Rogan gewinnt Silber: Toller EM-Auftakt für Österreichs Rückenschwimmer Nummer eins

Knapp vorbei: 5. Rang für Nadarajah über 50m Delfin Unwetter brachte Wettkampf-Zeitplan durcheinander

Markus Rogan ist seinen Vorschuss-Lorbeeren wieder einmal gerecht geworden. Der 24-Jährige holte bei der Langbahn-EM in Budapest die Silber-Medaille über 100 m Rücken, nur Favorit Arkadij Wjatschanin war nicht zu schlagen. In 54,07 Sekunden fixierte Rogan abermals OSV-Rekord und gewann damit das 20. Edelmetall seiner Karriere.

Es war ein typisches Rogan-Rennen, wie das Olympia-Finale über diese Distanz 2004 in Athen. Wie damals ging der Wiener zur Halbdistanz des Endlaufs als Achter und Letzter durch, und wieder arbeitete er sich auf Rang zwei vor. War es aber vor zwei Jahren nur 1/100 Sekunde Vorsprung auf den Dritten, hängte er diesmal den "Bronzenen" Aristeidis Grigoriadis aus Griechenland um 27/100 ab.

Seine im Halbfinale aufgestellte nationale Bestleistung verbesserte Österreichs "Sportler des Jahres 2004" um 28/100. "Unter 54 Sekunden ist es sich nicht ganz ausgegangen, aber dann schwimme ich das eben bei der WM". Trotzdem ist diese Leistung die beste meiner Karriere. Aber nur bis zum Finale über 200 m Rücken."

Nervosität beim Routinier
Rogan war vor dem Start diesmal in einer gewissen Art nervös, ungewohnt für den Routinier. "Ich hatte ein Lungenstechen, ich hatte Krämpfe, ich habe meine Hände nicht gespürt. Aber das Gefühl war wunderschön." Einfluss auf sein Rennen hatte sein Befinden vor dem Start freilich nicht. "Das Rennen hat dann viel Spaß gemacht. Auch weil ich gesehen habe, den Meeuw, den kick ich. Aber gegen den Arkadij hatte ich keine Chance." Der 22-Jährige blieb mit dem EM-Rekord von 53,50 nur 4/100 über dem Europarekord Meeuws.

Der war als Top-Favorit in die Konkurrenz gegangen, wurde dann aber in 54,59 Sekunden 8/100 hinter dem viertplatzierten Briten Liam Tancock nur Siebenter. Nur 3/100 früher hatte Lokalmatador und Titelverteidiger Laszlo Cseh als Sechster angeschlagen. Später war der Ungar Semifinal-Schnellster über 200 m Lagen.

Unwetter bringt Zeitplan durcheinander
Unmittelbar nach dem Lagen-Semifinale kam das große Unwetter. Ein wolkenbruchartiger Regenguss enormen Ausmaßes verhinderte die Abwicklung der beiden verbliebenen Bewerbe - Endlauf der Damen über 200 m Rücken und Semifinali der Herren über 200 m Kraul mit den Oberösterreichern Dominik Koll und David Brandl. Sie kommen nun heute nach den Vormittags-Vorläufen zum Zug, der Rücken-Endlauf wird um 16:45 Uhr vor der Final-Session nachgeholt.

Unmittelbar nach Rogan schwamm Fabienne Nadarajah noch niederschlagsfrei im Delfin-Sprint-Endlauf auf Rang fünf. In 26,79 Sekunden blieb die 21-Jährige 29/100 hinter ihrem OSV-Rekord, auf die Bronze-Medaille der Niederländerin Chantal Groot fehlten ihr drei Zehntel. "Es ist kein Formproblem. Beim Training ist es mir noch relativ gut gegangen", erklärte die Wienerin. "Aber beim Rennen war es nicht so wie bei Wettkämpfen davor. Irgendetwas ist, wo ich weiß, es stimmt was nicht."

Allzu tragisch nahm die Kurzbahn-Vize-Weltmeisterin über diese Distanz das Verpassen des Podests aber doch nicht. "Ich glaube nicht, dass es tragisch ist, dass es keine Medaille ist. Es ist ja immerhin meine beste EM-Platzierung auf der Langbahn." Der Titel ging in 26,06 Sekunden an die Schwedin Therese Alshammar, ihre Landsfrau und Weltrekordlerin Anna-Karin Kammerling wurde in 26,23 Zweite.

Dinko Jukic kam gerade noch durch, obwohl bei seinem Lagen-Semifinale bereits erste Regentropfen gefallen waren. In 2:04,68 Minuten verbesserte der 17-Jährige als Gesamt-15. seinen österreichischen Junioren-Rekord um weitere 9/100. "Über Delfin und Rücken kann ich mit den Besten mithalten. Ich kann bei kaltem Wetter aber eher nicht 100 Prozent gehen, sonst wäre es noch schneller gegangen. Ein Semifinale wollte ich hier erreichen, und das habe ich schon geschafft."

(apa/red)