Ruby als Zeugin im Berlusconi-Prozess:
Escort-Mädchen soll vor Gericht aussagen

Berlusconi soll Sex mit Minderjähriger gehabt haben 32 junge Frauen im Prozess gegen Premier geladen

Ruby als Zeugin im Berlusconi-Prozess:
Escort-Mädchen soll vor Gericht aussagen © Bild: APA/NEUBAUER

Die Rechtsanwälte des italienischen Premierministers Silvio Berlusconi haben das marokkanische Escortgirl Ruby als Zeugin zur Entlastung des Ministerpräsidenten vorgeladen, gegen den am 6. April ein Prozess wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch beginnt. Ruby wurde auch von der Staatsanwaltschaft als Zeugin vorgeladen.

Sie hatte stets behauptet, vom Premier Geld und Geschenke erhalten zu haben, dieser habe jedoch keine sexuellen Dienste dafür verlangt. Insgesamt will die Mailänder Staatsanwaltschaft 132 Zeugen vor Gericht vorladen. Zu ihnen zählen auch 32 junge Frauen, die sich laut den Ermittlern an ausschweifenden Partys in der Mailänder Residenz des Ministerpräsidenten beteiligt hatten.

Von den Ermittlern vorgeladen wurden auch der Chefredakteur der Tagesschau TG 4, Emilio Fede, der Showgirl-Manager Lele Mora und die Regionalpolitikerin Nicole Minetti. Die drei Angeklagten werden beschuldigt, Callgirls für die Partys in der Villa Berlusconis vermittelt zu haben. Den drei Angeklagten wird Beihilfe zur Prostitution vorgeworfen.

Genug belastendes Material vorhanden
Die Mailänder Untersuchungsrichterin Cristina Di Censo, die bereits den Prozess gegen Berlusconi am 6. April festgelegt hatte, muss in den nächsten Tagen entscheiden, ob sich auch Minetti, Fede und Mora vor Gericht verantworten müssen. Laut den Staatsanwälten ist genug belastendes Material vorhanden, um die drei Angeklagten vor den Richter zu bringen.

Die Rechtsanwälte Berlusconis arbeiten inzwischen an einer Verteidigungsstrategie, um ihrem Mandanten eine Verurteilung bei dem am 6. April beginnenden Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Prostituierten zu ersparen. Der Premier hatte kürzlich bekanntgegeben, dass er sich persönlich vor Gericht verteidigen werde.

(apa/red)