Rosafarbene Hasen und ein treuer Schoß- hund: Das Lustspielhaus öffnet seine Pforten

Mit dabei: Stefano Bernardin, Nina Blum und mehr "Die Widerspenstige Zähmung": Premiere am 16. Juli

Rosafarbene Hasen und ein treuer Schoß- hund: Das Lustspielhaus öffnet seine Pforten © Bild: Wiener Lustspielhaus

Der Countdown läuft: Noch gut zwei Wochen bis zur Premiere von Der Widerspenstigen Zähmung am 16. Juli 2010 im Wiener Lustspielhaus! Passend zu den hochsommerlich heißen Temperaturen laufen nun auch die szenischen Proben auf Hochtouren. Nach mehreren Wochen Arbeit am Text gab es vor ein paar Tagen eine erste Probe in Kostüm und Maske – mit dabei: ein geigendes, rosafarbenes Kaninchen und ein treuer Schoßhund.

Und endlich konnte das Ensemble auch in “sein” Haus einziehen, denn: das Lustspielhaus steht! Mitten im Herzen Wiens, an seiner Geburtsstätte Am Hof ist das bemalte Theater auch für diesen Sommer wieder angekommen und damit weithin sichtbar für alle Wienerinnen und Wiener. Ein geschichtsträchtiger Ort: In unmittelbarer Nähe befanden sich im frühen 18. Jahrhundert die Spielorte der Theater-Wandertruppen, Spaßmacher und Unterhaltungskünstler, die ihre Buden und Bretterhütten auf der Freyung, dem Judenplatz und am Graben aufschlugen.

Den Charakter eines Wandertheaters versprüht das Wiener Lustspielhaus noch heute, besonders, wenn man sich Backstage begibt und die Wagen ansieht, in denen Garderoben und Maske untergebracht sind. Hier herrscht schon geschäftiges Treiben: Kostüme werden präpariert und Perücken geklebt – alles will in der letzten heißen Probenphase bis zum alle Sinne verführenden Theatererlebnis zusammenwachsen!

Ganz der alten Wiener Komödiantentradition folgend, präsentiert sich das Wiener Lustspielhaus auch diese Saison wieder publikumsnah und mit Weltliteratur in wienerischem Gewand – Franzobel hat zum zweiten Mal eine Posse für das Lustspielhaus geliefert, diesmal sehr frei nach Shakespeare und seiner Geschichte von der Widerspenstigen, die gezähmt werden soll. Aber trägt sich das wirklich so zu? Ist das Thema dieses Stückes nicht viel mehr, “was die Liebe vermag, wenn sie huldvoll und unvermutet über die Menschen hereinbricht? Wenn sich die Kontinentalplatten der Gefühle ineinander verspießen und unser Menschenleben bis ins Innerste erschüttern?” (Adi Hirschal)

Seele und Zentrum des Lustspielhauses sind auf jeden Fall die Schauspielerinnen und Schauspieler, die dem Wiener Publikum kostbare Theaterstunden schenken: dieses Mal sind Stefano Bernardin als tunichtguter Petruchio, seine garstige und doch äußerst liebenswerte Katharina in Gestalt von Nina Blum mit dabei, die auch aus dem Fernsehen weithin bekannte Brigitte Kren als resolute Mama Battista, Petra Böhm und Valentin Schreyer als Vorzeige-Liebespärchen Bianca und Luc, Ronald Seboth als sprudeliger Sekthersteller aus Döbling und die beiden auf der Bühne des Wiener Lustspielhauses schon erprobten Darsteller Roswitha Szyszkowitz als Trania v. Gewürz-Tramin und Thomas Frank als Hortensio Schlauch.