Rückkehr auf die Grazer Trainerbank:
Franco Foda neuer Coach des SK Sturm

Deutscher tritt Nachfolge von Michael Petrovic an PLUS: Sturm muss wieder um BL-Lizenz bangen

Sturm Graz hat Franco Foda als neuen Cheftrainer vorgestellt. Der 40-jährige Deutsche folgt damit Michael Petrovic nach, der die Steirer nach drei Saisonen in Richtung FC Kärnten verlassen hatte. Zuletzt hatte Foda die Sturm Amateure betreut.

Foda meinte anlässlich seiner Präsentation durch Sturm-Präsident Hannes Kartnig, er habe am Mittwochabend in der Sitzung der Sturm-Gremien ein Konzept vorgestellt, das akzeptiert worden sei. Für Heinz Schilcher als Sportmanager gebe es keine direkte Nachfolge, dafür gibt es eine neue Geschäftsführerin: die gebürtige Kärntnerin Karin Hambrusch (37), die bereits für den Stadtrivalen Liebherr GAK im Marketing tätig war.

Kartnig erklärte, dass Foda der Wunsch der jungen und auch der älteren Spieler gewesen sei. Den neuen Co-Trainer habe er schon im Kopf, er wolle aber den Namen noch nicht nennen. "Die Spieler sollten gehört werden", gab sich der Präsident ungewohnt basisdemokratisch. "Foda ist eine tolle Lösung, er wird auch einige Agenden von Schilcher übernehmen", sagte Kartnig. Diesem dankte er für seine Arbeit: "Mit ihm haben wir in den 14 Jahren seiner Tätigkeit die besten Zeiten erlebt, wir sind nach wie vor befreundet, aber wir können uns das finanziell einfach nicht mehr leisten."

Foda hatte im September 2002 die Nachfolge von Langzeit-Coach Ivica Osim angetreten. Zunächst mit der interimistischen Leitung der Mannschaft betraut, hatte ihn Kartnig zwei Monate später zum Chefcoach ernannt. Nach Saisonende hatte Foda seinen Posten allerdings räumen und für Gilbert Gress Platz machen müssen. Seit damals trainierte der Deutsche Sturms Amateure. Sein Vertrag als Trainer sei auf ein Jahr angesetzt, mit einer Option auf Verlängerung, meinte der aus Mainz stammende Foda: "Ich bin keine billige Lösung. Man wird sehen, wie die Zusammenarbeit fruchtet."

Er freue sich auf die Herausforderung und er werde hart daran arbeiten, "Sturm wieder in positivere Schlagzeilen zu bringen". Er habe schon in seiner ersten Zeit als Sturm-Coach auf junge Spieler gesetzt. Als Tormanntrainer wurde Fodas alter Kampfgefährte aus Champions League-Tagen, der Pole Kazimierz Sidorczuk, verpflichtet.

Foda zur Seite stehen werden der bisherige Nachwuchschef Hans Lang, der ebenfalls einige von Schilchers Agenden übernehmen soll. Gänzlich neu bei Sturm ist die gebürtige Klagenfurterin Karin Hambrusch, die schon bei der Styria Medien AG und beim GAK für Marketing zuständig gewesen war.

Kartnig meinte auf Journalistenfragen was da noch für ihn zu tun bleibe, er werde dem "Aufsichtsrat" bzw. Präsidium aus sechs bis zehn Leuten vorstehen: "Das traut ihr mir wohl nicht zu", meinte er launig in Richtung Presse. Die entsprechenden Statutenänderungen würden in der Fortsetzung der außerordentlichen Generalversammlung vom April in einer Sitzung am 28. Juni abgesegnet, hieß es. Zu den aktuellen Ermittlungen der Finanzbehörde lehnte Kartnig jegliche Kommentare kategorisch ab: "Heute geht es nur um Sport".

(apa/red)