Russen beweisen "Charakter zu besitzen":
Torschütze Syrjanow will Treffer nachholen

Angeschlagener Biljaletdinow voraussichtlich wieder fit Rückkehr des gesperrten Spielmachers Arschawin

 Russen beweisen "Charakter zu besitzen":
Torschütze Syrjanow will Treffer nachholen © Bild: Reuters/Charisius

Roman Pawljutschenko war für die technische Kommission der UEFA zwar der Mann des Spiels, doch Russlands Teamchef Guus Hiddink hatte der gesamten Mannschaft ein Pauschallob für die Leistung beim 1:0 (1:0)-Sieg über EM-Titelverteidiger Griechenland ausgesprochen. "Er hat uns gesagt, dass wir Fußball spielen können", verriet Innenverteidiger Denis Kolodin.

Vier Tage zuvor war der 61-jährige Erfolgscoach dagegen nach der 1:4-Auftaktniederlage gegen Spanien in der Kabine noch sehr laut geworden, weil seine Burschen im Abwehrverhalten "Anfängerfehler wie eine Schülermannschaft" begangen hatten. Doch mit der soliden und erfolgreichen Vorstellung gegen den Europameister von 2004 hat Hiddinks Team bewiesen, dass es sehr schnell lernen kann.

"Wir wollten beweisen, dass die Russen Charakter besitzen", betonte Stürmer Pawljutschenko, der zwar sehr engagiert spielte, aber zu viele hundertprozentige Chancen ausließ. Angesichts der drei Punkte unterm Strich waren die vergebenen Sitzer nicht weiter schlimm für ihn. "Egal, die Hauptsache ist, wir haben gesiegt. Das ist einfach wunderbar."

Biljaletdinow voraussichtlich wieder dabei
Sein Teamkollege Dinijar Biljaletdinow, der in Minute 69 leicht angeschlagen vom Feld musste, aber laut eigenen Angaben für das Gruppen-Endspiel um Platz zwei am Mittwochabend in Innsbruck gegen Schweden wieder fit werden sollte, hatte die bangen Schlussminuten von der Bank aus miterleben müssen. "In diesen letzten 20 Minuten, bin ich um Jahre gealtert", meinte der Mittelfeldspieler.

"Es ist ärgerlich, wenn man seine Chancen nicht nutzt. Wir waren überlegen und haben mehr Zweikämpfe gewonnen als gegen Spanien, doch unser Hauptproblem war die Chancenauswertung. Hätten wir das zweite Tor gemacht, wären wir ruhiger geworden. Gegen Schweden müssen wir das besser machen, aber auch in der Abwehr müssen wir sicherer werden", forderte Biljaletdinow.

"Nur den Fuß hingehalten"
Überglücklich war Torschütze Konstantin Syrjanow, der zu seinem "Goldtreffer" meinte: "Als ich den Ball ins leere Tor geschossen habe, hat mir Gott geholfen. Ich habe nicht gesehen, wohin der Ball fliegt und habe nur den Fuß hingehalten."

Gedanklich war der 30-Jährige, der exakt einen Monat nach dem UEFA-Cup-Sieg mit Zenit St. Petersburg in Manchester, wo er zum 2:0-Endstand über die Glasgow Rangers getroffen hatte, wieder ein wichtiges Tor erzielte, aber bereits beim "nächsten Finale" gegen Schweden. "Wir hatten im Abschluss gegen die Griechen auch etwas Pech, aber ich hoffe, dass wir die versäumten Tore nun gegen die Schweden nachholen werden."

Nach der Rückkehr des für die ersten beiden EM-Partien gesperrten Spielmachers Andrej Arschawin wird Hiddink gegen die Skandinavier wohl erstmals aus dem Vollen schöpfen können, denn neben Biljaletdinow gab auch Juri Schirkow bereits Entwarnung. "Gesundheitlich ist alles in Ordnung, es ist nichts weiter passiert, ich habe nur um die Auswechslung gebeten, weil meine Muskeln etwas verhärtet waren. Bis zum nächsten Spiel ist alles okay", glaubt der Außenverteidiger.
(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?

Click!