'Robot Dancer' Peter Crouch: Stürmer wurde
von Lachnummer zum Kult-Kicker Englands

Baumlanger Angreifer soll für Rooney Tore schießen Liverpool-Star: "So viel Selbstvertrauen wie noch nie"

Die Engländer glauben vor ihrer Auftakt-Partie bei der Fußball-Weltmeisterschaft die Antwort auf brasilianischen Samba und argentinischen Tango gefunden zu haben. "Robot Dancer" Peter Crouch soll den vorläufigen Ausfall von Wayne Rooney vergessen machen und am Samstag in Frankfurt gegen Paraguay neben Michael Owen für die entscheidenden Treffer sorgen.

Der 1,98 Meter große und nur 75 Kilo schwere Angreifer avancierte spätestens seit seinen drei Toren am vergangenen Samstag im letzten Test gegen Jamaika von der Lachnummer zum Kult-Kicker. Auf die süffisanten Medienberichte von Journalisten, die sich über den "steifen" und "ungelenken" Crouch amüsierten, reagierte der Schlaks auf seine Weise. Er kreierte zur Feier eines Torerfolgs einen "Robot Dance" mit abenteuerlichen Verrenkungen, der mittlerweile sogar in den englischen Discos Nachahmer findet und die Spielzeughersteller auf den Plan rief. Eine Firma will bis Anfang kommender Woche eine Spielfigur von Crouch auf den Markt bringen, die den 25-Jährigen als "Crouchbopper" - nicht als Torjäger - zeigt.

Mittlerweile bekamen auch Victoria Beckham und Prinz William von Crouch eine Kostprobe seines neuen Tanzes geboten, der ihm neben Sympathien auch einiges an Bargeld bringen könnte. Sein Manager Johnny Whitmore berichtete von zahlreichen Angeboten englischer Unternehmen, die um einen Werbevertrag mit dem "Tänzer" rittern.

Dabei hatte der Stürmer noch vor relativer kurzer Zeit die Schattenseiten des Fußball-Geschäfts zu spüren bekommen. Schon sein 10 Millionen Euro teurer Wechsel von Southampton zu Liverpool im vergangenen Sommer hatte zum Teil harsche Kritik der "Reds"-Fans zur Folge, die bei einer Quote von 66:1 sogar darauf wetten konnten, ob sich Crouch auf dem Weg von der Kabine aufs Spielfeld seinen Kopf am berühmten Schild "This is Anfield" stößt.

Als er danach bis Dezember auf seinen ersten Treffer für den englischen Rekordmeister warten musste, sahen sich viele Skeptiker in ihrer Meinung bestätigt. Coach Rafael Benitez hielt Crouch dennoch die Treue, der dankte es gegen Saisonende mit konstanten Leistungen und rutschte durch die Rooney-Verletzung und vier Toren in den jüngsten beiden Testspielen noch in die WM-Anfangsformation. "Ich habe so viel Selbstvertrauen wie noch nie in meiner Karriere", behauptet der schlaksige Kicker. (apa/red)