Rumsfeld schiebt Verantwortung ab: Bürgerkrieg Sache der irakischen Soldaten

Einheimische Truppen werden dafür ausgebildet USA könnte Soldaten trotz Gewaltwelle abziehen

Sollte es im Irak zu einem Bürgerkrieg kommen, müssten sich nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die einheimischen Sicherheitskräfte damit auseinandersetzen. Die einheimischen Truppen müssten so trainiert werden, dass sie mit einer solchen Situation selbst umgehen könnten, sagte Rumsfeld am Donnerstag vor einer Anhörung in einem Senatsausschuss. Ziel sei aber, einen Bürgerkrieg in dem Golfstaat zu verhindern. Rumsfeld betonte, selbst vor dem Hintergrund der jüngsten Gewaltwelle im Irak bleibe die Möglichkeit bestehen, die Zahl der US-Soldaten im Irak zu reduzieren. Zudem sei es notwendig, dass die Politiker in dem Land den Ernst der Lage erkennen und endlich eine Regierung der nationalen Einheit bildeten.

Aus US-Verteidigungskreisen hatte es zuletzt geheißen, die jüngste Gewalteskalation in dem Land werde bei der Entscheidung über künftige Truppenreduzierungen eine große Rolle spielen. Die USA haben derzeit rund 132.000 Soldaten im Irak, im Dezember waren es noch 160.000. Beobachtern zufolge ist es fraglich, ob die einheimischen Sicherheitskräfte tatsächlich in der Lage sind, die Situation zu kontrollieren. Offen ist zudem, wie loyal sie der Regierung tatsächlich gegenüberstehen und in welchem Ausmaß sie von Aufständischen unterwandert sind.

Rumsfeld war wie US-Außenministerin Condoleezza Rice vor dem Senatsausschuss erschienen, um Stellung zu den rund 70 Milliarden Dollar (58,7 Mrd Euro) zu nehmen, die die Regierung von US-Präsident George W. Bush zusätzlich für die Kriege im Irak und in Afghanistan beantragt hat. (apa/red)