Rot-schwarze Steuerreform: 200.000 würden aus der Lohnsteuerpflicht fallen

Vielen würde Spitzensteuersatz-Anhebung helfen Eingangssteuersatz-Senkung von 38,3 auf 36,5 %<br>PLUS: Opposition übt scharfe Kritik an Reformplänen

Rot-schwarze Steuerreform: 200.000 würden aus der Lohnsteuerpflicht fallen © Bild: APA/DPA/Frank

Sollten die bisher durchgesickerten Pläne der Koalitionsverhandler SPÖ und ÖVP betreffend der Steuerreform verwirklicht werden, fallen rund 201.300 bisher Lohnsteuerpflichtige aus der Steuerpflicht heraus. Sie würden von der Anhebung der Bemessungsgrundlage auf 11.000 Euro (Jahresbruttoeinkommen minus Sozialversicherung und Absetzbeträge) pro Jahr profitieren.

Derzeit sind Einkommen mit einer Bemessungsgrundlage bis 10.000 Euro steuerfrei gestellt. Die Anhebung der Bemessungsgrundlage beim Spitzensteuersatz würde rund 67.800 Lohnsteuerpflichtigen Erleichterungen bringen.

2,5 Millionen zahlen keine Lohnsteuer
Im Vorjahr haben laut Statistik Austria 2.346.797 Lohnsteuerpflichtige keine Lohnsteuer bezahlt, da sie eine geringere Bemessungsgrundlage als 10.000 Euro aufwiesen. Wird diese Grenze gemäß den - bisher unbestätigten - Plänen der Koalitionsverhandler SPÖ und ÖVP auf 11.000 Euro angehoben, so steigt die Zahl derer, die überhaupt keine Lohnsteuer zahlen müssen, auf mehr als 2,5 Millionen an. Freilich profitieren auch all jene, die eine höhere Bemessungsgrundlage aufweisen, von der Anhebung, da diese ja nur für darüberliegende Einkommensteile Steuer zahlen.

In den Spitzensteuersatz fielen im Vorjahr 183.013 Personen. Sie mussten für Einkommensteile über 51.000 Euro 50 Prozent Lohnsteuer abführen. Laut Reformplänen soll diese Grenze auf 60.000 Euro angehoben werden - im Jahr 2007 hätte dies dann 115.182 Personen getroffen.

Senkung des Eingangssteuersatzes
Der zahlenmäßig größte Anteil wäre von der geplanten Senkung des Eingangssteuersatzes von 38,3 auf 36,5 Prozent betroffen. 2.466.152 Personen waren im Vorjahr in dieser Gruppe. Die Bemessungsgrundlage läge hier neu zwischen 11.000 und 25.000 Euro. Von der Senkung des Steuertarifs (von derzeit 43,6 auf 43,2 Prozent) bei einer Bemessungsgrundlage zwischen 25.000 und 51.000 Euro würden rund 900.000 Personen profitieren.

(apa/red)