RTL-Damen eröffnen neue Weltcup-Saison:
Nicole Hosp feiert in Sölden ihr Comeback

Mandl erwartet, dass seine Damen vorne mitfahren Kathrin Zettel plagen vor Auftakt ihre Problemzonen

RTL-Damen eröffnen neue Weltcup-Saison:
Nicole Hosp feiert in Sölden ihr Comeback © Bild: GEPA/Simonlehner

Für manche kommen die Weltcup-Auftaktbewerbe auf dem Gletscher ob Sölden noch zu früh, manche hadern mit Bedingungen und schwierigem Hang. Ein guter Start beim ersten Abtasten schadet aber nie, das wissen auch Österreichs Skidamen vor dem Riesentorlauf heute (10.00/13.00 Uhr/LIVE auf NEWS.at). Kathrin Zettel hat einen ähnlich schmerzhaften Sommer wie schon vor einem Jahr hinter sich, Platz zwei auf dem Rettenbachferner 2009 war ein Traumresultat, getrübt jedoch vom schweren Sturz ihrer Tiroler Landsfrau Nicole Hosp, die ihr Comeback gibt.

Tanja Poutiainen (FIN) vor Zettel, Denise Karbon (ITA) und Tina Maze (SLO) lautete das Vorjahresergebnis, in der Saison-Endabrechnung der Disziplin hatte sich die Deutsche Kathrin Hölzl vor Zettel, Maze, Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (GER) und Poutiainen durchgesetzt. Poutiainen wechselte auf Fischer-Material und zeigte sich zuversichtlich. "Ich will auf das Podium fahren, ich fühle mich richtig gut", meinte die Markenkollegin von Hölzl, die ebenfalls erfolgshungrig ist: "Sölden ist ganz speziell, das erste Messen mit der Konkurrenz. Auf diesem Hang zeigt sich vor allem, wer technisch stark ist."

Zettel mit Verletzungssorgen
Zettels Problemzone hat sich von der Patellaspitze auf die Hüfte verlagert, alles Auswirkungen auf eine nach dem Tarvis-Sturz 2007 eingenommene Schonhaltung und teilweise Überbelastung. "Im Training habe ich tolle Fortschritte gemacht, das lässt mich auf Sölden hin und auf die gesamte Saison zuversichtlicher sein", meinte die Niederösterreicherin, die zur Reizungsvermeidung "ein bisserl ein eintöniges Programm" abspulen muss, das aber wertvoll sei: "Ich kann und muss damit umgehen, wenn ich den Job weiterhin machen will", meinte die Sölden-Siegerin von 2008. Wie vor einem Jahr hat sie in der Vorbereitung einiges eingebüßt, trotzdem sahen im März 2010 zweite Plätze in den Spezialwertungen Riesentorlauf und Slalom heraus.

Hosp: "Gehe ganz locker drauf los"
Hosp hat nur positive Gedanken, wenn sie Sölden hört, und das, obwohl ihr ein Kreuzbandriss im rechten Knie als Folge eines Sturzes das ganze Jahr inklusive Olympia kostete. "Es wird sicherlich bei den ersten Rennen nicht alles so leicht von der Hand gehen wie davor. Ich gehe ganz locker drauf los und lasse mich überraschen und hoffe natürlich, dass ich gleich wieder so weitermachen kann, wie ich davor aufgehört habe", meinte die Bichlbacherin, die das Handicap der hohen Startnummer zu tragen hat, jedoch bei ihrem einzigen Söldensieg 2002 auch mit Nummer 36 erfolgreich war.

Marlies Schild in Sölden nicht mit dabei
Nicht am Start ist die Salzburgerin Marlies Schild, die ihren ersten Riesentorlauf seit dem Comeback wahrscheinlich in Aspen Ende November bestreiten wird. "Ich erwarte, dass wir vorne mitfahren. Kathrin Zettel ist in Sölden noch nie schlecht gefahren, auch Andrea Fischbacher nicht. Speziell Liz Görgl sollte aber einmal das bringen, was sie drauf hat. Niki Hosp war bei den Zeitläufen wieder gut dabei", lautete die Einschätzung von Österreichs Damen-Cheftrainer Herbert Mandl.

Ergänzt wird das rot-weiß-rote Team durch Michaela Kirchgasser, die nach intensiver mentaler Arbeit im Sommer lockerer an die Sache rangehen und damit erfolgreicher sein will, sowie Stefanie Köhle, Ramona Siebenhofer, Margret Altacher, Anna Fenninger und Bernadette Schild. Wie jenes von Hosp wird auch das Comeback der Schweizerin Lara Gut von der Konkurrenz mit Interesse erwartet, die wegen einer Hüftluxation und eines Einrisses der Hüftkapsel ebenfalls ein Jahr pausiert hat.

Neustart des Duells Vonn vs. Riesch
Und gespannt werden auch die Auftritte der US-Amerikanerin Lindsey Vonn und der Deutschen Maria Riesch verfolgt werden, ist doch der Riesentorlauf bei beiden die schwächste Disziplin. Vonn hat im Sommer sehr viel Arbeit in die Vorbereitung auf die technischen Bewerbe gelegt, Riesch hofft auf einen guten Einstand und freut sich, erstmals eine Startnummer unter den Top Sieben zu haben.

"Es ist mir leider noch nie gelungen, hier zwei gute Durchgänge zu fahren. Aber ich kann schnell fahren auf diesem schwierigen Hang, ich war schon zweimal nach dem ersten Durchgang vorne dabei (einmal Fünfte, einmal Sechste/Anm.)", erzählte Riesch, die als bestes Ergebnis Platz 13 von 2008 zu Buche stehen hat. Vonn war 2008 und 2009 jeweils Neunte.

ÖSV-Team für Sölden-Riesentorlauf:
Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Ramona Siebenhofer, Kathrin Zettel, Margret Altacher, Anna Fenninger, Bernadette Schild

(apa/red)