Rosenkranz II. Was passiert, wenn sie dennoch gewinnt? Eine Polit-Alpträumerei

Pohl-Position von Walter Pohl zur FPÖ-Kandidatin PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Rosenkranz II. Was passiert, wenn sie dennoch gewinnt? Eine Polit-Alpträumerei © Bild: NEWS

Unlängst hatte ich einen Traum. Ich war in der Republik Österreich, die jedoch Absurdistan hieß. Ich sah H.-C. Strache vor mir, der seine Augen mit stahlblauen Kontaktlinsen behaftet hatte. Dann schritt er zu einer Pressekonferenz, bei der er den Wahlsieg der Barbara Rosenkranz verkündete.

Wie das geht? Ganz einfach: Der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer hatte zuvor auf Druck des „Krone“-Herausgebers Hans Dichand seine Kandidatur zurückgezogen und eidesstattlich versprochen, sich in Zukunft nur mehr seinen Alpinwanderungen auf Rax und Schneeberg widmen zu wollen. Daraufhin war Barbara Rosenkranz zu einer relativen Mehrheit von 18 Prozent der Wählerstimmen gekommen, eine Stichwahl wurde abgeblasen, weil sich alle verbliebenen Kontrahenten auf eine Empfehlung für Rosenkranz geeinigt haben. Unter dem Slogan „Babsi, geh Du vor!“ und dem Hinweis auf unnötige Verschwendung von Steuergeldern für einen zweiten Wahlgang wurde das Ergebnis gewertet. Heftige Proteste „linkslinker“ Demonstranten folgten, die Amtseinführung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur Ehemann Horst, die zehn Kinder und der familieneigene Schäferhund „Greif“ waren anwesend. Schon längst waren Dutzende Anzeigen wegen Verfassungsbruchs eingetrudelt, welche jedoch den Amtsantritt der Rosenkranz vorerst nicht aufschieben konnten.

Aber das dicke Ende kam erst: „Rosi“ verkündete die Auflösung des „Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes“ und besuchte als Erstes – so wie protokollarisch üblich – die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard. Dabei sprach sie sich bei der Pressekonferenz für ein Minarettverbot in der gesamten EU aus. Die rechten Volksparteien aus ganz Europa gratulierten. Das ging noch: Dann jedoch – wenige Wochen später in meinem Traum – stand der Staatsbesuch bei Nicolas Sarkozy an. Mit „Damenprogramm“. Babsis Ehemann Horst musste gemeinsam mit Carla Bruni eine Visite im Louvre über sich ergehen lassen. Auf die Fragen der Journalisten, wie ihm die Mona Lisa gefalle, antwortete Horst zackig: „A blonde Gretl wär mir lieber.“ Daraufhin wurde das gemeinsame Abendessen im Élysée abgesagt und diplomatisch peinlich geschwiegen. Endlich bin ich aufgewacht und hab zu meiner Bettnachbarin gesagt: „Heinzi, bist du’s eh …?“