Rückschlag für die Veilchen: Austria gibt sicheren Sieg gegen den GAK aus der Hand

Wacker sieht schwarz: Sturm führt Tirol mit 2:0 vor Aufholjagd: Altach überrumpelt Superfund mit 3:2

Rückschlag für die Veilchen: Austria gibt sicheren Sieg gegen den GAK aus der Hand

Der FK Austria Magna hat in der 19. Runde der Bundesliga zu Hause gegen den GAK einen 2:0-Pausenvorsprung leichtfertig verspielt und musste sich noch mit einem 2:2-Remis begnügen. Nach einer starken ersten Hälfte durch Treffer von Lasnik und Aigner agierten die Wiener nach der Pause zu defensiv und gaben zwei der drei Punkte noch aus der Hand.

Das Spiel begann recht ausgeglichen, doch nach etwa 15 Minuten übernahmen die "Violetten" das Kommando. Ein Wallner-Roller (14.) und zwei Aigner-Kopfbälle (15./17.), von denen vor allem Letzterer eigentlich schon die Führung hätte bedeuten müssen, zeugten von der Gefährlichkeit der Austria. Und nur drei Minuten später wurde diese Überlegenheit belohnt, als Andreas Lasnik nach einem Konter durch den sehr starken Roman Wallner, der Akoto und Lechner aussteigen ließ, zum 1:0 traf.

Danach fanden die Gäste aus der Steiermark ihre ersten Chancen durch Junuzovic (25.) und Standfest (29.) vor, beide Male klärte aber Austria-Goalie Safar. Ein herrlicher Steilpass durch Wallner mit seinem zweiten Assist fand in der 34. Minute den Kopf des nach vorne stürmenden Hannes Aigner, der nach den zwei vergebenen Kopfbällen endlich sein 5. Saisontor erzielte. Auch danach gab es nach einem kurzen Aufbäumen der "Rotjacken" noch zwei sehr gute Chancen durch Wallner (36./Glanzparade von Safar und 40. Freistoß).

Nach Seitenwechsel ein völlig anderes Bild: GAK-Trainer Lars Söndergaard brachte "Dr. No", den Südkoreaner Byung Joon Noh für Djokic (46.) ins Spiel - und bewies damit Gespür. In der 57. Minute gelang der Neuerwerbung bei seinem sechsten Antreten in der österreichischen Topliga sein erster Treffer. Eine nicht mit Nachdruck attackierende Austria-Abwehr ermöglichte Noh einen Schuss vom Sechzehner mit links in die kurze Ecke, der GAK durfte nach dem Anschlusstreffer wieder hoffen.

Zurecht, denn die Austria hatte nach der 2:0-Pausenführung vor den Augen von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger einen Gang zurückgeschaltet, zog sich weit zurück und verlegte sich ganz auf den Konter. Auch nach dem 1:2 war der GAK stärker als die Hausherren, ein Standfest-Kopfball nach Junuzovic-Eckball (62.) landete auf der Oberlatte, ein Noh-Freistoß (65.) ging über das Tor.

Die Truppe von Georg Zellhofer wirkte noch mehr verunsichert. Der Unterschied zu den ersten 45 Minuten war wie Tag und Nacht und so bekamen die Wiener noch die Rechnung präsentiert: Der ebenfalls eingewechselte Kollmann hatte sein Bein im Spiel, als jedoch Metz in der 86. Minute mit einem Eigentor das verdiente 2:2 für den GAK besiegelte. Wimmer hatte allerdings den Sieg in der Schlussminute noch auf dem Fuß, von halbrechts traf er knapp am langen Eck vorbei.

Ein schwacher Trost für die Wiener: Sie sind auch im 20. Spiel in Serie zu Hause ungeschlagen und als zweites Team neben Red Bull Salzburg in dieser Saison noch ohne Niederlage vor eigenem Publikum.

Sturm feiert Heimerfolg über Tirol
Der SK Sturm Graz hat mit einem 2:0 (2:0)-Heimsieg gegen Wacker Tirol erstmals seit drei Runden wieder einen vollen Erfolg gefeiert. Im Duell mit der besten Auswärtsmannschaft der Liga sorgten Filipovic (14.) und Leitgeb (26.) für die frühe Vorentscheidung zu Gunsten der Steirer, die nach zwei Jahren wieder einen Sieg gegen Tirol feierten.

In der Tabelle verbesserte sich Sturm mit 22 Zählern auf den siebenten Rang, Wacker verpasste mit der Niederlage in Graz den Sprung auf den zweiten Platz. Die Straka-Mannschaft (27 Punkte) fiel nach der ersten Niederlage nach vier Runden durch den Sieg von Mattersburg (30) sogar auf Rang vier zurück.

Nach einer ersten Schrecksekunde - bei einem Brzeczek-Schuss war sich Szamotulski auf dem Posten (3.) - setzten die spielerisch klar besseren Grazer aber die Highlights. 14 Minuten waren gespielt, als Rabihou Teamverteidiger Feldhofer an der Torlinie den Ball abluchste und Sturmpartner Filipovic bediente, der aus 16 Meter nur noch einschießen musste (14.).

Bei den stark ersatzgeschwächten Tirolern fehlte Regisseur Kolousek an allen Ecken und Enden, während Sturm durch die Führung im Rücken immer selbstbewusster agierte und durch Leitgeb, der nach einem Stangenschuss von Krammer abstaubte (26.), zum schnellen 2:0 kam. Wacker kam erst nach den Gegentoren wieder auf, bei Chancen von Hattenberger (35.) und Schreter (45.) war Szamotulski aber nicht zu bezwingen.

Die Schwarz-Weißen starteten auch in die zweite Spielhälfte wie aus der Pistole geschossen, Tirol-Schlussmann Planer blieb im Duell mit Krammer jedoch Sieger (46.). Danach zogen die Hausherren jedoch die Bremse an, Wacker kam besser ins Spiel, auch wenn wirkliche Torchancen ausblieben. Mader vergab kurz vor Schluss die letzte Möglichkeit auf den Anschlusstreffer (88.).

Altacher Aufholjagd: Von 0:2 noch auf 3:2
Altach hat nach 0:2-Rückstand noch einen 3:2-Erfolg über Paching gefeiert. Die Treffer erzielten Dorta (37.), Sariyar (83./Eigentor) und Mattle (86.) bzw. Gilewicz (17.) und Mayrleb (28.). Pasching-Stürmer Christian Mayrleb spielte nach Entscheidung von Präsident Franz Grad trotz nicht eingetroffener ÖADC-Sondergenehmigung für das Blutdruckmittel "CoDiovan", nach dessen Einnahme er eine positive Dopingprobe abgegeben hatte.

Die Vorarlberger, die nach zwei Niederlagen wieder voll punkteten, erwischten in dem Match, das nur langsam auf Touren kam, den besseren Start. Bereits in der 8. Minute hätten die Hausherren in Führung gehen können, nach einem schönen Konter über Schoppitsch fiel der Schuss von Leonardo zu schwach aus, Pasching-Tormann Schicklgruber hatte keine Mühe, seinen Kasten sauber zu halten. Nur zwei Minuten später agierte der Brasilianer Leonardo nach einem Traumpass von seinem Sturmpartner Ledezma zu hastig, der Ball ging knapp am Tor vorbei.

Die erste kalte Dusche für die Altacher folgte dann in der 17. Minute. Das Gästeteam - ein bisschen routinierter, ein bisschen ballsicher - versuchte es über rechts, eine Mayrleb-Flanke verwertete Gilewicz aus kurzer Distanz per Kopf zur 1:0-Führung. Rund zehn Minuten später klingelte es abermals im Tor von Krassnitzer, Mayrleb überhob den herauslaufenden Tormann (28.).

Die geschockten Altacher kämpften sich mit einem kuriosen Tor in der 37. Minute zurück in die Partie: Dorta schoss einen Freistoßball an der Mauer vorbei, Schicklgruber zeigte dabei keine Reaktion und der Ball fand den Weg ins Tor.

Die zweite Hälfte gehörte dann eindeutig den aktiveren Vorarlbergern, die allerdings lange eine Reihe von Freistößen und Eckbällen nicht nützten. Am gefährlichsten wurde Ledezma in der 49. Minute, er zog am Sechzehner ab, doch Schicklgruber hielt. Zwei Minuten später hatte der Goalie Glück, er ließ einen Ball von Ledezma aus, der kullerte via Querlatte noch ins Out. In der 76. parierte Schicklgruber eine Schnellrieder-Direktabnahme.

Im Finish wurde es hektisch und die Altacher brachten die 6.271 Zuschauer im Stadion Schnabelholz in Jubelstimmung, indem sie die Partie noch umdrehten. Erst sorgte Sariyar mit einem Eigentor (83.) für den Ausgleich, dann stellte Mattle (86.) nach Überrumpelung der Paschinger Abwehr den verdienten Sieg doch noch sicher.

(apa/red)