Rot-blaues Wettbrüllen am Viktor Adler-Markt: Letzten Kräfte werden mobilisiert

Faymann kontra Strache in der Favoritner "Arena" Einzige Gemeinsamkeit: Beide wettern gegen ÖVP

Rot-blaues Wettbrüllen am Viktor Adler-Markt: Letzten Kräfte werden mobilisiert © Bild: APA/Schlager

Einmal mehr hat sich Samstagvormittag der Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten zum Schlachtfeld von SPÖ und FPÖ entwickelt. Bei fast parallel abgehaltenen Veranstaltungen versuchten SPÖ-Chef Faymann und FPÖ-Obmann Strache nochmals die Wähler im größten Arbeiterbezirk für sich zu gewinnen. Der Zulauf war auf beiden Seiten stark.

Als erste an der Reihe war die SPÖ. Nach einigen Bezirksfunktionären und fröhlichen Gesängen von ABBAriginal erklomm Spitzenkandidat Faymann die Bühne, um dem Publikum das zu geben, was es hören wollte. Nochmals wurde das gesamte Wahlprogramm abgespult. Faymann versprach, sofort nach der Wahl eine Gesundheitsreform, eine baldige Steuersenkung sowie einen engagierten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

Auch die bereits gewohnten Attacken auf die ÖVP fehlten nicht. Die Volkspartei wurde von Faymann als Partei der "zuverlässigen Blockierer" gegeißelt. Einmal mehr bewarb er im Gegenzug das, was die SPÖ trotz Widerstands der ÖVP zuletzt im Parlament erreicht hatte. Besonderen Beifall fanden die Pensionserhöhung und die Abschaffung der Studiengebühren.

Straches Rundumschlag
Wenige Meter weiter und wenige Minuten später ergriff FPÖ-Chef Strache das Wort, um das Freiheitliche Oktoberfest auf der Favoritenstraße zu eröffnen. Auch er gab eine Art Best Off der blauen Wahlkampagne zum Besten. ÖVP-Chef Wilhelm Molterer bezeichnete er als "Pater Willi", der nur nach dem Motto "Hände falten, Gosch'n halten" handle. Strache machte Faymann dafür verantwortlich, dass nun auch Ausländer zum sozialen Wohnbau Zugang hätten. Und BZÖ-Obmann Jörg Haider schilderte der freiheitliche Spitzenkandidat als ein "besonderes, schizophrenes, politisches Früchterl" und als "falschen Fuffz'ger".

Während sich sowohl bei der SPÖ als auch bei den Freiheitlichen mehrere Hundert Menschen eingefunden hatten - darunter bei den Freiheitlichen erstaunlich viele Anhänger mit Migrationshintergrund - musste Fritz Dinkhauser am benachbarten Reumannplatz kleinere Brötchen backen. Lediglich rund 50 Sympathisanten lauschten den Worten des früheren Tiroler Arbeiterkammer-Präsidenten.
(apa/red)