Ronaldo würde sogar als Tormann spielen:
ManU-Superstar zurück zu alter Hochform

Ronaldos Drohung: "Die besten Spiele kommen erst" Fletcher nach Schiedsrichterfehler nur Final-Zuseher

Ronaldo würde sogar als Tormann spielen:
ManU-Superstar zurück zu alter Hochform © Bild: APA/EPA/Penny

Cristiano Ronaldo scheint rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt wieder zur alten Topform zurückgefunden zu haben. Mit zwei Treffern und einem Assist beim 3:1 gegen Arsenal untermauerte der Superstar von Manchester United im Champions-League-Halbfinale, warum er im Vorjahr zurecht als Weltfußballer 2008 ausgezeichnet worden war. Nachdem der Portugiese in der Gruppenphase der Millionenliga leer ausgegangen war, hat Ronaldo in der k.o.-Phase bereits vier entscheidende Treffer für seine "Red Devils" erzielt.

Der extrovertierte Offensivspieler erwies sich im Emirates-Stadium von London nicht nur aufgrund seines Doppelpacks (11., 61.) als Schreckgespenst für die Arsenal-Defensive. Immer wieder riss Ronaldo, der bereits beim 2:0 im Achtelfinale gegen Inter Mailand und beim 1:0 im Viertelfinale beim FC Porto gescort hatte, mit seinen Tempo-Dribblings Löcher in den Reihen der "Gunners" auf. Auch seine gefürchteten Freistöße sorgten nicht nur bei Arsenal-Schlussmann Almunia immer wieder für Sorgenfalten.

"In den letzten Spielen habe ich mich sehr gut gefühlt. Das ist eine spezielle Zeit in dieser Saison, die besten Spiele kommen erst", meinte der 24-Jährige, der mit 32 Schüssen aufs Tor und 36 an ihm ausgeübten Fouls in zwei CL-Statistiken an der Spitze steht. Dass Coach Alex Ferguson seinen Star an vorderster Front aufgeboten hatte, war für ihn selbst kein Problem. "Ich spiele Stürmer, Torhüter, links außen. Ich will einfach nur spielen", erklärte Ronaldo, der in dieser Saison aufgrund seiner oft überheblichen Spielweise selbst von den eigenen Fans kritisiert worden war.

"Er war einfach fantastisch"
Auch Ferguson sparte nach der Partie nicht mit Sonderlob für den Doppeltorschützen. "Wir brauchten jemanden, der dem Gegner wirkliche Probleme bereitet. Und Ronaldo in dieser Form...er war einfach fantastisch", sagte der schottische Sir und sein Gegenüber Arsene Wenger erklärte unmissverständlich: "Ich denke, Ronaldo hat uns schwere Zeiten bereitet."

Dass der Mann aus Madeira just an jenem Tag wieder Topform bewies, als erneut Gerüchte über einen Transfer zu Real Madrid auftauchten, passte ganz gut ins Bild. Stimmen, dass ihn der Franzose Franck Ribery von Bayern München sicher ersetzen könne, brachte Ronaldo nach seiner "tour de force" (Daily Mail) schnell wieder zum Schweigen.

Fletcher muss zusehen
Neben dem strahlenden bedauerte Manchester aber auch einen tragischen Helden. Darren Fletcher mutierte zu einem ebensolchen, nachdem er von italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti (Referee im Wiener EM-Endspiel 2008) in der 75. Minute beim Stand von 3:0 wegen einer umstrittenen Attacke im Strafraum an Fabregas vom Feld verwiesen worden war. Im Finale wird der schottische Mittelfeldspieler nun zum Zuschauen verdammt sein.

Wie ein UEFA-Sprecher bestätigte, habe Manchester das Recht, Einspruch zu erheben. Dieser werde aber keine Aussicht auf Erfolg haben. Dazu müsste Rosetti im offiziellen Spielbericht zugeben, den falschen Spieler ausgeschlossen zu haben - was im Fall von Fletcher nicht gegeben ist. Ferguson hat sich mit der Sperre seines Landsmanns bereits abgefunden: "Allen Anschein nach können wir keinen Einspruch erheben. Und das ist wirklich enttäuschend."
(apa/red)