Rivalin Royal bespitzelt? Innenminister Sarkozy gerät immer mehr unter Druck

Frankreichs Sozialisten fordern jetzt seinen Rücktritt Angeblich Vermögensverhältnisse ausgespäht

Rivalin Royal bespitzelt? Innenminister Sarkozy gerät immer mehr unter Druck

Knapp drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist Innenminister Sarkozy erneut wegen angeblicher Geheimdienstermittlungen gegen seine sozialistische Konkurrentin Royal unter Beschuss geraten. Wie französische Medien berichteten, soll der Sarkozy unterstellte Polizei-Geheimdienst auch die Vermögensverhältnisse der Sozialistin ausgespäht haben.

Der sozialistische Ex-Kulturminster und Royal-Berater Lang forderte von Staatspräsident Chirac, Sarkozy umgehend aus dem Amt des Innenministers zu entfernen. Sarkozy sprach von "Verleumdung und Lügen". Es habe keine Geheimdienstermittlungen gegen Royal gegeben.

Sarkozy sieht sich zum zweiten Mal binnen einer Woche wegen angeblicher Ermittlungen seiner Geheimdienstler Vorwürfen ausgesetzt. Der Polizeigeheimdienst war bereits beschuldigt worden, in Royals Umfeld zu graben. Dabei ging es um Royals Umweltberater Rebelle, der früher Frankreich-Chef von Greenpeace war. Angeblich sollte belastendes Material gegen ihn zusammengetragen werden, um Royal zu schaden.

Nun berichteten Medien, dass die Geheimdienst-Führung Ende November die "unmissverständliche Anweisung" gegeben habe, alle verfügbaren Daten über den Immobilienbesitz Royals und ihres Lebenspartners Hollande zu sammeln. "Was für ein großartiger Zufall, dass sie (die Geheimdienst-Informationen) dann zwei Monate später in einer Kampagne auftauchten", hieß es in dem Blatt. Royal und Hollande waren Mitte Jänner beschuldigt worden, durch die Gründung einer Immobiliengesellschaft Vermögenssteuer zu hinterziehen. (apa/red)