Rote Hochburgen lassen dieses Mal aus:
SPÖ verliert Stimmen in Industriestädten

Auch ÖVP verliert in ihren Kerngebieten an Zugkraft FPÖ profitiert von Verlusten der Sozialdemokraten

Rote Hochburgen lassen dieses Mal aus:
SPÖ verliert Stimmen in Industriestädten © Bild: APA/Hochmuth

Die bisherigen Kerngebiete der SPÖ und ÖVP, die obersteirischen Industriestädte und der ländliche Raum in der West-und Oststeiermark waren diesmal kein verlässlicher Boden für Zugewinne. Hier und da gab es kleine Erfolgserlebnisse auf beiden Seiten, der große Wurf blieb aber für beide Parteien aus. Die ÖVP konnte offenbar die 2005 erlittenen Verluste am Lande nicht wettmachen, bei der SPÖ ließen - wie fast schon gewohnt von den letzten Wahlgängen - die Industriestädte aus, was in der Gesamtrechnung für ein Kopf-an-Kopf-Rennen sorgte.

Im industriell geprägten Bezirk Bruck/Mur liefen der SPÖ exakt 5.500 Wähler davon, was ein Minus von 6,78 Prozentpunkten und ein Sturz auf 52,99 Prozent war. Bemerkenswert der Verlust in Thörl mit zwar geringen 1,28 Prozentpunkten, doch ist dort LHStv. Siegfried Schrittwieser zu Hause, der bei den Sozialdemokraten als der Verbindungsmann zu den Arbeitern gilt und hier auch Bürgermeister war. In Thörl gewannen KPÖ und ÖVP sogar ganz leicht dazu. In Kapfenberg musste die SPÖ ein Minus von 10,36 Prozentpunkten und einen Fall auf 59,23 Prozent hinnehmen, die ÖVP verlor leicht von 16,16 auf 15,85 Prozent. Grüne und KPÖ konnten die Ausfälle bei den Sozialdemokraten nicht nutzen, die dürften direkt von der FPÖ aufgesaugt worden sein, die sich von 4,24 auf 13,72 verdreifachte. Das BZÖ steigerte sich in der Böhlerstadt von 1,29 auf 2,15 Prozent.

In den ländlichen Gebieten hatte die ÖVP jahrzehntelang ein Heimspiel, noch bei der Gemeinderatswahl im März 2010 war es gut gelaufen. Bei der Landtagswahl am Sonntag sah es nicht mehr nach unumschränkten Gewinnen aus: Im Bezirk Feldbach verbuchte man ein Minus von 2,8 Prozentpunkten auf 53,45 Prozent. Im Bezirk Radkersburg galt es minus 3,1 Prozentpunkte auf 53,77 Prozent zu registrieren. Im obersteirischen Bezirk Murau sank man um 1,25 Prozentpunkte auf 46,86 Prozent.

(apa/red)