Royal bekräftigte nun Führungsanspruch: Will 2012 abermals um höchstes Amt rittern

Kandidat soll so schnell wie möglich nominiert werden Parteiinternen Widersacher wiesen Initiative zurück

Segolene Royal will nach ihrer Niederlage bei der französischen Präsidentschaftswahl offenbar in fünf Jahren wieder für die Sozialisten ins Rennen um das höchste Staatsamt gehen. Auf einem kleinen Parteitag der Sozialistischen Partei bekräftigte sie in Paris ihren Führungsanspruch. Ihr Wahlkampf sei von Attacken und Verrat aus den eigenen Reihen behindert worden, sagte Royal. Ein Grund für die fehlende Geschlossenheit sei die "zerstörerische interne Kandidatenwahl" im Herbst gewesen.

Um dies bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 zu vermeiden, forderte Royal die Nominierung "des künftigen Kandidaten oder der Kandidatin so schnell wie möglich". Schon auf einem Parteitag nach der Parlamentswahl im Juni könne dies geschehen. Die 53-Jährige hatte die Präsidentschaftswahl mit knapp 47 Prozent deutlich gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy verloren.

Ihre einflussreichsten parteiinternen Widersacher wiesen ihre Initiative umgehend zurück. Der Moment, um über den nächsten Kandidaten zu sprechen, sei nicht gekommen, sagte Royals Lebensgefährte und PS-Parteichef François Hollande. Der frühere Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn nannte die Frage der Nominierung "derzeit wirklich uninteressant". Expremier Laurent Fabius unterstellte Royal "Hintergedanken". Jetzt müsse es darum gehen, die Parlamentswahl in vier Wochen anzugehen, und nicht schon die nächste Präsidentschaftswahl. (apa/red)