Rund 43.000 legale Pfleger in Österreich: Illegal sind fast genauso viele beschäftigt

Landesregierungen nennen kaum exakte Zahlen An die 69.000 Wohn- und Pflegeplätze in Österreich

Die Zahl der illegalen Pflegekräfte in Österreich wird auf "bis zu 40.000" geschätzt. Wie viele legale Beschäftigte es im Pflegebereich gibt, wollte die APA in einem Rundruf in den neun Bundesländern erfragen. Das Ergebnis: Exakte Angaben waren kaum zu bekommen. Nach Auskünften der Landesregierungen dürfte es österreichweit rund 43.000 legale Pfleger geben. Vergleichen lassen sich die beiden Größenordnungen jedoch nur schwer, da die Diskussion um illegale Kräfte den weiten Bogen von Einkaufshelfern bis tatsächlich mit Pflegeaufgaben betrauten Personen einschließt und auch die Angaben der Länder die Differenzierung zwischen Kranken- und Altenpfleger nicht in allen Fällen liefern.

In Oberösterreich wollte man keine Schätzung über illegal beschäftigte Helfer abgeben, wie das Büro des oberösterreichischen Soziallandesrates Josef Ackerl (S) zur APA sagte. Dies wäre nur "Spekulation", weil es keine verlässlichen Zahlen gebe. Man gehe davon aus, dass rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen daheim von Angehörigen oder eben anderen Personen betreut würden. Einen Anhaltspunkt würde die Zahl der Pflegegeldbezieher - rund 50.000 Bundes- und 8.500 Landespflegegeldbezieher - geben. In den Alten- und Pflegeheimen werden laut Ackerl rund 11.800 Personen betreut. Mobile Dienste für Hauskrankenpflege, mobile Hilfe und Betreuung nehmen rund 19.000 Personen in Anspruch.

Von einem Pflegenotstand zu sprechen, sei jedenfalls übertrieben, so Ackerl: In den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen seien rund 7.300 Personen beschäftigt, davon 5.200 direkt im Pflegebereich. In den mobilen Diensten seien insgesamt 1.290 Mitarbeiter tätig. Letztere statteten im Jahr 2004 mehr als 1,36 Mio. Hausbesuche ab - im Vergleich der zuvor liegenden zehn Jahre eine Zuwachs von 163,6 Prozent.

Niederösterreich:
Die 22 Landeskliniken in Niederösterreich beschäftigen derzeit rund 5.100 diplomierte Krankenschwestern- und Pfleger sowie 840 Pflegehelfer. Die Zahlen über die fünf Gemeindespitäler - Wiener Neustadt, Korneuburg, Klosterneuburg, Stockerau und Neunkirchen - lagen bei der NÖ Landeskliniken Holding nicht vor.

In den Pflegeheimen sowie bei mobilen Diensten arbeiten insgesamt 10.300 Mitarbeiter. 4.000 verrichten ihre Tätigkeit in den 49 Einrichtungen des Landes, 2.800 sind in insgesamt 52 privaten Zentren beschäftigt. 3.500 Angestellte gehen der mobilen Pflege nach, hieß es aus dem Büro von Landesrätin Petra Bohuslav (V). 66.000 zu betreuende Personen gibt es aktuell in Niederösterreich.

Vorarlberg:
In Vorarlberg sind in den Krankenhäusern rund 2.000 diplomierte und andere Pflegekräfte beschäftigt, in Pflegeheimen und in der ambulanten Hauskrankenpflege weitere rund 1.600. Für den illegalen Bereich gibt es im Ländle nur eine ungefähre Vermutung: Rund 600.

Tirol:
In Tirol gibt es nach Angaben der Landessanitätsdirektion insgesamt 6.567 Vollzeitäquivalente (ausgewertete Daten für 2004). Im Krankenanstaltenbereich (ohne Sanatorien) zählt das Land 4.376 Vollzeitäquivalente im Pflegebereich, davon 3.537 Diplomkräfte und 839 Pflegehelfer. Bei den Pflegeheimen - jenen, die mit dem Land eine Leistungsvereinbarung haben - gibt es 2.021 Vollzeitäquivalente, davon 414 Diplomkräfte und 1.290 Pflegehelfer/Altenfachbetreuer. Der Rest sind angelernte Hilfskräfte. Im Sprengelbereich gibt es 471 Pflegepersonen, die zusammen 170 Vollzeitäquivalente ergeben, davon sind 277 Diplomkräfte und 194 Pflegehelfer/Altenfachbetreuer.

Salzburg:
In Salzburg gibt es laut Sozial-Landesrat und Personalreferent Erwin Buchinger (S) keine offiziellen Zahlen. In den Seniorenpflegeheimen sind rund 1.700 Personen in der Pflege beschäftigt (die etwa 5.000 Menschen betreuen), davon sind etwas mehr als 30 Prozent diplomierte Helfer. Die 16 mobilen Dienste betreuen ebenfalls rund 5.000 Menschen, hier wird die Zahl der Pflegekräfte auf 1.200 bis 1.300 geschätzt, so Buchinger. In den Salzburger Landeskliniken gibt es 1.550 diplomierte Pfleger/innen und 588 Pflegehelfer, von den Gemeinde- und Privatspitälern gibt es keine Zahlen, so Buchinger.

Wien:
Wien verzeichnet im stationären Pflegebereich mehr als 8.000 Mitarbeiter. Rund die Hälfte dieses Personals ist in den städtischen Geriatriezentren tätig. Zum nicht-stationären Bereich gibt es in der Bundeshauptstadt nur eine Auflistung über die Einsatzstunden. Diese betragen pro Jahr 4,4 Millionen. Darunter fallen sowohl Pflegeleistungen durch Heimhilfen als auch geringer qualifizierte Tätigkeiten, wie sie etwa Besuchsdienste durchführen.

Burgenland:
Im Burgenland sind 335 Personen legal in der Hauskrankenpflege tätig, darunter diplomierte Krankenschwestern, Pflegehelfer und Heimhelfer, war im Büro des Soziallandesrats Peter Rezar (S) zu erfahren. Mit 130 stellt das Hilfswerk das größte "Kontingent", auch die Caritas, die Volkshilfe und das Rote Kreuz bieten Unterstützung. Rund 1.600 Menschen leben in burgenländischen Alten- und Pflegeheimen (Stand Ende 2005). Etwa noch einmal so viele werden offiziell in der Heimpflege betreut. Geschätzt wird, dass 500 Pfleger illegal tätig sind, wobei diese Zahl im Burgenland sicher geringer sei, da auf Grund der ländlichen Strukturen viele von der Familie oder Nachbarn betreut werden.

Kärnten:
In Kärnten sind 1.200 Pfleger in Heimen tätig. 1.000 Kräfte arbeiten für mobile Dienste.

Steiermark:
In der Steiermark sind laut Büro von Soziallandesrat Kurt Flecker (S) 2.900 Pfleger tätig. Davon seien 600 diplomiert, 1.700 Alten- und Pflegehelfer und 600 sind angelernte Hilfskräfte.

Laut Sozialministerium beträgt die aktuelle Zahl der Wohn- und Pflegeplätze auf der Basis des Verzeichnisses Alten- und Pflegeheime in Österreich beträgt die Anzahl der mit Stand Jahresende 2004 insgesamt 68.461. Davon sind 33.996 Pflegeplätze, die anderen stellen Wohnplätze mit oder ohne Pflegebetreuung dar. (apa/red)