Rumänien sucht den nächsten Präsidenten:
18 Millionen wählen unter zwölf Kandidaten

Amtierender Präsident Basescu mit guten Chancen Wahlen von Fälschungsvorwürfen überschattet

Rumänien sucht den nächsten Präsidenten:
18 Millionen wählen unter zwölf Kandidaten © Bild: Reuters/Cristel

Heute wählen rund 18 Millionen wahlberechtigte Rumänen ihren nächsten Staatspräsidenten für eine fünfjährige Amtszeit. Es ist die fünfte Präsidentschaftswahl in den zwei Jahrzehnten nach der Wende und die erste nach dem EU-Beitritt Rumäniens im Jänner 2007. Eine Wahl, die allerdings von Fälschungsvorwürfen überschattet wird. Die stärksten Parteien PSD (Sozialdemokraten), PD-L (Bürgerliche) und PNL (Liberale), aber auch die Medien und einzelne Bürger meldeten dem Zentralen Wahlbüro in Bukarest hunderte entsprechende Verdachtsfälle.

Noch vor Schließung der Wahllokale warfen sich die Parteien gegenseitig Wahlbetrug in mehreren Stimmlokalen vor. Eine Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beaufsichtigte den Urnengang. Die OSZE-Beobachter hatten im Vorfeld bereits Sorgen um mögliche "Unregelmäßigkeiten" geäußert.

Wahlintensives Jahr
Mit dem zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahl, die für den 6. Dezember vorgesehen ist, endet für Rumänien ein ausgesprochen wahlintensives Jahr, in dem außerdem Lokal- und Europawahlen abgehalten wurden. Gleichzeitig findet eine vom amtierenden Staatspräsidenten Traian Basescu einberufene Volksabstimmung zur Strukturreform des Parlaments statt. Dadurch soll eruiert werden, ob die Rumänen die Straffung des Parlaments von derzeit 471 auf 300 Mitglieder und von zwei auf nur mehr eine Kammer unterstützen. Für ein gültiges Ergebnis muss die Beteiligung am Referendum eine absolute Bevölkerungsmehrheit erreichen.

Von den insgesamt zwölf Präsidentschaftskandidaten haben die Vertreter der drei größten Parteien reale Chancen. Der amtierende Präsident Basescu, der von der liberaldemokratischen Partei (PDL) unterstützt wird, erreicht in den meisten Umfragen, wie auch sein Herausforderer, der Sozialdemokrat Mircea Geoana (PSD) rund 33 Prozent. Der drittplatzierte Chef der Nationalliberalen Pareti (PNL), Crin Antonescu, erreichte in Umfragen bisher nur etwa 19 Prozent, dürfte aber gegen Ende des Wahlkampfes und vor allem beim letzten TV-Duell viel aufgeholt haben. Vor allem Basescu könnte er im zweiten Wahlgang durch die Anziehung der Geoana-Wähler gefährlich werden.
(apa/red)