Landwirtschaft von

Rupprechter einigt
sich mit Biobauern

Landwirtschaftsminister verzichtet nach Protesten auf Förderkürzungen

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter einigt sich mit den Biobauern. © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat sich am Mittwoch mit den Biobauern auf ein Förderprogramm für die Periode 2015 bis 2020 geeinigt. Die von Bio Austria scharf kritisierte geplante Staffelung der Prämie im Bio-Ackerbau nach Tierbestand kommt nicht mit, "drastische Förderkürzungen" bleiben aus.

Im Rahmen des Agrar-Umweltprogramms (ÖPUL) steigt die Förderung für die "biologische Wirtschaftsweise" um 12 Prozent von 99,8 Mio. Euro (2012) auf 111,9 Mio. Euro (ab 2015).

Einstiegstopp für Förderprogramm bis 2015

Seit 2010 gibt es einen Einstiegstopp für das Biolandbau-Förderprogramm. 2015 und 2016 sollen dann Biobauern wieder neu in das Programm einsteigen können, sagte Rupprechter am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Der Bio-Flächenzuwachs sei im Förderplus für den Biolandbau bereits einberechnet. In zwei Jahren soll dann die Wiener Universität für Bodenkultur die Effektivität des Bio-Förderprogramms überprüfen.

Der Verband Bio Austria begrüßte die Einigung, ist aber nicht komplett zufrieden. Rupprechter habe sich bewegt, aber ein richtiger Ausbau des Biolandbaus sei das Programm auch nicht, sagte Bio-Austria-Obmann Rudolf Vierbauch. Er erwarte ein Bioflächen-Plus von 15 Prozent. Derzeit werden in Österreich rund 430.000 Hektar nach Bio-Kriterien bewirtschaftet - das sind rund 20 Prozent der heimischen Agrarflächen.

In der künftigen Förderperiode werde der Bio-Anteil an der Gesamtfläche um rund drei bis vier Prozentpunkte steigen, erwartet Vierbauch.

Bio-Pionier warnt vor Rückgang

Bio-Pionier Werner Lampert - Erfinder der Bio-Marken "Ja!Natürlich" und "Zurück zum Ursprung" - warnt vor einem Rückgang bei den Biobauern und vor einer Industrialisierung der Produktion. "Die Leistungssteigerungen sind bei biologischer Landwirtschaft eingeschränkt, daher stellen viele wieder um. Bisher haben mehr Bauern auf Bio umgestellt, heuer gehen erstmals wieder mehr zur konventionellen Landwirtschaft zurück", sagte er dem "WirtschaftsBlatt". Die größte Gefahr sei, wenn der Bauer zum Industriearbeiter werde. Insgesamt sieht er die Zukunft der Landwirtschaft dennoch positiv. "Die Bauern haben noch nie so gut verdient wie jetzt, die Produktpreise sind hoch, die Förderungen gut."

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