Robotik von

Roboter als Jobkiller?

Bis 2100 könnten 70 Prozent aller Arbeiten von Robotern erledigt werden

Ein Roboter erledigt Arbeitsaufgaben © Bild: Corbis

Kann das nicht jemand anders machen? Diesen Wunsch bei lästigen Alltagspflichten vom Kochen bis zur Hausarbeit haben wohl schon viele gehabt. Nun könnte dieser Wunsch jedoch schneller Realität werden als vielen lieb sein dürfte. Bis 2100 könnten Roboter in der Lage sein 70 Prozent aller aktuell existierenden Jobs zu übernehmen, so eine aktuelle Prognose. Die Zukunft für die Menschheit muss deshalb aber nicht schrecklich sein. Vielmehr könnten diese dann andere Aufgaben übernehmen oder mehr Freizeit genießen.

Das US-Technologiemagazin „Wired“ wagt in seiner aktuellen Ausgabe den Blick in die Zukunft und kommt zum Schluss, dass bald schon viel von dem was heute noch Menschen erledigen von Robotern erledigt werden könnte. Was man aus den Fabriken der Welt schon kennt, könnte zunehmend auch im Bereich der Dienstleistungen und der höherbezahlten Tätigkeiten Realität sein.

Für „Wired“ ist klar, dass das kein Horrorszenario sein muss. Auch während der industriellen Revolution verschwanden unzählige Jobs. Um 1900 arbeiteten 70 Prozent aller Amerikaner auf Farmen. Inzwischen ist es nur mehr ein Prozent. Aber diese Menschen wurden nicht alle arbeitslos, sondern fanden Großteils neue Aufgaben in der Industrie und bei den Dienstleistungen. Dabei entstanden unzählige Berufe, die sich die Menschen um 1900 nicht einmal vorstellen konnten.

Etwas Ähnliches könnte laut „Wired“ nun im Bereich der Robotik bevorstehen. Bis 2100, so schätzt man, werden70 Prozent aller heute existierenden Tätigkeiten von Robotern erledigt werden. Die Annahme ist dabei, dass Roboter zunächst ihre Tätigkeiten dort weiter vertiefen werden, wo sie schon heute vielfach eingesetzt werden. Also in den Fabriken. Danach wird es die Warenhäuser erwischen und auch in der Landwirtschaft wird das Pflücken und Einsammeln von Früchten wohl schon bald von Robotern erledigt werden. Aber auch vor der Gebäudereinigung oder dem Transport werden die Roboter nicht Halt machen.

Auch höherbezahlte Tätigkeiten betroffen

Nach Annahme des Magazins werden viele dieser Roboter bei weitem nicht so aussehen, wie wir uns das vorstellen, sondern ein an ihre Aufgaben angepasstes Aussehen aufweisen. Dabei werden sie sich immer weiter von einfachen zu komplizierteren Tätigkeiten vorarbeiten. Wer hätte beispielsweise noch vor kurzem gedacht, dass ein Roboterstaubsauger das Saugen übernehmen kann? Warum sollte ein anderer Roboter in einigen Jahren nicht in der Lage sein auch die Fenster eines Hochhauses zu reinigen, oder die Toiletten zu putzen?

Mit diesen relativ einfachen Fähigkeiten wird es aber keineswegs getan sein. Roboter werden immer besser darin Texte zu verstehen und diese selbst zu „schreiben“. Beispielsweise könnten viele Nachrichtenmeldungen im Journalismus schon bald von Robotern erledigt werden. Aber auch die Medizin wird nicht verschont bleiben. Beispielsweise wird schon heute vielfach mit Roboterunterstützung operiert.

Arbeiten mit Robotern

Roboter werden zunehmend nicht für eine spezifische Aufgabe produziert werden, sondern von Menschen Aufgaben „erlernen“ können. Dadurch wird es schon relativ bald möglich sein, dass Roboter und Menschen zusammenarbeiten. Für „Wired“ ist das jedoch kein Schreckensszenario denn man geht davon aus, dass Roboter viele Aufgaben übernehmen werden, die Menschen nicht oder nur viel schlechter ausführen können.

Dadurch werden neue Tätigkeiten entstehen die nur Menschen erledigen können, zumindest bis Roboter auch diese Aufgaben übernehmen werden. Dennoch soll man sich die Zukunft nicht als Rennen gegen die Roboter vorstellen, denn dieses Rennen kann man nur verlieren. Vielmehr wird die Zukunft und auch das eigene Verdienst in der Zukunft vor allem davon abhängen, wie sehr man in der Lage ist, mit den Robotern gemeinsam zu arbeiten und diese optimal einzusetzen.

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