Schluss mit Dolce Vita von

Rom verbannt Mopeds

Innenstadt ohne Flitzer. Mopedfahrer protestieren gegen grüne Revolution.

Moped in Italien © Bild: Thinkstock

In der romantischen Komödie "Ein Herz und eine Krone" aus dem Jahr 1953 knatterten Audrey Hepburn und Gregory Peck auf einer Vespa mit Fahrtwind in den Haaren und Lebenslust in den Augen durch Rom. Für Mopedfahrer in der Ewigen Stadt ist das "Dolce Vita" jetzt bald vorbei: Roms Bürgermeister Ignazio Marino will sie aus der Innenstadt verbannen.

Der leidenschaftliche Radfahrer Marino setzt auf eine grüne Revolution. Er will Roms chaotisches Zentrum ganz vom Autoverkehr befreien und die Fußgängerzonen immer mehr erweitern. So können seit dieser Woche Motorroller und Mopeds bereits nicht mehr den Stadtteil befahren, der sich von der Piazza del Popolo über die Luxusmeile Via del Babuino bis zum Parlament erstreckt. Ein Fahrverbot gilt auch für Autos, wenn deren Besitzer nicht in der Innenstadt wohnen. Mopedfahrer, die sich nicht an das Verbot halten, müssen mit einer Strafe von 84 Euro rechnen.

Die Initiative des Bürgermeisters erzürnt das Volk der Motorrollerfahrer, die sich am Sonntag an einer Protestaktion vor dem Grab des Kaisers Augustus beteiligten. "In einer Stadt, in der die öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht funktionieren, sind wir auf Mopeds angewiesen", betonten einige Demonstranten.

Bürgermeister Marino bleibt hart. Ab Dezember sollen weitere 15 Straßen um die Hauptachse Via del Corso, darunter die Shoppingmeile Via Condotti, nur noch Fußgängern zugänglich sein. Das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln soll im Zentrum dafür gestärkt werden, verspricht der Bürgermeister, der vor einem Jahr bereits die Gegend um das Kolosseum vom Autoverkehr befreit hatte. Nur mehr städtische Busse und Taxis dürfen dort verkehren.

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