Roboter von

Neue Gefängniswärter

Südkorea: Eineinhalb Meter große Roboter sollen künftig Häftlinge überwachen

Große weiße Kulleraugen, ein lächelnder Mund, vier Räder und fertig ist der perfekte Gefängnisroboter. Zumindest soll der eineinhalb Meter große Kerl künftig in Südkorea die Häftlinge überwachen.

Das Land wird damit seiner internationalen Vorreiterrolle bei der Robotertechnologie wieder einmal gerecht. 650.000 Euro soll das Projekt kosten, finanziert wird es vom Justizministerium. Ein Probelauf ist bereits in Planung. Einen Monat lang sollen drei Prototypen der Roboter im Gefängnis der Stadt Pohang, südöstlich der Hauptstadt Seoul, getestet werden.

Die künstlichen Helfer wurden konstruiert, um in den Gängen zu patrouillieren und mit ihren eingebauten Videokameras die Zellen zu überwachen. Zeigen die Insassen ein ungewöhnliches oder aggressives Verhalten alarmieren die Roboter die menschlichen Wachleute. Auch könnten Insassen sich im Notfall an die Roboter wenden, um das Personal zu kontaktieren, sagt Universitätsprofessor Lee Baik-chul im Gespräch mit dem "Wall Street Journal". Er leitet das einzigartige Projekt. Das Ziel sei es die Gefängniswärter durch die neuen Kollegen erheblich zu entlasten, vor allem während der Nachtschicht, so der Professor.

Keine Terminatoren
Das niedliche Aussehen der Kerle ist laut Lee Baik-chul übrigens beabsichtigt. Es soll sie "menschlich und freundlich" erscheinen lassen. Am Design wird derzeit noch gearbeitet. Zupacken sollen die Roboter allerdings nicht. "Sie sind keine Terminatoren. Es ist nicht ihr Job, gewalttätige Häftlinge auszuschalten. Sie sind Helfer. Wenn sich ein Insasse in einer lebensbedrohlichen Situation befindet oder ernsthaft krank ist, soll er rasch helfen", erklärt der Projektleiter.

Weiterführender Link:
"Wall Street Journal"