Rogan diesmal ohne Medaille: Österreichs Schwimm-Ass holt über 200m Rücken 'Blech'

Gold geht an starken Russen Arkadij Wjatschanin Rogan: "Habe mir gedacht, dass ich schneller war"

Markus Rogan hat am Samstag die erste richtig große Niederlage seit seiner Zugehörigkeit zur Schwimm-Weltspitze kassiert. Der Titelverteidiger landete im Budapester EM-Finale über 200 m Rücken in 1:58,78 Minuten nur auf Rang vier, besiegt vom Russen Arkadij Wjatschanin, dem Ungarn Laszlo Cseh und dem Rumänen Razvan Florea. Damit blieb Rogan auf seiner Parade-Strecke erstmals seit der WM in Barcelona 2003 ohne Podestplatz.

Bei Europameisterschaften blieb der 24-Jährige erstmals seit den Langbahn-Titelkämpfen in Helsinki ohne Medaille, am 7. Juli 2000 hatte er in der finnischen Metropole noch vor dem Start seiner kometenhaften Karriere Rang 17 belegt. Seine erste Niederlage bei einem Großereignis über diese Distanz gegen Europäer seit dem Kurzbahn-EM-Finale am 11. Dezember 2003 in Dublin fiel mit 3,34 Sekunden hinter Wjatschanin überaus empfindlich aus.

"Habe mir gedacht, dass ich schneller war"
Unmittelbar nach dem Rennen war Österreichs "Sportler des Jahres 2004" eher ratlos, 95/100 fehlten ihm auf die Bronze-Medaille. "Das verstehe ich nicht. Ich habe mir gedacht, dass ich schneller war und es ein nettes Rennen war. Ich habe mich während dem Rennen gut gefühlt. Ich habe mir gedacht, es passt alles", meinte Rogan erfolglos nach Erklärungen suchend. "Aber irgendwie war es nicht meines. Irgendwie war kein Feuer drinnen."

Auf die meisten Fragen der Journalisten nach dem 'Warum' wusste das OSV-Ass keine Antworten, bat um Zeit zum Analysieren und Nachdenken. Tatsächlich unerklärlich, warum er 2,15 Sekunden hinter seiner Bestzeit und 88/100 hinter seiner Semifinal-Zeit blieb. Da hatte er ja bewiesen, dass es zumindest etwas schneller geht. Aber auch die 1:57,90 vom Vortag hätten nicht zu Bronze gereicht, das ging in 1:57,83 an den Rumänen Razvan Florea.

Wjatschanin an 3. Stelle des ewigen Rankings
Wjatschanin war sowieso unerreicht, setzte sich 78/100 hinter Weltrekordler Aaron Peirsol an die dritte Stelle des ewigen Rankings. Lokalmatador Cseh markierte als Zweiter in 1:56,69 klare persönliche Bestleistung und blieb nur 6/100 hinter Rogans OSV-Rekord. Die Top Fünf waren in etwa im Sekunden-Takt aufgefädelt, dem deutschen Europarekordler Helge Meeuw blieb in 1:59,70 ex aequo mit dem Briten James Goddard nur Platz fünf.

Dittrich EM-Zwölfte über 200 m Delfin
Einen schönen Erfolg feierte kurz nach Rogans Endlauf Nina Dittrich im Semifinale über 200 m Delfin, die erst 15-Jährige drückte ihren OSV-Junioren-Rekord von der Jugend-EM in Mallorca in 2:12,24 Minuten um 6/10 und wurde damit Zwölfte. "Es ist mir sehr gut gegangen, die zweiten 100 m sind besser gegangen als am Vormittag." Vom österreichischen Rekord von Petra Zahrl ist Dittrich nun nur noch 1,74 Sekunden entfernt.

Nadarajah: Niederlage im swim-off
Nadarajah sorgte im Kraul-Sprint für das bereits dritte Stechen im österreichischen Team bei diesen Titelkämpfen. Nach Siegen von Maxim Podoprigora über 200 m Brust und Jördis Steinegger über 200 m Kraul setzte es diesmal im swim-off aber eine OSV-Niederlage. Mit 25,96 Sekunden war die Wienerin um 14/100 langsamer als ihre finnische Konkurrentin Hanna-Maria Seppälä und um 2/100 langsamer als im Vorlauf, mit ihren Zeiten war sie aber zufrieden.

"Sicher ärgert es mich, dass ich so knapp am Semifinale vorbei geschwommen bin. Ich habe beide Male den Anschlag verhaut. Im Stechen war auch der erste Zug nach dem Auftauchen nicht so gut", erklärte die Kurzbahn-Vize-Weltmeisterin im Delfin-Sprint. "Aber zweimal unter 26 Sekunden und das in der Früh, das ist okay. Auch hinsichtlich Olympia finde ich das nicht so schlecht. Ich habe ja im Training nicht so viel Kraul gemacht."

Das EM-Resümee von Nadarajah fiel dann allerdings nicht ganz so positiv aus, wie es hätte sein können. "Platz 5 und die Zeit über 50 m Delfin war nicht grottenschlecht, aber auch nicht so gut. Über 50 m Rücken ärgert es mich, dass ich am Start weggerutscht bin. Das muss nicht sein, da hätte sich das Finale ausgehen können. Das wäre schon etwas gewesen. Nur mit den 50 m Kraul bin ich eigentlich wie gesagt zufrieden." (apa/red)