Risiko von Herzerkrankungen gesenkt: Aspirin lässt Frauen angeblich länger leben

Mortalität wird laut Studie um 38 Prozent verringert Aber Zweifel an Aussagekraft der US-Untersuchung

Risiko von Herzerkrankungen gesenkt: Aspirin lässt Frauen angeblich länger leben

Der moderate Langzeitgebrauch von Aspirin senkt offenbar bei Frauen die Mortalität. In einer amerikanischen Langzeitstudie verringerte der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) insbesondere das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben. Frühere Studien hatten allerdings keinen Hinweis auf einen solchen präventiven Effekt der Substanz ergeben.

Die Mediziner der Universität Harvard werteten Daten der Nurses' Health Study aus, einer Sammelstudie, an der rund 80.000 Frauen teilgenommen hatten. Diese beantworteten seit 1980 im Abstand von zwei Jahren Angaben zu ihrem ASS-Gebrauch. Bis Mitte 2004 war die Sterblichkeit bei regelmäßigen Nutzerinnen des Präparats um 25 Prozent niedriger als bei denjenigen Frauen, die das Mittel nur selten nahmen. Die Herzmortalität war um 38 Prozent gesenkt, die Krebsmortalität um zwölf Prozent. Dieser Nutzen zeigte sich aber nur bei mäßiger Einnahme, das heißt bei einem wöchentlichen Konsum von einer bis 14 Tabletten bei einem Wirkstoffgehalt von 325 Milligramm. Besonders ausgeprägt war die Schutzwirkung bei älteren Frauen und bei Frauen mit vielen Risikofaktoren für Herzerkrankungen.

Die Forscher begründen die Wirkung in der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine" insbesondere mit dem entzündungshemmenden Effekt der Substanz. In einem Kommentar zweifelt der Mediziner John Baron den Wert der Studie jedoch an. Er verweist darauf, dass die Daten einer früheren Sammelstudie, der Women's Health Study, keinerlei Hinweis auf eine geringere Mortalität durch ASS-Einnahme gezeigt hatte. (apa/red)