Ruhe vor dem Sturm in Stegersbach: Letzte
Vorbereitungen vor Ankunft des ÖFB-Teams

Rot-weiß-rotes Outfit bei Geschäften und Lokalen Stranzls Klub Spartak Moskau auf Trainingscamp

In Stegersbach im Südburgenland läuft der Countdown bis zur Ankunft des österreichischen Fußball-Nationalteams, dass sich für die Zeit der EURO ab heute im Balance Hotel einquartiert. Am Wochenende vor dem Beginn des Turniers präsentierte sich die 2.450-Einwohner-Gemeinde, die sich für das Ereignis herausgeputzt hat, noch ruhig. Bei strahlender Sonne und sommerlichen Temperaturen erledigten am Samstag manche Stegersbacher ihre Einkäufe, während im Ort und in den Hotels noch Vorbereitungen für die Ankunft des Teams getroffen wurden.

Das Straßenbild prägen schon seit Wochen die Fahnen der EURO-Teilnehmerländer. Die rot-weiß-roten Farben dominieren dabei eindeutig: In Schaufenstern wurden Poster mit den Teamspieler angebracht, Auslagen sind mit allerlei Fanartikeln drapiert.

Einige Geschäfte und Lokale schmücken bereits Dutzende Wimpel in den Nationalfarben. Eines davon ist eine Imbiss-Stube in der Nähe des Hauptplatzes, die Dorothea Zieserl seit 28 Jahren betreibt. "Wir sind schon voller Erwartung. So etwas haben wir ja nicht alle Tage", meint sie über die EURO und den bevorstehenden Aufenthalt des Nationalteams.

"Russen sind schon da"
Die Österreicher sind in diesen Tagen nicht die einzigen prominenten Fußballer in Stegersbach. "Die Russen sind schon da", erzählt ein Gast. Damit meint er Martin Stranzls Klub Spartak Moskau, der zur Zeit im Golf- und Thermenresort Quartier bezogen hat und in Ollersdorf seine Trainingseinheiten absolviert.

"Wir stehen natürlich voll hinter unseren Sportlern", drückt Zieserl dem Team von Josef Hickersberger die Daumen. Ihre Imbiss-Stube schließt sie normalerweise am Samstagnachmittag. Während der EURO will sie aber länger offen halten.

Extra-Menü für Fans
In der Pizzeria "Torino" hofft Kellner Peter darauf, dass sich das Lokal an den Fußballabenden mit Gästen füllt. Der große Andrang habe derzeit noch nicht eingesetzt. Aber Pizza und Bier sei schließlich "immer gut". Für die Fußballfans will man ein Extra-Menü anbieten. Für sie gibt es im Lokal auch einen Flachbildschirm. Bei der EURO setzt der Ungar auf die Italiener, deren Land und Sprache ihn faszinieren.

Am Hauptplatz wurde ein aus Stroh gefertigtes EURO-Logo errichtet. Einige Fußballer-Skulpturen des Künstlers Sepp Eder wurden ebenfalls aufgestellt. Der fein getrimmte Rasen auf den Grünflächen scheint jenem auf der Sportanlage, wo das Team ab heute seine Trainings absolviert, auf den ersten Blick kaum nachzustehen. Ein Plakat wirbt für das Public Viewing am Platz vor der Discothek P2, wo eine 16 Quadratmeter große Bildfläche bei den Übertragungen an den Matchtagen für Stimmung sorgen soll.

Doppelte Besetzung bei der Polizei
Dort ist es unterdessen noch still, die Aufbauarbeiten beginnen bald. Ganz in der Nähe der Public-Viewing-Arena befindet sich die Polizeiinspektion, wo Kommandant Herbert Magdics den kommenden Tagen unaufgeregt entgegenblickt. Für die Zeit der EURO ist der Posten in doppelter Stärke besetzt. Das Verkehrskonzept sieht für die Trainings der Österreicher im unmittelbaren Bereich der Sportanlage eine Einbahnregelung vor. Bei den öffentlichen Trainings werden Verkehrsposten aufgestellt, schildert Magdics. Die Einweisung zu den Parkplätzen übernimmt die Feuerwehr.

In und um Stegersbach seien derzeit noch einige Zimmer frei. Für das öffentliche Training der Nationalmannschaft am Dienstag wurden 2.500 Karten aufgelegt, so Tourismusmanager Harald Popofsits: "Wir hatten mindestens das Doppelte an Anfragen." Die trudelten per E-Mail vor allem aus ganz Österreich und Deutschland ein. Einige Gäste kämen extra wegen der Trainings. Mit dem Team werden auch bis zu 150 Journalisten im Ort erwartet.

"Für eine Überraschung gut"
Die Gemeinde hat ihre Vorbereitungen in Sachen EURO nahezu abgeschlossen. "Im Großen und Ganzen ist alles fertig", sagte Bürgermeister Heinz Peter Krammer. Beim zukünftigen Europameister tippt er auf Tschechien. Den Österreichern traue er zu, dass sie in die zweite Runde kommen, meint der Ortschef: "Ich glaube, dass sie für eine Überraschung gut sind." (apa/red)

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