Kino-Check von

Brühl brilliert

Deutscher Schauspieler überzeugt in ausgezeichnetem "Rush" als Niki Lauda

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    Rush - Alles für den Sieg

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    Rush - Alles für den Sieg

Das Jahr 1976 lässt vermutlich bei sämtlichen Formel-1-Fans Gänsehaut aufsteigen. 1976 brachte eine der spannendsten Saisonen in der Geschichte dieses Motor-Rennsports. Es war die Saison des Niki Lauda und es war die Saison des James Hunt. Die Saison einer knallharten Rivalität. Und genau diese lodert nun, 37 Jahre später, erneut auf. Und zwar in dem Film „Rush – Alles für den Sieg“. Gänsehaut-Feeling erneut inklusive.

Ein Rennpilot, der jeden Tag lebt, als wäre es sein letzter und der alles gibt für den Sieg – inklusive seinem Leben. Ihm gegenüber steht sein bitterster Kontrahent: Ein Perfektionist, der sich nie von seinen Gefühlen leiten lässt, ein technisches Genie, ein Denker. Der Perfektionist ist immer einen Schritt voraus, doch stets spürt er den Atem des Lebemanns im Genick. Es ist ein haarscharfes Duell, das die Massen fasziniert. Doch dann passiert ein beinahe tödlicher Unfall und das Feld wird neu gemischt.

Es ist ein Stoff, wie gemacht für Hollywood, doch die besten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben selbst: Niki Lauda, der Disziplinierte und James Hunt, der Formel-1-Rockstar lieferten diese reale Vorlage in den 70er-Jahren. Eigentlich musste Hollywood nur noch zur Kamera greifen und die Story verfilmen, um einen Hit zu landen. Und genau das tut Regisseur Ron Howard mit „Rush“.

Brillanter Brühl

Erzählt wird die Story aus der Sicht Niki Laudas, der dem britischen Drehbuchautor Peter Morgan auch persönlich wertvolle Informationen lieferte. Gespielt wird Lauda vom preisgekrönten deutschen Mimen Daniel Brühl, der wieder einmal seine Wandelbarkeit demonstriert und den disziplinierten sowie auch arroganten Ehrgeizler perfekt verkörpert und dennoch Sympathien auf seiner Seite weiß. Auch die Harmonie mit dem australischen Schönling Chris Hemsworth als James Hunt stimmt, wobei es stets der herausragende Brühl bleibt, der den Film trägt.

Einzig Brühls Wiener Akzent beschert anfangs ein irritierendes Gefühl: Der Deutsche lernte sich, einen Monat in Wien verbringend, die Lauda-Sprache zum Verwechseln gut an. Und ist die Anfangs-Irritation überwunden ist das ebenso ein großer Pluspunkt, denn wie es der Darsteller bei der Wien-Premiere selbst am besten formulierte, spiegle diese Sprache auch eine gewisse Haltung wieder: Von Humor über Ironie und Sarkasmus bis zu einer gewissen Arroganz – alles Eigenschaften, die einem Niki Lauda nicht abgesprochen werden können und die für Brühls Spiel somit essentiell sind.

Es wäre natürlich nicht Hollywood, würde es zum Ende nicht doch eine Art Happy End nach all den Dramen geben. Dennoch macht Ron Howard (der sich für Werke wie „Apollo 13“, „A Beautiful Mind“ oder „Frost/Nixon“ verantwortlich zeichnet) bei „Rush“ alles richtig und liefert einen spannenden, kurzatmigen und dennoch nicht über-inszenierten oder verkitschten Kinoabend. Vielmehr zeigt er, dass Hollywood auch heute noch für wahrlich gute Unterhaltung stehen kann.

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