Rückkehr von Karbon und Zettel: Doppelte Comeback-Freuden am Gletscher von Sölden

Kathrin Zettel: "Mein emotionalster Podestplatz" Nach Wadenbeinbruch bzw. Schienbeinkopfbruch

Rückkehr von Karbon und Zettel: Doppelte Comeback-Freuden am Gletscher von Sölden

Doppelte Comeback-Freude auf dem Riesentorlauf-Podium von Sölden - Siegerin Denise Karbon und die drittplatzierte Kathrin Zettel haben nach Verletzungen in Windeseile und quasi im Gleichschritt den Sprung zurück aufs Weltcup-Stockerl geschafft. Die 27-jährige Südtirolerin hatte sich am 1. März einen Wadenbeinbruch zugezogen, die 21-jährige Niederösterreichern hatte es nur einen Tag später mit einem Schienbeinkopfbruch erwischt.

Karbon hat in ihrer Karriere bereits einige Verletzungen einstecken müssen. "Ein paar Knie-Operationen, ein Armbruch und ein Wadenbeinbruch. Aber das liegt hinter mir, ich habe alles überstanden, darüber möchte ich gar nicht sprechen", meinte Karbon, die sich nicht einmal drei Wochen nach ihrer Bronzenen im WM-Riesentorlauf von Aare beim Slalom-Training im Pozza das rechte Wadenbein gebrochen hatte. "Aber das war doch nur eine kleine Verletzung", machte Karbon klar, dass sie gelernt hat, einiges wegzustecken.

Erst im Juni erstmals wieder auf Ski
Die Kastelrutherin musste sechs Wochen Gips tragen, im Juni stand sie erstmals wieder auf Ski. Eineinhalb Monate lang machten danach noch Schwellungen Probleme, seit dem Südamerika-Block im August war sie jedoch schmerzfrei. "Ich habe im Sommer und Herbst hart trainiert. Ich wusste, dass ich wieder schnell sein kann. Dass ich gewinne, war aber auch für mich überraschend", so Karbon nach ihrem zweiten Weltcup-Sieg nach Alta Badia 2003.

In Südtirol ist Karbon als zweifache WM-Medaillen-Gewinnerin im Riesentorlauf (Silber 2003, Bronze 2007) eine fixe Größe, 2004 und 2007 wurde sie zu Südtirols Sportlerin des Jahres gewählt. Im restlichen Italien hält sich jedoch die Ski-Begeisterung stark in Grenzen. Auch deswegen freute sich Karbon besonders. "Es ist schade, dass das Interesse in Italien sehr niedrig ist. Ich habe heute mein Bestes getan, damit die Begeisterung wieder steigt."

Freudentränen bei Zettel
Zettel, die nach dem Rennen Freudentränen vergoss, sprach vom "emotionalsten Podestplatz meiner Karriere". "Ich bin glücklich, wie weit ich schon wieder bin. Aber ich habe auch sehr hart dafür gearbeitet", erinnerte sich Zettel an ihren fatalen Abfahrtssturz in Tarvis. "Das Problem war danach nicht der Bruch, denn der war glatt, sondern der dazugekommene Knorpelschaden", so Zettel, die deshalb zwei Wochen später in Wien-Döbling eine Arthroskopie absolvieren musste.

Sechs Wochen mit Krücken waren die Folge, danach stand viel Radfahren und Laufen auf dem Programm. Seit Juli stand Zettel wieder voll im ÖSV-Training. Und Sölden soll für heuer erst der Anfang gewesen sein. "Ich fühle mich stärker als letztes Jahr. Mein großes Ziel ist es, wieder Rennen zu gewinnen", hofft Zettel, die bei zwei Weltcup-Erfolgen hält.

(apa/red)