River Nila Foundation: Eco-Tourismus sponsert Umweltprojekt

The Blue Yonder: "Nachhaltiger Fremdenverkehr bringt allen was"

River Nila Foundation: Eco-Tourismus sponsert Umweltprojekt © Bild: Wolfgang Weitlaner

Bangalore (pte/10.10.2008/13:50) - Nachhaltiger Tourismus bietet der armen Landbevölkerung eine Chance, etwas dazu zu verdienen. Außerdem wird mit dieser Art des Fremdenverkehrs zum Erhalt der Natur beigetragen. Das Unternehmen The Blue Yonder hat im Vorjahr für seine Bemühungen mehrere Auszeichnungen erhalten. 20 Prozent des Unternehmensgewinns von The Blue Yonder fließt in die River Nila Foundation. Diese bemüht sich um den Erhalt des Flusses Nila.

"Waren früher viele der im Dorf am Land lebenden Menschen ausschließlich als Erntehelfer tätig, können sie sich heute ein Zubrot in verschiedenen touristischen Bereichen dazu verdienen", erzählt Gopinath Parayil (Gopi), Gründer von The Blue Yonder im pressetext-Interview. Blue Yonder hat für seine Bemühungen zwei beachtliche Preise gewonnen - den First Choice Responsible Tourism Award beim World Travel Market in London 2006 sowie den US-Condé Nast Traveler World Savers Award 2007. Beide Auszeichnungen stellen die Armutsbekämpfung in den Vordergrund.

"Die River Nila Foundation habe ich 2003 ins Leben gerufen. Damals haben mir Wissenschaftler erklärt, warum der Fluss immer weiter zurückgeht und kaum mehr Wasser führt - eine große Mitschuld daran trägt der Sandabbau. Das hat mich auf die Idee gebracht, dringend etwas dagegen zu unternehmen", erklärt Gopi. "Wir haben uns überlegt, dass man den Menschen, die mit ihren Booten den Sand abbauen, auch einen Job als Reiseführer durch die Backwaters von Kerala geben könnte."

"Wir bringen unseren Gästen, die in kleinen Gruppen kommen, das echte Leben unseres Landes näher", erklärt Gopi. Dazu gehören Unterkünfte in kleinen Pensionen, Gasthäusern oder sogar bei Familien zu Hause. "Wir besuchen Handwerker wie etwa die Töpfer oder Glockengießer, statten den lokalen Musik- und Tanzgruppen in den Dörfern einen Besuch ab", so der umtriebige Unternehmer. Möglich sind etwa Töpfer- oder Musikworkshops, bei denen Einheimische als Lehrer fungieren. "Mit der Förderung der Kunst helfen wir, die lokale Kultur zu erhalten und schaffen darüber hinaus eine neue Einkommensquelle für die Bevölkerung." Viele der Kunstformen wären in den vergangenen Jahren vom Aussterben bedroht gewesen.

Jetzt gebe es wieder Hoffnung. "The Blue Yonder will diese kleinen Unternehmen miteinander vernetzen." In den vergangenen zwei Jahren sei das Interesse auch seitens der lokalen Bevölkerung enorm gestiegen. Neu hinzugekommen ist beispielsweise auch ein "Travellers Forest" , der mithilfe von Spenden aufgeforstet wird.

Zum zentralen Höhepunkt eines Abenteuers mit The Blue Yonder zählt zweifellos der kulinarische Genuss der Spezialitäten Keralas. "Wir lieben hier vegetarische Küche. Die Gewürze Keralas und die raffinierte Zubereitung der Speisen ist weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt", so Gopi. Traditionellerweise wird das Essen am Boden sitzend eingenommen. Statt Porzellanteller wird es auf Bananenblättern angerichtet. Kulinarische Höhenflüge bieten auch einige Gästehäuser in der Region Wayanad in den Western Ghats - in 1.300 Metern über dem Meeresspiegel. "Wayanad ist darüber hinaus auch ein Biodiversitäts-Hotspot Indiens", erklärt Gopi.

"Wir wollen unseren Gästen zeigen, dass ein Urlaub in einer so fernen Destination nicht nur das Leben der Reisenden, sondern auch das der Besuchten ändern kann", meint Gopi. Das sei auch der Grund dafür gewesen, warum The Blue Yonder sich so schnell etablieren konnte. "Der wesentliche Grund des Erfolgs sind nicht die Auszeichnungen selbst, sondern die Tatsache, dass diese aufgrund der Publikumswahl getroffen wurden." Dabei folge The Blue Yonder auch den Wünschen der Partner vor Ort. "Wenn manche Dörfer Besuche nicht wünschen, haben sie auch das Recht, nein zu sagen. Das ist ein wesentlicher Punkt."

Der Erfolg gibt The Blue Yonder Recht, denn in der Zwischenzeit gibt es ein solches Eco-Tourismus-Projekt auch für das nordindische Sikkim. "Hier fehlt es allerdings noch an der geeigneten Umsetzung", erklärt Gopi. Seine echte Liebe gehöre allerdings immer noch dem Fluss. "Wir werden demnächst ein Buch über den Status-quo der Flüsse in Kerala herausbringen." Da könne jeder wirklich erfahren, wie es um die Flusslandschaften stehe. "Ob es uns gelingt den River Nila zu retten, bleibt fraglich, denn an dem fast 250 Kilometer langen Gewässer leben sehr viele Menschen und dementsprechend viele Entscheidungsträger gibt es auch." (Ende)

Quelle: Redaktion/Pressetext