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Rosetta: Wieder Kontakt
zum Kometen-Lander Philae

Nächtliche Zwangspause nach spektakulärer Landung auf einem Kometen

Raumfahrt - Rosetta: Wieder Kontakt
zum Kometen-Lander Philae © Bild: 2014 European Space Agency (ESA)/Getty Images

Einen Tag nach der spektakulären Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen hat man Donnerstag früh wieder Kontakt zu dem Landegerät "Philae" bekommen. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit.

In der Nacht hatte es eine Zwangspause ergeben, da sich der Komet "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" sowie die Raumsonde "Rosetta" in seiner Nähe bewegen. Das auf "Tschuri" sitzende Labor "Philae" kann somit nicht immer Kontakt zur Sonde haben, von der aus Signale zur Erde geschickt werden.

Drei Mal aufgepeppelt?

Trotz offensichtlich wilder Landung liefert das Mini-Labor "Philae" wieder Daten vom Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko". Dabei gibt es Hinweise, dass "Philae" nicht nur zwei, sondern sogar drei Mal aufgepeppelt sein könnte.

Gute Verbindung zu Philae

"Die Verbindung läuft gut", sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt. In der Nacht hatte es wie erwartet eine Zwangspause wegen eines Funklochs gegeben. Das Labor scheine in einem "sehr soliden" Zustand zu sein.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln wollte Daten prüfen, nach denen "Philae" nicht nur zwei, sondern sogar noch ein drittes Mal auf dem Kometen aufgesetzt haben könnte. "Die Vermutung liegt nahe", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz. "Sicher ist es aber erst, wenn die Daten ausgewertet sind." Dies könnte womöglich noch am Donnerstag klar sein.

Philae steht wohl auf stark geneigtem Abhang

Das Mini-Labor "Philae" steht nach seiner Flummi-artigen Landung auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" "wahrscheinlich auf einem stark geneigten Abhang". Dies lassen erste Fotos vermuten, die der Roboter von seinem Standort aus gesendet hat, wie Philippe Gaudon vom französischen Raumfahrtzentrum CNES am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

"Er scheint von Felsen umgeben" und dadurch "ziemlich blockiert" zu sein, fügte der CNES-Verantwortliche für die Mission hinzu. Über den Kurzbotschaftendienst Twitter schickte die Europäische Raumfahrtagentur ESA im Namen von "Philae" bereits mehrere Tweets. Dabei hieß es am Donnerstagvormittag auch, der Roboter habe einen sicheren Stand auf dem Kometen. Die ESA in Darmstadt wollte um Nachmittag den aktuellen Stand zu der Mission mitteilen.

Mini-Labor dürfte schräg liegen

Nach der unvorhergesehen wilden Landung des Mini-Labors "Philae" auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" am Mittwoch dürfte das Landegerät schräg liegen. Nachdem "Philae" gleich zweimal wieder von der Kometenoberfläche abgeprallt ist, empfängt es auf der neuen Landungsstelle nun weniger Sonnenenergie als ursprünglich vorgesehen, teilten die Verantwortlichen am Donnerstag in Darmstadt mit.

Obwohl "Philae" zweimal wieder in den Weltraum zurückgestoßen wurde, gebe es aber "keine Anzeichen für eine Beschädigung" des Landegeräts, das inzwischen erste Bilder von seiner Umgebung zur Erde schickte, erklärte der aus Österreich stammende "Philae"-Landermanager Stephan Ulamec. Zwischen der ersten und der zweiten Berührung der Kometenoberfläche durch das Mini-Labor lagen rund zwei Stunden, zwischen der zweiten und dritten Bodenberührung etwa sieben Minuten.

Geschichte geschrieben

Die Landung ist eine Premiere in der Geschichte der Raumfahrt. Beim Aufsetzen auf "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" gab es am Mittwoch aber Schwierigkeiten. Zwei Harpunen zum Verankern von "Philae" auf "Tschuri" wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht.

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