Rosso Valentino von

Designer wird 80

Der Kaiser der italienischen (und roten) Mode feiert heute seinen 80. Geburtstag

  • Bild 1 von 11 © Bild: Alessandra Benedetti/Corbis

    Valentino Garavani bei der 45 Jahre Feier seines Modeimperiums in Rom.

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    Alle reißen sich darum auf einem Bild mit dem Modezaren zu sein, so auch Sängerin Rihanna und Schauspielerin Sarah Jessica Parker.

Eleganz in einfachem Design, am liebsten in Schwarz, Weiß und Rot: Mit diesem Rezept - aus der bildenden Kunst entlehnt - wurde der Modeschöpfer Valentino Garavani weltbekannt. Heute wird er 80 Jahre alt.

"Rosso Valentino", das klingt bereits nach durchtanzten Ballnächten, wie sie der Italiener für die Schönen und Reichen vor Augen gehabt hat: Nicht nur Isabella Rossellini, Kate Moss und Julia Roberts schätzten seine roten Abendroben. Vor viereinhalb Jahren zog sich der Modezar, der aus der Generation von Christian Dior, Coco Chanel und Yves Saint Laurent stammt, aus dem Geschäft zurück. Aus der (Mode-)Welt ist Valentino damit jedoch nicht.

Elizabeth Taylor als eine der erste Kundinnen
Geboren als Valentino Clemente Ludovico Garavani im lombardischen Voghera, konnte es sich der aufstrebende Modedesigner später leisten, nur mit seinem wohlklingenden ersten Vornamen angeredet zu werden. In Mailand besuchte er nach dem Schulabschluss Kurse in Modezeichnen, ehe er 1949 ein Haute-Couture-Stipendium in Paris gewann und bei Guy Laroche in die Lehre ging. Zehn Jahre später kehrte Valentino nach Rom zurück, um an der feinen Via Condotti im Zentrum der Ewigen Stadt sein eigenes Atelier zu eröffnen. Elizabeth Taylor, die für Dreharbeiten in Rom weilte, war eine der ersten Kundinnen des eleganten Couturiers. Sie hielt Valentino modisch stets die Treue.

Prominente Braut-Kundschaft am laufenden Band
"Valentino" wurde ein Begriff, und nicht nur die Schauspielerin mit den vielen Ehemännern brauchte Kreatives aus seiner Werkstatt für eine glamouröse Hochzeit: Er stattete die Kennedy-Witwe Jacqueline mit einem weißen, kurzen Cocktailkleid aus, als sie im Jahr 1968 den griechischen Milliardär Aristoteles Onassis heiratete. Und auch die Onassis-Enkelin Athina wählte für ihre Hochzeit 2005 eine Robe von Valentino. Dieser hatte in Giancarlo Giammetti schon früh den idealen Partner für das Geschäftliche und das Leben gefunden, so dass sich der Maestro erfolgreich auf die kreative Seite konzentrieren konnte.

Kein Partytiger
Eine Frau müsse ein Kleid zum Leben erwecken, sie müsse es zum Sprechen bringen, das macht Valentinos Modephilosophie wohl noch am deutlichsten. Gut, der Konzern wechselte ab Ende der 90er Jahre mehrfach den Besitzer, Valentino blieb aber noch bis Ende 2007 der Chefdesigner. Der zurückhaltende Mann, der sich einen häuslichen Typ nennt, nicht von Party zu Party jagt, kann sich Valentino-Modeschauen nun als Gast ansehen. Er reist von einer seiner zahlreichen Immobilien an - in Rom, London, bei Paris, in Gstaad oder auch New York.

Virtuelles Valentino-Museum
Schlagzeilen macht Valentino aber auch nach seiner Abkehr von der aktiven Designerwelt noch. So richtete er 2011 sein ganz persönliches virtuelles Mode-Museum im Internet ein. Es dokumentiert nahezu ein halbes Jahrhundert seines Wirkens - Haute Couture für die Creme de la creme im Internet, eröffnet von New York aus. Unter den allein 300 im Netz zu bewundernden Roben ist das schwarze Kleid, das Sophia Loren trug, als sie sich einen Oscar abholte. Dazu Videos, Zeichnungen und Illustrationen. Mit Rom hat er nicht mehr so viel am Hut, seit seine Idee, dort ein Valentino-Museum aufzubauen, an der Stadt scheiterte.

Verleihung des "Mode-Oscars"
Ebenfalls im vergangenen Jahr erhielt Valentino als der Zar des modischen "made in Italy" den oft als "Mode-Oscar" bezeichneten CFDA-Award der US-Designer. Auf prominent besuchten Wohltätigkeitsveranstaltungen taucht er auch auf, etwa in seinem Chateau de Widewille vor den Toren von Paris. Und als "letzter Kaiser" verewigt wurde er in dem 2008 am Lido in Venedig uraufgeführten Dokumentarfilm "Valentino: The Last Emperor". Es ist die Würdigung eines großen Modedesigners, der über die Jahrzehnte mit wenigen Mitarbeitern für wenige Elegantes schuf.