Rückgang bei Straftaten in Österreich: 3,7 Prozent weniger Delikte im laufenden Jahr

Prokop: Deutliche Rückgänge in OÖ, NÖ & Bgld. Im Juli erstmals auch Stalking-Delikte erfasst

Die Zahl der in Österreich bekannt gewordenen Straftaten ist in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um 3,7 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr hat es ein Minus um 13.077 Fälle auf 338.098 gegeben, berichtete Innenministerin Liese Prokop (V). "Deutlich über dem Bundesschnitt" seien die Rückgänge im Burgenland (23,2 Prozent), in Ober- (7,2 Prozent) und Niederösterreich (5,1 Prozent).

Die in der Kriminalitätsbekämpfung erreichte Trendwende setze sich fort, kommentierte Prokop die vorliegenden Zahlen. Gesetzte Strategien mit Schwerpunktaktionen, regionsübergreifender Zusammenarbeit und gezielter Präventionsarbeit würden Wirkung zeigen.

Als besonders erfreulich wertete die Ministerin den Rückgang bei Haus- (297 Delikte oder 8,6 Prozent weniger) und Wohnungseinbrüchen (951 Delikte oder 11,8 Prozent weniger). Derartige Taten würden die Bevölkerung unmittelbar betreffen, es handle sich um ein "Eindringen in die Intimsphäre". Die Zahl der Einbrüche insgesamt hat laut Prokop bis Ende Juli ein Minus von 6.967 oder 10,3 Prozent verzeichnet. Autoeinbrüche sind um 21,2 Prozent oder 4.292 Fälle zurückgegangen, -diebstähle um 39 Prozent oder 1.585.

In der Kriminalstatistik wurden im Juli erstmals auch Delikte erfasst, die nach dem neuen Stalking-Paragraphen angezeigt wurden. Österreichweit wurden demnach 63 Fälle angezeigt und 52 oder 82,5 Prozent geklärt.

An "neuen" Kriminalitätsformen führte Prokop Geldfälschungen (der Euro sei "interessanter" als der Schilling) oder Computerkriminalität an. In diesen Bereichen seien Steigerungen zu verzeichnen.

Die in der Kriminalstatistik angeführte Aufklärungsquote betrug in den ersten sieben Monaten des Jahres 38,6 Prozent. Das waren um 1,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2005. Spitzenreiter bei der Aufklärung ist Vorarlberg (53,4 Prozent), gefolgt vom Burgenland (50,3) und von Kärnten (50,1).

Der Rückgang der Kriminalität sei "auf die Arbeit der Polizei zurückzuführen", lobte Prokop. "Wir werden uns auf den Erfolgen nicht ausruhen, sondern Verbrechern weiter das Leben so schwer wie möglich machen." Österreich zähle zu den sichersten Ländern der Welt, was - neben sozialer Sicherheit - auch eine "Frage der Standortqualität" sei. (apa/red)