persönlich sein Beileid auszusprechen. Medwedew legte in der Moskauer Metro am späten Abend Blumen nieder und kündigte an, die Terroristen finden und töten zu lassen.

Nach dem Doppelanschlag fahnden die russischen Behörden nach den Drahtziehern der Tat. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, der Geheimdienst FSB habe die Identität der beiden Selbstmordattentäterinnen festgestellt, die sich im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt hatten.

Außerdem seien mit Hilfe von Überwachungskameras zwei mutmaßliche Helferinnen identifiziert worden, die die Täterinnen begleitet haben sollen. Die Frauen und ein möglicher dritten Helfer würden gesucht. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. FSB-Chef Alexander Bortnikow machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich, in denen die russische Regierung hart gegen Separatisten vorgeht. Außenminister Sergej Lawrow brachte eine Verbindung der Täter zu islamistischen Terroristen aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ins Spiel.

Schwerster Anschlag seit sechs Jahren
Die russische Hauptstadt ist seit den 90er Jahren immer wieder von tödlichen Anschlägen erschüttert worden. Der jüngste Anschlag war das größte Blutbad seit sechs Jahren in der U-Bahn.

Die Sprengsätze in Moskau waren am Montag auf der roten Metro-Linie innerhalb von weniger als einer Stunde hochgegangen. Zur ersten Explosion kam es an der Lubjanka, dem Platz und Sitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Von dort werden die Operationen russischer Sicherheitskräfte gegen islamistische Untergrundkämpfer im Nordkaukasus gesteuert.
(apa/red)