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Das Leben nach Harry

Dank Harry Potter wurde Rowling reicher als die Queen. Aber was macht sie jetzt?

Menschen - Das Leben nach Harry © Bild: Dan Hallman / AP / picturedesk.com

Vor acht Jahren war die vormals arbeitslose Britin Joanne K. Rowling schon reicher als die Queen: Soeben war "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" erschienen, der siebte und letzte Teil einer beispiellos erfolgreichen Reihe von Jugendromanen. 450 Millionen Exemplare hatten die Erlebnisse des schmächtigen Brillenträgers, der es mit der Übermacht des Bösen aufnehmen muss, schon damals abgesetzt. Autorin Rowling dürfte damit 800 Millionen Euro eingenommen haben.

Obwohl sich "Harry Potter" längst aus dem Jugendbuch-Genre gelöst hatte, verfolgte Joanne K. Rowling vorrangig ein Ziel: als Autorin ernst genommen zu werden. Der politische Kleinstadtroman "The Casual Vacancy"(auf Deutsch unter dem Titel "Ein plötzlicher Todesfall" erschienen) wurde von der zuvor oft hämischen Kritik einigermaßen wohlwollend aufgenommen. 2014 entstand daraus eine Miniserie für den Sender BBC. Die ist nun, zu Joanne K. Rowlings 50. Geburtstag am 31. Juli, seit 4. August via Sky Atlantic auch in Österreich zu empfangen.

Ganz wollte man auf den Werbewert der "Potter"-Filme indes nicht verzichten: Michael Gambon, unvergessen als Harrys Schuldirektor Dumbledore, wechselt das Fach und gibt einen undurchsichtigen, erzkonservativen Gemeinderatsvorsitzenden.

Die mit einem Mediziner verheiratete Rowling arbeitet derweil an der auch außerliterarischen Nachrede: Sie hat mehrere Millionen Euro für wohltätige Zwecke gespendet, engagiert sich für arme Jugendliche, rumänische Waisenkinder und die Multiple-Sklerose-Forschung. An dieser Krankheit starb nach Jahren des Verfalls ihre geliebte Mutter Anne. "Die Beschäftigung mit der Unfassbarkeit Tod steht im Zentrum meiner Romane, weil ich dadurch den Tod meiner Mutter zu verarbeiten versucht habe", sagte sie in einem ihrer seltenen Interviews. Zuletzt engagierte sich die in Edinburgh Ansässige für den Verbleib Schottlands beim britischen Empire. Eine entsprechende Kampagne war ihr eine halbe Million Euro wert.

In Schottland bewohnt sie, von einer zehn Meter hohen Hecke gegen indiskrete Blicke geschützt, eine Villa aus dem 17. Jahrhundert. Hier entsteht ihr erstes Theaterstück, allerdings mit wohlbekanntem Personal: "Harry Potter und das verwunschene Kind" soll 2016 in London uraufgeführt werden.

Außerdem ist das "Harry Potter"-Spin-off "Fantastic Beasts and Where to Find Them" mit Oscarpreisträger Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") in Vorbereitung. Das Drehbuch verfasst Mrs. Rowling selbst. Das Leben nach Harry Potter scheint also doch noch nicht so richtig begonnen zu haben.

Kommentare

headmaster

Der Redaktion ist offensichtlich entgangen, dass das "Leben nach Harry Potter" sehr wohl stattfindet. Unter dem Namen Robert Galbraith hat sie zwei Kriminalromane veröffentlicht, "Der Ruf des Kuckucks" und "Der Seidenspinner", deren Hauptfigur, der Privatdetektiv Cormoran Strike, ein echter Sympathieträger ist und an einen erwachsenen Harry Potter minus Zauberkräfte erinnert!

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