Russin Kaniskina gewinnt 20 km Gehen:
Weltmeisterin siegt im Pekinger Dauerregen

Laut Deutscher Seeger halbe Trainingsgruppe gedopt "Habe hier unfairstes Rennen meiner Karriere erlebt"

Russin Kaniskina gewinnt 20 km Gehen:
Weltmeisterin siegt im Pekinger Dauerregen

Die russische Weltmeisterin Olga Kaniskina ist im Dauerregen von Peking Olympiasiegerin über 20 Kilometer Gehen geworden. Die 23-jährige Vize-Europameisterin von 2006 gewann in der neuen olympischen Rekordzeit von 1:26:31 Stunden überlegen vor der Norwegerin Kjersti Platzer (1:27,07) und der Italienerin Elisa Rigaudo (1:27:12) die Goldmedaille. Die deutsche Geherin Melanie Seeger, die nur 23. wurde, klagte nach dem Rennen die Konkurrenz an.

"Ich habe hier das unfairste Rennen meiner Karriere erlebt", sagte die 31-Jährige. Bei den Spielen von Athen 2004 war die Potsdamerin mit einer Zeit Fünfte geworden, die diesmal nur zu Platz 15 gereicht hätte. "Die Spitze kann Zeiten gehen, da können wir trainieren, so viel wir wollen. Ich kann es nicht fassen. Das ist einfach nur traurig", meinte Seeger.

Seeger fordert stärkeren Kampf gegen Doping
"Ich hoffe, dass die große Bombe platzt und wir unsere Chance bekommen." Zur neuen Olympiasiegerin Olga Kaniskina aus Russland bemerkte die Deutsche: "Die Russin kommt aus einer Trainingsgruppe, wo die Hälfte gedopt ist." Wenn diese Entwicklung so weiterginge, würden Medaillen künftig bei Zeiten von 1:24 Stunden vergeben. "Da habe ich absolut keine Chance. 1:27 Stunden ist das absolute Maximum, was ich erreichen kann", sagte Seeger, die weitergehende Maßnahmen im Kampf gegen Doping forderte: "So lange Doping-Kontrolleure keinen Diplomatenstatus bekommen, brauchen solche Leute gar nicht an den Start zu gehen."

Dabei hat die Grundschullehrerin vor allem die Situation in Russland im Blick: "Da laufen Trainingskolleginnen der Weltmeisterin in ihrem ersten Wettkampf gleich mal 1:26 Stunden, das kann ich nie schaffen."

(apa/red)