Rodel-WM in Innsbruck/Igls: Herbe Pleite für Österreichs Herren im Einsitzer-Rennen

Pfister landet als bester ÖRV-Rodler auf Rang 12 Gold an Deutschen Möller vor Zöggeler und Eichhorn

Rodel-WM in Innsbruck/Igls: Herbe Pleite für Österreichs Herren im Einsitzer-Rennen

Für Österreichs Rennrodler hat es im Herren-Einsitzerbewerb der Heim-Weltmeisterschaften im Eiskanal von Innsbruck/Igls eine bittere Niederlage gesetzt. Das nach den Rücktritten von Markus Kleinheinz und Rainer Margreiter stark verjüngte ÖRV-Team verpasste das angestrebte Minimalziel, einen Platz in den Top-Ten. Der 20-jährige Daniel Pfister, der am Vortag mit der Mannschaft die Bronzemedaille geholt hatte, belegte als bester Österreicher nur Rang zwölf. Christian Eigentler (23 Jahre alt), Wolfgang Kindl (18) und Team-"Oldie" Martin Abentung (25) landeten auf den Plätzen 17 bis 19.

Der Sieg ging vor 5.000 Zuschauern an den Deutschen David Möller, der nach 2004 sein zweites WM-Gold im Einsitzer feierte. Der 25-Jährige aus Sonneberg in Thüringen, wo 2008 auf der Bahn von Oberhof die nächsten Weltmeisterschaften in Szene gehen, war auf der umgebauten Olympia-Bahn von 1976 auch nicht vom Südtiroler Titelverteidiger Armin Zöggeler zu stoppen, der diesmal mit 0,007 Sek. Rückstand Silber holte. Möllers Landsmann Jan Eichhorn wurde Dritter und vervollständigte den deutschen Triumph.

Österreichs Nationaltrainer Rene Friedl war mit dem enttäuschenden Ergebnis natürlich nicht zufrieden: "Wir wollten in die Top-Ten und mit einem weiteren Fahrer in die Top-15. Es hat nicht sollen sein. Ausschlaggebend waren einige kleine Fahrfehler und wahrscheinlich auch die warmen Temperaturen." Der Deutsche nahm seine Schützlinge aber auch in Schutz: "Wir haben von Anfang an gewusst, dass wir nach den Rücktritten im Sommer im Herrenbewerb den größten Nachholbedarf haben."

Ähnlich analysierte ÖRV-Sportdirektor Markus Prock, der vor 20 Jahren in Igls erstmals Weltmeister wurde: "Wir haben uns sicher mehr erwartet, aber man muss auch sehen, dass die Mannschaft sehr jung ist. Sie hat heute vor einer beeindruckenden Kulisse und mit dem Druck einer Heim-WM Lehrgeld gezahlt." Ganz anders die Stimmungslage natürlich bei Triumphator Möller: "Ich bin überglücklich, habe nicht mit dem Sieg gerechnet. Eigentlich habe ich erwartet, dass Armin im zweiten Lauf noch zulegt."

Der angesprochene Zöggeler, seines Zeichens zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister, war dementsprechend enttäuscht: "Es sollte nicht sein. Ich habe alles gegeben, mehr war nicht drinnen."

(apa/red)